Erleichtert darüber, endlich wieder eine Reiseroute zu haben, wollten wir endlich Santa Cruz und seine Umgebung entdecken.

Ecopark Güembe

Als Hauptattraktion für Santa Cruz de la Sierra wir der Ecopark Güembe gelistet. Natürlich wollten wir uns diesen auch mal anschauen. Mit Badesachen und Fotoapparat ausgestattet ging es los. Als Transportmittel haben wir wieder ein Uber genutzt. Am Vortag hatten wir dies zum ersten mal getestet und waren ziemlich begeistert. Es ist so einfach und vor allem so praktisch, da man online einen fixen Betrag zahlt und somit keine Diskussionen über den Preis oder Probleme wegen Rückgeld hat.

Der Park lag etwas außerhalb. Drumherum leben die Reichen und Schönen, wie wir am Vortag erfahren hatten. Viel außer Mauern haben wir aber gar nicht gesehen, nur ab und an mal eine große gesicherte Einfahrt für die Wohngebiete. 

Das besondere am Güembe Park ist, dass dieser auf seinen 24 Hektaren verschiedene Tiere beherbergt und auch viele Pools hat. Er eignet sich somit gut für einen Tagesausflug. Sogar einen kleinen Orchideengarten gibt es dort.

Wirkt fast ein bisschen wie aus Avatar.

Wir waren zeitig da und der Park war noch relativ leer. Es gibt eine Art Rundweg um alle Tierbereiche abzulaufen. Und schnell hatten wir dann auch schon die Schildkröten gefunden. Dank des kleinen Zauns konnten wir diese ziemlich nah betrachten. Es waren ganz viele, einige haben sich gesonnt oder geschlafen. Eine von ihnen ist direkt auf uns zugelaufen und uns dann am Zaun gefolgt, vermutlich in der Hoffnung etwas Essbares zu ergattern.

Skeptische Schildkröte – Warum bekomme ich nichts zu essen?

Anschließend sind wir durch das Schmetterlingbereich gegangen. Ein paar sehr hübsche Exemplare sind da rumgeflogen, aber aufgrund ihrer Schnelligkeit unheimlich schwer bildlich festzuhaltend. Meinem Reisepartner sind allerdings dennoch mal wieder wundervolle Bilder gelungen.

Schmetterlinge an der Futterstation.

Schmetterlinge auf einer schönen Blüte.

Den nächsten Bereich konnten wir schon aus großer Entfernung hören. Es gab im Park eine riesig große Voliere, durch die man durchlaufen konnte. Hier leben Papageien, Aras und sogar Tukans gemeinsam. Die Geräuschkulisse war enorm.

Das Zuhause der Vögel

Vor lauter Vögel wusste ich am Anfang gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Die kleinen grünen Soldatenaras waren ziemlich gut in ihrer Umgebung getarnt. Es herrschte so viel Leben in der großen Voliere, da hätte ich ewig drin verbringen können. Lediglich der Wegkonstruktion habe ich nicht ganz so vertraut…

Kleiner Soldatenara

Zu den schönsten Exemplaren gehören bestimmt der Gelbbrustara und der Grünflügelara. Die Farbpracht ist beeindruckend. Noch beeindruckender ist es allerdings, wenn die Tiere fliegen. Hier zeigen sie ihre volle Größe. Wahnsinn! 

Gelbbrustara

Grünflügelara

Auch konnten wir wieder Tukans aus nächster Nähe betrachten. Faszinierend wie der Schnabel einfach so viel großer ist als der Kopf. Für mich eines der schönsten Tiere!

Tukan

Von der Vielfalt und der Schönheit der Vögel waren wir wirklich beeindruckt. Doch als die Euphorie etwas nachgelassen hatte, kamen uns auch Zweifel. So viele Vögel an einem Ort, eingesperrt in einem riesigen Käfig mit geringer Flugmöglichkeit. So hat die Natur sich das nicht gedacht. Die Erfahrung, die wunderschönen Tiere aus nächster Nähe zu sehen, möchte ich definitiv nicht missen. Doch umso schöner ist es, die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu gehen. Hier hoffen wir also auf weitere Begegnungen.

Nach den ganzen Erkundungen haben wir uns an einem der mehreren Pools niedergelassen. Zerschmolzen aufgrund der 33 Grad und zerstochen von den tausenden Mücken, haben wir uns im kühlen Nass abgekühlt. Das war herrlich. Bei der spanischen Musik im Hintergrund und dem Ausblick kam mal wieder Urlaubs-Feeling auf.

Chillen am Pool

Nach dem schönen, erholsamen Tag im Park sind wir abends traditionell essen gegangen. In Santa Cruz ist dies relativ schwer zu finden, aber dank unseres Reiseführers haben wir ein hübsches Lokal ganz in der Nähe gefunden. Das Restaurant El Aljibe war in einem alten Kolonialgebäude gelegen und ist für seine landatypischen Speisen bekannt. Im schönen Innenhof, in dem sogar Schildkröten leben, haben wir ein Plätzchen gefunden. Es hat sich sehr familiär angefühlt und das Essen war sehr lecker.

Traditionelle bolivianische Wirtschaft.

Botanischer Garten

Für den nächsten Tag wollten wir den botanischen Garten besuchen. Dieser liegt etwas außerhalb der Stadt, aber dank Uber überhaupt kein Problem. Der Eintritt von 10 Bolivianos pro Person, umgerechnet etwa 1,33 €, war sehr günstig.

Der botanische Garten wirkte mehr wie ein großer, gepflegter Park. Dort gab es einen Rundweg, den wir nehmen wollten. Im Park sollen auch ein paar Tiere leben, aber ob wir diese ohne Guide überhaupt finden, war fraglich. Doch schon nach kurzer Zeit gab es die erste Attraktion: ein Faultier. Dieses lag am Boden, sehr ungewöhnlich. Ein paar Deutsche, die genauso fasziniert waren wie wir, erzählten uns, dass das Tier zuvor vom Baum gefallen war. Lt. den Parkrangern sei dies aber normal und das Tier rappelt sich von alleine wieder auf. Dies wollten wir natürlich beobachten, Zeit hatten wir zum Glück.

Vom Baum gefallen.

Erst mal in Sicherheit bringen.

Nachdem ganzen Stress erstmal was essen.

Eigentlich dachte ich, dass wir in Costa Rica schon genug Faultiere gesehen hätten, aber dieses war nochmal was ganz besonderes. Wir konnten alles aus nächster Nähe betrachten und dabei sah es noch richtig süß aus. Das Dreifinger-Faultier ist um die Augen dunkler, dadurch sieht es aus, als würde es eine Brille tragen. Und wir konnten auch feststellen, dass das Tier noch nicht ganz ausgewachsen war.

Nach dem Highlight ging es dann erstmal weiter auf dem Weg. Im Park gibt es einen Bereich, der mit gemauerten Wegen hergerichtet ist, hier hat man die Natur größtenteils in Ruhe gelassen. Lediglich einen breiten Trampelpfad gab es. Auf dem Weg merkten wir schnell, dass wir nicht alleine waren. Etliche Mücken belagerten uns. Trotz viel Mückenspray war das fast unerträglich. Schnell sind wir also wieder in den „schönen“ Bereich des Parks gegangen.

Im Mückenwald

Dort gab es auch einen kleinen Kakteen-Garten. Ehrlicherweise wirkte dieser etwas trostlos. Es gab auch keine Erklärung oder Bezeichnungen der einzelnen Kakteen oder sonstige Hinweise dazu.

Kakteen

In der Mitte des Parks entdeckten wir dann noch ein hübsches Häuschen. Dieses beherbergt ein kleines Gewächshaus. Dies entsprach mehr den Vorstellung eines botanischen Gartens für mich. Hier gab es sogar einen kleinen Teich.

Gewächshaus

Sogar mit Teich.

Der Spaziergang im Park war wirklich schön, lediglich die Mücken haben genervt. Und wir haben sogar noch Schildkröten und einen Leguan gesehen. Mit so viel Tieren hätte ich nicht gerechnet.

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