Am nächsten Morgen ging es Richtung Monteverde. Nach ca. 5 Stunden Fahrt hat man direkt wieder eine Änderung des Klimas gespürt. Hier waren wir nun auf ca. 1.200 m über dem Meeresspiegel, 1.200 m mehr als in Quepos. In Monteverde war es sonnig, windig, regnerisch und das alles zeitgleich. Von unserem hübschen kleinen Hotel aus haben wir zunächst einen Spaziergang in den Ort gemacht. Etwas gestärkt ging es dann schon wieder in Richtung Hotel, da für abends bereits ein Programmpunkt geplant war.
Eine Nachtwanderung im Nebelwald
Mit Einbruch der Dunkelheit, welche hier aufgrund der Nähe zum Äquator schnell aufkommt, wurden wir abgeholt. Am Eingang zum Nebelwald erhielten wir alle von unserem Guide Joaquin noch eine Taschenlampe, damit wir sehen wohin wir treten. Und dann ging es auch schon los.

Im Nebelwald war es stockfinster. Wir gingen zunächst tiefer in den Wald rein und das mit flotten Schritten. Bereits kurze Zeit später hatten wir ein kleines Tier gefunden. Der Körper dieses Käfers sieht aus wie ein Blatt und fügt sich somit gut und die Natur ein. Auf den ersten Blick hatten wir alle lediglich dieses gesehen.

Und weiter ging es. Ab und an gab uns Joaquín Anweisungen, die Taschenlampen auszumachen. Durch unsere vielen Lichter könnten Tiere verscheucht werden.

Und dann hatte er bereits ein weiteres Tier gefunden. Im ersten Moment konnte ich das kleine Tier nicht zuordnen, aber schnell errieten die anderen, dass es ein Skorpion war, ein Baby sogar. Bereits dieses kleine Tier ist giftig, aber nicht tödlich.

Und dann wurde es noch richtig krass. Im UV-Licht leuchtete der Skorpion grün. Aufgrund eines Moleküls in seinem Panzer entsteht dieses Phänomen.

Weiter ging die Suche. Am Rande des Flusses, welcher durch den Wald fließt, fanden wir einen kleinen Frosch. Seelenruhig saß dieser auf einem Blatt und wäre von einem ungeübten Auge sicherlich übersehen worden. Woher der kleine Frosch seinen Namen hat, lässt sich beim Anblick leicht erklären.

Beim nächsten Tier mussten wir ausnahmsweise mal hoch schauen. Im Baum saß ein Tukan. Unser Guide erklärte uns, dass dieser gerade schläft und seinen Kopf deshalb mit einem Flügel bedeckt. An der linken Seite ist sein Schnabel, welcher an der Spitze rot ist, jedoch gut zu erkennen. Die Farben des Tukan sind wirklich wunderschön. Hoffentlich sehen wir bald noch einen in voller Pracht.

Für das nächste Tier mussten wir uns dieses Mal sogar bücken. Versteckt in einem kleinen Bau saß eine Tarantel. Wir konnten sogar einen Blick auf sie in voller Größe erhaschen, als sie fast aus ihrem Versteck gekommen war. Allerdings wurde sie durch unsere Bewegungen und die Vibration im Boden verschreckt und ist schnell wieder in ihren Bau zurückgekehrt.

Als nächsten sahen wir einen wunderschönen Schmetterling. Dieses schlief, da er unterhalb eines Blattes hing. Sein besonderes Merkmal sind die transparenten Flügel, weshalb diese Art Glasflügel Schmetterling heißt.

Anschließend mussten wir wieder hoch in die Bäume schauen. Die hellgrüne Schlage, welche sich um einen Ast gewickelt hatte, war gar nicht so einfach zu finden. Diese Schlage ist ebenfalls giftig gewesen.

Das größte Highlight der Nachtwanderung konnten wir allerdings nicht bildlich festhalten. Aus nächster Nähe konnten wir ein Faultier sehen, welches gerade den Baum wieder hinaufgeklettert ist. Entgegen der Annahme, dass Faultiere wirklich langsam sind, hat sich dieses ziemlich schnell bewegt. Da hatten wir wirklich Glück gehabt. Lediglich einmal pro Woche kommen die Faultiere runter auf den Boden um dort ihr großes Geschäft zu verrichten. Als das Tier wieder oben angekommen war, konnten wir lediglich seine Hinterlassenschaften sehen.
Die Nachtwanderung war ein voller Erfolg. Wir haben viele verschiedene Tiere gesehen, das hätten wir so nicht erwartet. Die Tiere in freien Wildbahn zu sehen ist wirklich spektakulär.
Für den nächsten Morgen gab es auch bereits wieder einen Programmpunkt. Hierzu hatten wir uns am Vortrag kurzfristig entschlossen.
Ziplining
Gegen halb acht wurden wir morgens im Hotel abgeholt und fuhren zum Adventure Park. Zum Frühstück gab es nur einen Kaffee und ein Milchbrötchen. Ein größeres Frühstück fiel aus, da wir dieses später nicht wiedersehen wollten. Wir fuhren zum Ziplining – worauf hatten wir uns da nur eingelassen?!

Ausgestattet mit einem Geschirr, Helm und verstärkten Handschuhen erhielten wir eine kurze Einweisung. Nun erklärte sich auch, warum die Handschuhe verstärkt waren. Mit der zusätzlichen Lederschicht mussten wir bremsen. Zum Testen gab es zwei kurze, einfache Strecken. Wem dies nicht gefiel, konnte anschließend aussteigen.

Mir haben die ersten Seilrutschen großen Spaß gemacht und ich hatte Lust auf mehr. Von nun an wurden die Rutschen stetig höher und länger und man ist nur so hin und her gezippt. Vor den letzen zwei Seilrutschen gab es nochmal die Möglichkeit auszusteigen. Hierbei handelt es sich um die längste Seilrutsche Lateinamerikas. Wer diese angetreten ist, musste auch die zweite und letzte Seilrutsche machen. Einen anderen Rückweg gab es nicht. Dann also los.

Für die letzten beiden Seilrutschen wurde auch die Möglichkeit angeboten, diese als „Superman“ zu „fliegen“. Hierfür erhielt man ein spezielles Geschirr und wurde am Rücken an der Seilbahn befestigt. Vor dem ersten Abflug war es mir mulmig, aber schnell entschädigte der einmalige Blick auf das Tal. Die Aussicht war wunderschön und ich konnte diese vielmehr genießen, da der Blick direkt ins Tal ging.

Das Ziplining war ein einmaliges Erlebnis, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich bin froh dies ausprobiert zu haben und die Chance hierfür in Costa Rica genutzt zu haben. Ein weiteres Mal Ziplining in nächster Zeit bräuchte ich allerdings vorerst nicht. Morgen geht unsere Reise auch schon wieder weiter, unser nächstes Ziel ist La Fortuna.