Für den ersten Nachmittag in Sucre hatten wir uns mal wieder für eine Free-Walking-Tour entschieden.
Walking-Tour
Wir waren eine ziemlich große Gruppe und uns fiel auf, dass generell viele Touristen in der Stadt unterwegs waren. Im Gegensatz zu La Paz ist das Zentrum von Sucre allerdings auch um einiges kleiner.
Zunächst fuhren wir gemeinsam mit dem Bus zum höchsten Punkt der Tour. Dies war der ehemalige Hauptplatz der Stadt.

Von hier aus konnte man einen tollen Blick über die Stadt ergattern. Und nun konnten wir auch erkennen, wieso Sucre die weiße Stadt genannt wird. Zum Glück ging die Tour ab hier nur noch bergab.

Wir stoppten als nächsten am aktuellen Hauptplatz der Stadt. Auf diesem thront eine Stautue von Antonio José de Sucre. Nach ihm wurde die Stadt in 1839 benannt. Er war ein südamerikanischer Freiheitskämpfer unter Simon Bolivar – nach welchem das Land benannt wurde. Der Hauptplatz ist – wie alle anderen Hauptplätze im Land – sehr schön gepflegt und ein toller Ort um mal ein Päuschen auf der Bank zu machen. Hierbei kann man das Treiben der Stadt beobachten und auch, wie sich die Jugendlichen mit Wasserbomben und einer Art Faschings-Schaum in Vorbereitung auf den Karneval gegenseitig attackieren. Bislang sind wir immer verschont geblieben.

Die Tour führte uns anschließend weiter zum zentralen Markt. Dies ist immer wieder eins schönes Highlight. Das Obst war sehr appetitlich präsentiert, vielleicht würden wir dort mal was kaufen. Ein Muss auf dem Markt war allerdings wieder ein frischer Saft. Unser Guide José erklärte uns noch den Unterschied zwischen einem Jugo und einem Zumo. Ein Jugo wird stets mit Milch oder Wasser gemischt, während ein Zumo ein reiner Fruchtsaft ist.
Für mich gab es wie immer einen Jugo de leche con piña. Michi war etwas experimentierfreudiger und nahm einen Jugo de leche con platano. Sehr köstlich. Die Säfte werde ich wirklich vermissen.

Der letzte Stop unserer Tour stellte der Simon Bolivar Park dar. Hier gibt es sogar einen kleinen Eiffelturm. Dieser wurde tatsächlich auch von der Firma gebaut, die den Eiffelturm in Paris gebaut hatte.

Die Tour war wirklich informativ und hat uns mal wieder einen guten Überblick über die Stadt verschafft. Für uns ging es anschließend in die Casa de la Libertad. Dort wurde im Jahr 1825 die Unabhängigkeitserklärung des Landes unterzeichnet. Leider gab es keine Führung und die wenigen Erklärungen in Spanisch waren nicht sehr aufschlussreich. Am besten haben wir uns im Kinder-Abteil zurechtgefunden. Dort wurde alles in wenigen Sätzen, dafür aber mit vielen Bildern erklärt. Das versteht man in fast jeder Sprache.

Dennoch hat sich der Besuch in diesem Museum gelohnt.

Nach so vielen Infos, waren wir erstmal gesättigt. Für den nächsten Tag hatten wir uns einen Programmpunkt etwas außerhalb der Stadt ausgesucht.
Cal Orck’o
Etwas außerhalb der Stadt gelegen gibt es eine Zementfabrik. In 1994 wurden dort etwas spannendes entdeckt.

Der Eingangsbereich lässt bereits erkennen, um welches Thema es geht: Dinos.

Genauer gesagt um ihre Fußabdrücke. Denn diese wurden bei Arbeiten der Zementfabrik entdeckt. Oben im Besucherzentrum angekommen, konnten man bereits einen tollen Blick auf die Spuren erhalten. Die Fläche gehörte vermutlich zum Ufer eines Sees, welcher von den Dinos als Trinkstelle genutzt wurde. Durch die Auffaltung ist die Fläche heute vertikal.
Leider ist auch zu erkennen, dass eine große dreieckige-Fläche im Jahr 2009 durch die Regenmassen abgestürzt ist. Hiervon konnte kein einziger Abdruck gerettet werden.

Deshalb wollten wir uns die Möglichkeit einer näheren Betrachtung nicht entgehen lassen. Unser Guide Johnny erklärte uns, welche Dinospuren genau zu erkennen seien. Die unterschiedlichen Formen ihrer Fußabdrücke sollten wir später genauer sehen. Nach der Erklärung hieß es also Abstieg nach unten.

Unten angekommen konnte man die Spuren in ihrer tatsächlichen Größe betrachten. Die Abdrücke waren wirklich riesig. Wir durften sogar ganz nah ran gehen, allerdings die Wand nicht berühren.

Ein Beweisfotos unseres Besuchs durfte natürlich nicht fehlen.

Die Dinospuren werden bestimmt in Erinnerung bleiben. Die Fundstelle auch tatsächlich so nah zu betrachten, war schon einmalig. Allerdings muss ich zugeben, dass man vom Besucherzentrum oben einen besseren Blick auf die Spuren hatte. Hierdurch wäre mir der sehr mühsamen Weg hinauf auch erspart geblieben.
Da wir noch nicht genug von Bewegung hatten, stand am nächsten Tag ein ganz anderer Programmpunkt an.
Pre-Inka Trek
Wir wollten mal etwas raus in die Natur und dies mit einer Wanderung verbinden. Da wir allerdings in Sucre bereits relativ hoch gelegen waren und ein Aufstieg mir schier unmöglich vorkam, hatten wir uns für den Pre-Inka Trek entschieden. Hierbei sollte es nämlich nur bergab gehen.
Hier hatten wir uns für eine geführte Tour mit Fahrer und Guide entschieden – was sich später als richtige Entscheidung erwies.

Also fuhren wir hinauf zu unserem Startpunkt, welcher bei 3.647 m über dem Meeresspiegel lag. Die Wanderung sollte uns 4 km von Chataquil nach Chaunaca führen. Der Weg wurde übrigens nicht von den Inkas selber errichtet, sondern von einer früheren indigenen Gruppe. Die Inkas haben den Weg nach ihrer Eroberung einfach „übernommen“.

Nach ein paar wenigen Schritten bergauf, hatten wir den Zugang zum Pre-Inka Trek gefunden. Der Abstieg konnte beginnen. Bereits nach kurzer Zeit konnten wir einen wundervollen Blick ins Tal erhaschen.

Der Weg wurde immer schöner und hat wirklich Spaß gemacht. Mit tollen Ausblicken wurden wir belohnt.
Leider änderte sich das Blatt auf etwa der Hälfte des Weges. Dieser war nämlich eingestürzt. Unser Guide Ricardo hatte zunächst getestet, ob wir halbwegs sicher die Abbruchsstelle überqueren konnten, doch er riet davon ab. Die Erde sei einfach zu rutschig und ein sicheres Weiterkommen nicht möglich.

Sicherheit geht vor und wir waren ganz Ricardos Meinung. Allerdings hieß das für uns auch, dass wir umkehren mussten. Einen anderen Weg gab es nicht.
Da wir im ersten Abschnitt des Treks bereits einen Großteil der Höhenmetern hinabgestiegen waren, mussten wir diese nun wieder hinaufkrakseln. Das war wirklich nicht ohne. Zu dem Aufstieg kam nämlich ja noch die generell schon dünne Luft. Mit vielen Pausen und kleinen, langsamen Schritten, haben wir es zum Glück geschafft. Als ich unseren Fahrer José Carlos gesehen habe, hätte ich vor Freude weinen könne. Diesen hatte Ricardo nämlich auf dem Weg bereits informiert, dass wir umkehren mussten und er uns somit an unserem Startpunkt wieder abholen sollte. Hätten wir die Wanderung alleine gemacht, wären wir bei der Rückkehr ziemlich aufgeschmissen gewesen. Der Startpunkt war nämlich so versteckt und abseits, dass dort nicht einfach mal ein Taxi vorbeifahren würde.

Trotz der wirklich anstrengenden Wanderung, hat sich diese sehr gelohnt. Die Natur ist wirklich wundervoll und die Ausblicke waren spektakulär. Im Endeffekt war ich sogar ein kleines bisschen stolz, den Rückweg überhaupt geschafft zu haben. Allerdings hätte ich dies bestimmt nicht ohne die Hilfe von Michi geschafft.