Jagd auf Krokodile
Es war an der Zeit die Lagune bei Nacht zu erkunden. Efrem kündigte uns eine kleine Krokodil-Tour an. Eigentlich hatten wir hierauf ja gar keine Lust. Am Besten gefallen uns die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung und aus der Ferne beobachtet. Wir möchten diese nicht unnötig stören oder belästigen, aber wir ließen uns mal darauf ein.
Für die Tour gab es strikte Anweisungen: Lichter aus, leise sein und nicht im Boot hin- und herschaukeln. Wir waren wieder in dem kleinen Boot vom Vortrag unterwegs. Efrem saß vorne und war mit einer Taschenlampe ausgestattet. Mit dieser gab er dem Bootsführer Zeichen, wo dieser hinfahren sollte und wann er den Motor ausstellen sollte. Hierdurch war es ganz ruhig. Die beiden waren echt ein eingespieltes Team. Und auf einmal griff Efrem ins Wasser und hatte ein kleines Krokodil gefangen. Unglaublich! Mit diesem kam er zu uns und erklärte uns einiges. Es war ein Weibchen. Er konnte sogar am Rücken und am Schwanz erkennen, dass dieses Krokodil noch nicht so gut genährt sei. Wahnsinn!

Aus sicherer Entfernung haben wir das kleine Tier zunächst betrachtet. Wir haben es auch mal kurz angefasst.

Nach den ganzen Erklärungen gab Efrem dem Tier eine kleine Massage, um es zu beruhigen. Hierzu hat er ihr mehrmals sanft über den ganzen Bauch gestrichen. Und tatsächlich wurde das Tier immer ruhiger. Zuvor hatte es immer mal mit den Beinchen getreten, aber nun nicht mehr. Dann war es an der Zeit die kleine Krokodil-Dame wieder ins Wasser zu lassen. Diesen Part sollte ich übernehmen. Herzu wurde sie ganz langsam wieder ins Wasser getaucht. Erst als meine Hand auch im Wasser war, sollte ich schnell loslassen. Glücklicherweise hat alles geklappt und alle Finger sind noch an der Hand.

Weiter ging die Fahrt. und kurze Zeit später hatte Efrem schon das nächste Exemplar gefangen. Dieses war eine andere Krododil-Art. Hier hat man auch deutlich die Unterschiede zum ersten Krokodil gesehen. Es war dieses Mal ein Männchen und deutlich unzufriedener mit seinem Fang. Es hat viel mehr gezappelt. Nach einem gemeinsamen Foto hat Michi dieses Kerlchen dann wieder ins Wasser gelassen. Auch bei ihm sind zum Glück noch alle Finger dran.

Die Krokodile waren schon Wahnsinn. Wir waren beide etwas geflasht. Für die Rückfahrt gab Efrem uns auch Taschenlampen, um selber Krokodile aufzuspüren. Dies ist eigentlich ganz einfach, denn ihre Augen reflektieren im Licht der Taschenlampe. Es war schon unheimlich, wie viele Kroko-Augenpaare uns angeschaut haben. Jetzt erklärte sich auch, warum in der Lagune nicht mehr gebadet wird.
Voller Eindrücke sind wir wieder zurück zur Lodge gefahren. Und ziemlich erschöpft ging es auch gleich ins Bett.
Unsere Zeit in Chuchini endet
In der Nacht hatte es wieder viel geregnet. Doch auch dies hatte keine Auswirkungen auf unser Tagesprogramm. Nach einem letzten reichhaltigen Frühstück gab einen letzten Spaziergang durch den Urwald, allerdings nicht zu Fuß, sondern zu Pferd. Ich bin ja wirklich kein großer Pferdefreund, aber es war schon alles vorbereitet. So haben wir die Gummistiefel angezogen, sind aufgestiegen und los ging’s. Unser Begleiter hat mein Pferd geführt und Michi kam auf seinem Pferd alleine hinterher. Er musste teilweise selber führen. Und ab und an ist sein Pferd einfach stehen geblieben, sa half auch kein „Vamos!“ weiter. Nach einer Stunde war unsere Tour zu Ende und ich war nicht bös drum.

Nach dem Reiten brauchten wir erstmal eine Pause, aber die bekam wir noch nicht. Efrem zeigte uns noch ein paar Spielgeräte auf dem Gelände. Zunächst ging es zum Ziplining. Eine Sicherung wie beim Ziplining in Costa Rica gab es hier nicht, man musste sich einfach gut festhalten. Am Abend zuvor hatten wir genau in dieser Lagune unzählige Krokodil-Augen gesehen, also hielt ich mich besonders stark fest.
Hier merkte man auch, dass Efrem auch ein großer Scherzkeks ist. Als er mich zurückgezogen hatte, ließ er mich gleich nochmal eine Runde fahren – ohne dies vorher anzukündigen.

Auch bei den anderen „Spielzeugen für Erwachsene“ hatte Efrem große Freude an unserer Reaktion. So gab es noch eine Tarzan-Schaukel und eine große Leiter auf einen Baum.


Anschließend durften wir uns noch ein wenig ausruhen, bevor es ein letztes ausgiebiges Mittagessen gab. Nach dem ganzen Adrenalin war ein bisschen Erholung auch sehr willkommen.
Nach dem Mittag setzten wir nochmal zu einer letzten kleinen Bootstour an. Hierbei haben wir ganz viele Schildkröten gesehen, die sich aber alle nicht haben fotografieren lassen wollen.

An einer ungewöhnlichen Stelle haben wir kurz pausiert und Efrem ist im Urwald verschwunden. Als er zurückkam lachte er nur und zeigte uns ein Foto…