Das besagte Foto zeigte die Straße nach Trinidad, zerstört vom vielen Regen der letzten Tage. Ein Passieren mit dem Auto unmöglich.

Innerlich hatte ich mich schon auf eine weitere Nacht im Dschungel eingestellt, aber soweit sollte es gar nicht kommen.

Doch keine zusätzliche Nacht im rustikalen Chuchini.

Efrem, der Scherzkeks, sagte, dass wir nun mit dem Pferd zurückreiten müssten. Unsere Reaktion fand er scheinbar sehr witzig. Dann beruhigte er uns aber schnell und erklärte, dass wir mit dem Boot in die nächste Stadt fahren und von dort mit dem Taxi weiter nach Trinidad fahren würden. Puh, da war ich ja schon erleichtert. Schließlich haben wir eine neue Route, die wir auch gerne umsetzen möchten.

Mit Sack und Pack ging es dann zum Boot. Wir nahmen wieder das kleine Boot von vorher. Aber es kamen auch noch die Köchin und seine beiden Jungs mit. Das Boot war wirklich voll. Nach einer Stunde Fahrt hielten wir, da es hier einen Zugang zur Straße gab. Der Taxifahrer wartete auch bereits auf uns.

Nach einem kurzen Abschied ging es dann für uns wieder in unser vorheriges Hotel, in die Casa Glamour. Dort hatten wir vor der Abfahrt nach Chuchini auch noch Wäsche abgegeben, die uns nun fein säuberlich zusammengelegt erwartete. 

In Trinidad selber haben wir nur nochmal Geld geholt, aber sonst nichts weiter unternommen. Auch das Abendessen fiel aus, da wir noch sehr satt von dem vielen Essen der Vortage waren. 

Am nächsten Tag klingelte der Wecker auch wieder zeitig. Mit dem Taxifahrer vom Vortag hatten wir uns für morgens um acht Uhr am Hotel verabredet. Für uns ging es wieder zum Flughafen. Als der Taxifahrer fragte, wann denn unser Flug geht, musste er lachen. Wir waren bereits um kurz nach acht am Flughafen, unser Flug sollte um 10:45 gehen. Er erkläre uns, die Boliviener würden maximal 5 Minuten vorher kommen und dann wahrscheinlich ihren Flug auch noch verpassen. Wir sind halt deutsch, da musste er auch lachen.

Der Flughafen von Trinidad ist ziemlich klein und wirkte noch ganz verschlafen. Unser Schalter war natürlich noch nicht offen. Es gab insgesamt nur 6 Schalter, drei von unser Fluggesellschaft BOA und drei für die andere Fluggesellschaft Ecojet. 

Irgendwann war der Schalter dann auch mal geöffnet und wir konnten unser Gepäck abgeben. Es wurde immer wuseliger am Flughafen, da auch eine Gruppe Jugendlicher – wir vermuten eine Gemeindereise – mit ihren Aufsichtspersonen anstanden. Alle trugen sie auch ein Schild mit ihrem Namen und einer Telefonnummer um den Hals. Die Jugendlichen wurden von ihren Familien an den Flughafen gebracht, aber nicht von nur einem oder zwei Familienmitgliedern, sondern von der ganzen Familie.

Nach der Gepäckabgabe haben wir weiter im Eingangsbereich des Flughafens gewartet. Erst ca. 1 Stunde vor planmäßigen Abflug durften wir in die Pre-Boarding Halle. Dort gab es noch die Sicherheitskontrolle und dann einen großen Wartebereich. Mit Verspätung ging es dann aber endlich los. Der Flieger war höchstens zur Hälfte belegt, aber dies ist auch ein Zubringerflug. Für die Jugendlichen war es wohl der erste Flug. Beim Start haben einige geschrien, auch während den Turbulenzen. 

Abschied vom Amazonasbecken.

Nach einer Stunde waren wir in Cochabamba angekommen. Mit dem Taxi ging es dann zu unserer Unterkunft. Diesesmal hatten wir uns für ein Hostel entschieden, da dies einen hübschen Innenhof hatte. Den Stop in Cochabamba haben wir hauptsächlich zur Akklimatisierung für die Höhe eingebaut. Hier sind wir 2.500 m über dem Meeresspiegel. Das sind immerhin 2.500 m mehr als in Trinidad.  

Die Höhe oder das fehlende Frühstück machten hungrig, weshalb wir uns erstmal was zu Essen gesucht haben. Den Nachmittag ließen wir dann ganz entspannt angehen, denn auch die Erlebnisse der letzten Tage mussten erstmal alle verarbeitet werden.

Am nächsten Tag sind wir mit einem Frühstück im Hostel gestartet. Dieses war im Preis inbegriffen und auch nur deshalb haben wir es in Anspruch genommen. Leider unser schlechtestes Frühstück im Jahr 2023.

Für den Tag hatten wir uns nicht viel vorgenommen, lediglich eine Aktivität wollten wir machen: den Christo de la Concordia besuchen.

Unser Ziel in der Ferne.

Dieser steht auf einem Berg auf ca 2.800 m und überblickt die Stadt. Bei der Fertigstellung in 1994 zählte der Christo de la Concordia noch als die größte Christusstatue der Welt. In 2010 wurde er allerdings von der Statue von Świebodzin in Polen abgelöst.

Hinauf führt sogar eine Seilbahn. Nach einem halbstündigen Spaziergang zur Seilbahn, mussten wir leider feststellen, dass diese wegen Bauarbeiten geschlossen war. Man kann auch zum Christo hinauf laufen, es liegen nur ca. 1.400 Stufen dazwischen. Da schon der kleine Spaziergang anstrengender war als gedacht, entschieden wir uns für die dritte Option: ein Taxi. Für Hin- und Rückfahrt und einer Wartezeit von 30 Minuten zahlten wir 40 Bolivianos. Für die Seilbahn hätten wir insgesamt 30 Bolivianos zahlen müssen, also etwa 1,20 € weniger. 

Die Statue aus der Nähe.

Ein Selfie musste auch sein.

Oben angekommen, mussten wir noch ein paar Stufen erklimmen. Das war anstrengend! Der Weg hat sich allerdings gelohnt, denn der Ausblick von dort oben war sehr beeindruckend. 

Nach der ganzen Anstrengung war es Zeit für Essen. In einem sehr goldigen Cafe hatten wir uns für beide für ein Avocado-Sandwich entschieden. Dazu gab es noch verschiedene Kaffeekreationen. Köstlich.

Avocado Sandwich

Den restlichen Abend verbrachten wir dann mit bloggen und entspannen. Aber genau deshalb hatten wir den Stop in Cochabamba ja eingeplant, zur Akklimatisierung an die Höhe. Schließlich stand ein noch höheres Ziel an.

Bloggen im Hostel.

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