Nach fünf wunderschönen Tagen in Sucre, ging es für uns weiter nach Potosí. Da die Entfernung nicht so weit ist, wollten wir mal Bus fahren. 3 Stunden dürften ja kein Problem sein.

In ganz deutscher Manier waren wir sehr zeitig am Busbahnhof. Zunächst mussten wir unseren Gutschein nämlich noch in ein Ticket umwandeln. Hierbei durften wir uns auch einen Platz im Bus aussuchen und dann hieß es warten. Auf dem Ticket war angegeben, dass man sich eine halbe Stunde vor Abfahrt im Terminal einfinden sollte. Wir wunderten uns schon, dass der Bus fast leer sein würde. Es war kaum jemand da.
Bevor wir zum Bus durften, mussten wir noch eine kleine Terminal-Gebühr bezahlen. Diese soll scheinbar zu Instandhaltung genutzt werden, von der aber nichts zu sehen war.
Unser Bus war ziemlich zeitig da und wir haben unser Gepäck im unteren Fach verstaut. Anschließend haben wir unsere Plätze eingenommen, die einen ganz guten Eindruck gemacht haben. Ich hatte mit schlimmerem gerechnet. Kleckerweise kamen immer mal neue Leute dazu, aber voll wurde es nicht. Die Abfahrt war für 11 Uhr angesetzt, aber dies ist scheinbar nur ein Richtwert. Insbesondere für die bolivianischen Fahrgäste, die dies wohl als Ankunftszeit im Busbahnhof sehen. Um kurz nach elf wurde es nämlich auf einmal ziemlich voll im Bus. Einheimische stiegen mit Sack und Pack ein.
Als wir dann endlich losgefahren sind und den Busbahnhof verlassen hatten, hielt der Bus direkt wieder an und erneut stiegen einige Leute ein. Diese hatten wohl versucht, die Terminal-Gebühr zu umgehen. Allerdings kam auch eine Kontrolleurin in den Bus, die nach der Belegung und den Tickets schaute. Bei ihr mussten die anderen dann doch noch die Gebühr bezahlen.
Das Wetter auf dem Weg nach Potosí wurde immer rauer, bis es sogar hagelte. Sollte dies bereits ein Vorgeschmack auf die Stadt sein?
Die angedachte Fahrt von drei Stunden dauerte fast vier. Einen Stop oder ein WC an Bord gab es nicht.

Endlich angekommen, ließ und der Busfahrer alle mitten auf der Straße raus. Der Busbahnhof war nicht in Sicht. Glücklicherweise war dies eine vielbefahrene Straße und wir konnten schnell ein Taxi ergattern. Für wenig Geld fuhr uns dieses in unsere Unterkunft. Dort angekommen, wurden wir genauso kalt begrüßt wie das Wetter war. Unser Zimmer war ebenfalls eisig kalt, eine Heizung war Fehlanzeige. Dies wussten wir allerdings bereits vorher. Dass es in unserem Zimmer aber gefühlt kälter sei als draußen, damit hatten wir nicht gerechnet.
Wir haben also zunächst einen kleinen Rundgang in Potosí gemacht, welcher bei uns keinen besonders guten Eindruck hinterlassen hat.
Im 17. Jahrhundert war Potosí einst eine der reichsten Städte der Welt aufgrund des Silber- und Zinkvorkommens im Berg Cerro Rico. Von diesem Glanz und Reichtum ist heute allerdings nichts mehr zu sehen. Michi wollte dem am nächsten Tag genauer auf den Grund gehen.