Da wir unsere Zeit in Postosí verkürzt haben, sind wir einen Tag früher nach Uyuni gefahren. Auch hier haben wir uns wieder für einen Bus entschieden. Die Fahrt sollte vier Stunden dauern.
Mit dem Taxi ging es wieder zum Busbahnhof. Dieses Mal allerdings nicht so früh wie beim ersten Mal. Der Busbahnhof von Potosí war in einem ziemlich schlechten Zustand. Wir konnten zum Glück direkt am Bus warten, da dieser auch bereits da war. Unser Gepäck hatte der Fahrer gleich eingeladen. Da wir ja nun wussten, dass man feste Plätze hat und dass die Bolivianer in der Regel nicht so pünktlich sind, haben wir entspannt dem Treiben zugeschaut. Am Bussteig wurden Klamotten und Essen verkauft und die Bolivianer sind mit viel Gepäck, das verstaut werden musste, zu den Bussen gekommen.

Unser Bus war dieses Mal nicht so modern wie der vorherige und er war voll bis auf den letzten Platz. Kurz nachdem wir die Stadt verlassen hatte, stieg ein Verkäufer ein. Dieser machte Werbung für ein Nahrungsergänzungsmittel, dass angeblich die Konzentration fördern sollte und generell das Gehirn unterstützen sollte – so viel habe ich zumindest verstanden. Die Bolivianer waren dem sehr angetan und es hat sogar jemand etwas gekauft. Wir beide fanden dies allerdings eher nervig, da wir die Busfahrt gerne in Ruhe genießen. Von Ruhe gab es allerdings nicht viel auf dieser Fahrt. In Südamerika scheint es üblich zu sein über das Handy laut Videos zu schauen oder auch Musik zu hören. Und laut unterhalten können sich die Bolivianer auch gut.
Die Fahrt war dennoch ganz gut und der Ausblick war wunderschön. Aus der Ferne konnten wir bereits die Salzwüste erahnen.

Nach tatsächlich 4 Stunden Fahrt waren wir in Uyuni angekommen. Die Stadt wirkte gleich vollkommen anders wie Potosí und erinnerte fast an eine Wüstenstadt. Es war unheimlich staubig.
Da wir nun einen Tag länger in Uyuni Zeit hatten, nutzen wir diesen um die Stadt zu erkunden. Dabei wirkte Uyuni ziemlich ausgestorben. Alle Türen und Eingänge waren verschlossen und sogar beim Supermarkt mussten wir klingeln, um rein zu können.

Wir nutzen auch die Zeit das einzige Museum der Stadt zu besuchen: ein Eisenbahnmuseum. Wir waren die einzigen Besucher und mussten ebenfalls klingeln, um hineinzukommen. Die ausgestellten und ausrangierten Eisenbahnen waren in einem sehr schlechten Zustand. Sie waren vom Salz verkrustet, total verstaubt und ziemlich verrostet.

Den wenigen Schildern konnte man lediglich entnehmen, wann die Bahn gebaut und wann diese ihren Betrieb eingestellt hatte. Auch das Innenleben der Züge wurde nicht aufrechterhalten, sondern sich selber überlassen. Allerdings konnte man erahnen, dass die Züge früher mal ziemlich schick gewesen waren.

Nach dem Rundgang durch das Museum sind wir noch etwas durch die Stadt geschlendert. Diese hat touristisch nicht viel zu bieten und stellt größtenteils nur den Ausgangspunkt für Touren in die Salzwüste dar. Dies war natürlich auch unser Hauptgrund, nach Uyuni zu reisen.