Trotz Jetlag wollten wir unsere Zeit in Shanghai so gut wie möglich ausnutzen und hatten uns zunächst für eine Free Walking Tour entschieden. Treffpunkt hierfür war die bekannte Nanjing Road, eine große, belebte Einkaufsstraße. Unsere Gruppenmitglieder konnten wir ziemlich schnell erkennen, waren doch wenig Europäer in der Stadt unterwegs. Die Tour war ganz interessant, doch hatten wir aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse – es war sehr nebelig – kaum Bilder gemacht. Dies haben wir am nächsten Tag natürlich nachgeholt. Hier hatten wir auch super Wetter für Bilder. Damit wir allerdings nicht die ganzen Strecke laufen mussten und einen Überblick über die Metropole erhalten konnten, hatten wir uns für eine Hop On Hop Off Busfahrt entschieden. Viele Chinesen hatten dieselbe Idee gehabt. Hierzu muss ich allerdings sagen, dass wir den 1. Oktober hatten und dies der Beginn der so genannte „Golden Week“ in China ist. Die „Golden Week“ ist eine Feiertagswoche in ganz China, sodass gefühlt alle Chinesen frei hatten und nach drei Jahren Zwangspause wieder reisen konnten und dies auch taten. So mischten wir uns unters Volk und fielen fast gar nicht auf 🙂
Das Wahrzeichen Shanghais, der Oriental Pearl Tower, war ab und an durch Häuserschluchten zu sehen. Wir hatten uns den Fernsehturm sogar aus der Nähe angeschaut. Doch hier waren wir teilweise mehr Attraktion für die anderen Touristen, als der Turm selber, sodass wir zügig weiterfuhren.

Die Stadt bzw. die Skyline ist erst innerhalb der letzten 30 Jahre gewachsen. Zuvor gab es hauptsächlich traditionelle und kleinere Wohnhäuser. Diese mussten jedoch neueren Wohngebäuden und den Wolkenkratzern weichen. Die Bewohner wurden umgesiedelt in größere, dafür außerhalb liegende Gegenden. Stellenweise gab es allerdings noch ein paar Ecken mit diesen alten Wohnhäusern. Vermutlich werden diese in den nächsten Jahren auch noch verschwinden.

Ein weiteres markantes Gebäude der Skyline ist der „Flaschenöffner“. Leider war die Aussichtsplattform bei unserem Besuch geschlossen.

In Mitten all der neumodischen Gebäude, gab es allerdings immer wieder traditionelle Ecken. So besuchten wir den Yu Garten, in welchem ein altes Teehaus standen. Dieses stand auf Stelzen und war umgeben von Wasser.

Eine Brücke mit neun Ecken ermöglichte die Überquerung. Es heißt, wer über diese Brücke geht, soll viel Glück haben. Dies teilen wir jetzt mit vielen, vielen Chinesen.

Zum Abschluss wollten wir uns ein Highlight nicht entgehen lassen und zwar die Skyline bei Nacht zu sehen. Der Ansturm war unglaublich groß und die Polizei regelte den Verkehr und leitete die Passanten in geregelten Strömen. Der Anblick war wirklich spektakulär. Bereits unsere Seite war wundervoll beleuchtet.

Besonders spektakuläre wurde dann aber der Anblick der gegenüberliegenden Seite. In unterschiedlichen Farben und stetig wechselnd wurden die Hochhäuser beleuchtet. Den Anblick genossen wir eine kurze Zeit, bevor wir uns wieder Richtung Hotel aufmachten.

Nach zwei vollen Tagen war unsere Zeit in Shanghai somit zu Ende. Für uns ging es nun weiter zu unserem eigentlich Reiseziel Japan. Shanghai ist definitiv eine Reise wert, jedoch sollte man die „Golden Week“ meiden. Es war einfach alles so unglaublich voll und Chinesen haben nunmal ein anderes Gefühl für Distanz. Mal sehen wie das in Japan so wird. Mit Taxi und Transrapid ging es dann wieder in Richtung Flughafen.