Und dann waren wir am Ende der Welt. Für unsere Zeit in Ushuaia hatten wir uns keine großen Pläne gemacht. Denn dies sollte nur der Ausgangspunkt für unser nächstes Reiseziel sein. Also nutzen wir die Zeit um Wäsche zu machen, weiter zu planen, aber auch um unseren gemieteten Parker abzuholen. 

Für einen Ausflug hatten wir uns dann aber doch noch entschieden. Wir wollten mit dem Tren del fin del mundo fahren, also den Zug am Ende der Welt. Dieser begann ursprünglich im Stadtzentrum und ging etwa 25 km in die Natur. Im Jahr 1920 wurde in Ushuaia ein Gefängnis gegründet. Die Gefangenen bauten damals den Zug selber. Hierfür mussten viele Bäume fällen werden. Das Holz wurde anschließend mit dem Zug in die Stadt gebracht. Seit 1947 ist Ushuaia aber aber keine Gefängnisstadt mehr.

Bei einem Erdbeben im Jahr 1949 wurde die Zugstrecke zerstört und erst Anfang der 2000er Jahre durch einen Tourismusbetrieb wieder in Stand gebracht. Allerdings wurden nur die letzten 7 km der 600mm Schmalspurbahn wiederhergestellt. 

Am Bahnhof am Ende der Welt.

Auf der kurzen Zugstrecke gab es auch einen Zwischenstop. Die Gelegenheit nutzten wir um ein Bild mit dem Zug zu machen.

Unser Zug am Zwischenstop.

Hier konnte man sogar einen kleinen Spaziergang zu einem Wasserfall machen. Die Chance haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Wasserfall

Plötzlich kam noch ein weiterer Zug eingefahren, der am Nachbargleis hielt. Sowohl unser Zug, als auch der zweite Zug, waren ziemlich gut besetzt. Der Zug am Ende der Welt ist wohl doch etwas besonderes.

Am Nachbargleis kam ein zweiter Zug an.

Anschließend ging die Zugfahrt noch etwas weiter. Währenddessen wurde uns auch die Geschichte des Zuges erzählt. Es gab sogar eine deutsche Tonspur. An der Endstation wartete dann bereits unser Guide auf uns, denn unser Ausflug würde noch weiter gehen. Wir waren nun bereits im Nationalpark Tierra del Fuego. Gleich zu Beginn haben wir ein paar einheimische Parkbewohner gesehen.

Viele Vögel waren im Nationalpark zu sehen.

Nächster Halt war dann die südlichste Poststation der Welt. Leider hatte diese bereits geschlossen. Am gegenüberliegenden Ufer konnte man bereits wieder Chile sehen. Die zwei Länder waren hier nur durch den Beagle Kanal begrenzt.

Hinter der Insel liegt Chile.

Weiter ging es dann zur Bahia Lapataia. Dies ist ein Fjord vom Beagle Kanal und stellt zugleich auch eine weitere natürliche Grenze zu Chile dar.

Bahía Lapataia im Nationalpark Tierra del Fuego.

Die Landschaft war wunderschön, denn die schneebedeckten Berge im Hintergrund waren grün und rötlich bewachsen. Ein Zeichen dafür, dass der Herbst nun kommt.

Michi an der Bahía Lapataia.

Die Bahia Lapataia stellt auch das inoffizielle Ende der Panamericana dar. Für viele ist der Ort deshalb das Ende der Welt.

Das inoffizielle der Panamericana.

Während eines weiteren kleinen Spaziergangs haben wir wieder Schopfkarakaras gesehen. Die Tiere waren recht zutraulich.

Schopfkarakara

Zum Abschluss ging es noch an eine weitere Bucht, bei der wir ein wenig den Sonnenuntergang sehen konnten. Die Szenerie war wirklich traumhaft.

Sonnenuntergang

Und so endete unser Ausflug im Nationalpark. Der Ausflug war entspannt und schön. Wenn er auch etwas sehr touristisch war, sind wir dennoch froh ihn gemacht zu haben.

Die nächsten Tage in Ushuaia waren wieder sehr entspannt. Mittlerweile stieg die Vorfreude auf unseren nächsten Programmpunkt, denn endlich war es Zeit für das Highlight unserers Sabbaticals: eine Fahrt in die Antarktis.

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