Nach diesem drei vollgepackt Tagen im Nationalpark war unsere Zeit in Puerto Natales zu Ende. Am folgenden Morgen ging es für uns wieder zum Busbahnhof. Wir fuhren nach El Calafate in Argentinien und verließen somit Chile. Ziemlich genau einen Monat haben wir dort verbracht, auch wenn uns die Zeit viel kürzer vorkam. Chile ist ein tolles Reiseland, doch das kostet auch entsprechend.
Im Bus hatten wir uns die besten Plätze in der ersten Reihe gesichert. Die Fahrt sollte 6 Stunden dauern und wir bekamen sogar einen kleinen Snack in Form eines Trinkpäckchens und eines Müsliriegels. Und dann hieß es Abschied nehmen Chile:m. Die Grenze hatten wir nach ca 1 Stunde erreicht. Alle mussten wir raus aus dem Bus und erhielten einen Ausreisestempel.

Dann ging es 7 km weiter über Niemandsland, bis wir an der argentinischen Migration ankamen. Direkt konnten wir einen Unterschied feststellen, denn die Argentinier hatten keine befestigte Straße. Diese hörte mit dem Herzlich Willkommen Schild von Argentinien auf. Auch die Polizeiststion machte einen viel heruntergekommenen Eindruck. Und einen Einreisestempel gab es auch nicht. Aber sonst hat die Einreise ganz problemlos funktioniert. Und so ging es für uns endlich nach El Calafate.
Der Busbahnhof lag etwas außerhalb der Stadt. Da wir noch kein Bargeld hatten und unsere neue Unterkunft nur etwa 20 Minuten entfernt lag, sind wir den Weg gelaufen. Dabei ging es allerdings auf und ab.

Unsere neue Unterkunft wirkte auf den ersten Blick ganz gemütlich und sehr warm. Unser Vermieter hatte die Heizung voll aufgedreht und lief in T-Shirt und kurzer Hose rum. Von Energie sparen hat ihr wohl noch keiner was gehört. In unserem Zimmer machte er auch als erstes direkt die Heizung an und die bollerte voll. Schnell mussten wir feststellen, dass die Regulierung der Heizung schwierig war, entweder richtig heiß oder fast aus.
Für uns ging es dann erstmal in die Stadt. Ein neues Land heißt immer zwei Dinge: eine Sim-Karte besorgen und Geld holen. Beides stellte sich mal wieder nicht so einfach dar. Den auserwählten Sim-Karten Anbieter konnten wir nicht finden, denn für Patagonien wird ein spezieller Anbieter empfohlen. Und das mit dem Geld ist ganz speziell in Argentinien. Aufgrund der starken Inflation gibt es auch einen inoffiziellen Wechselkurs, den man auf der Straße erhält. Wir sind jedoch nach etwas zögern auch fündig geworden und konnten unsere ersten Dollars wechseln. Da uns das im Vorhinein bereits bekannt war, hatten wir entsprechend Dollars eingepackt.
Ursprünglich wollten wir ein Minitrekking auf dem Gletscher Perrito Moreno machen. Allerdings waren wir hierfür bereits zu spät dran, für die nächsten drei Tage war der einzige Anbieter komplett ausgebucht. Schade, dafür haben wir so eine Menge Geld gespart.
Den ersten Abend in Argentinien wollten wir dann auch gleich mal typisch essen gehen. Und Michi kam voll auf seine Kosten. Es gab ein Stück Lamm mit Kartoffelbrei und ich hatte Linsenbratlinge mit Gemüse. Es war köstlich.

Gut gesättigt ging es dann wieder zurück. Am nächsten Morgen war es Zeit die Umgebung zu erkunden.