Der Rückweg nach Ushuaia
Es war eine sehr unruhige Nacht. Mal rollte das Boot von links nach rechts, mal kippte es von vorne nach hinten. Dementsprechend unerholsam war der Schlaf. Für den heutigen Tag standen zwei Aktivitäten an. Was genau würde laut Plan vom Wetter abhängen.
Da wir generell unsere Rückfahrt früher gestartet haben, konnten wir so einem großen Unwetter entgehen. Der Wellengang beruhigt sich deshalb auch bald wieder. Wir hatten wieder wahnsinnig viel Glück gehabt, denn die Wellen während der Drake Passage waren maximal 2 bis 3 Meter hoch. Während wir auf der Brücke waren, konnten wir auch wieder tolle Ausblicke genießen. Wir haben noch zwei Wale gesehen. Meist hat man nur in der Ferne eine kleine Fontäne gesehen, wenn diese Luft ausgestoßen haben. Meist war die Zeit für ein Foto zu knapp, doch einmal haben wir Glück gehabt. Dieser Wal hat sich in voller Pracht gezeigt und uns am Ende sogar noch mit der Flosse gewunken. Wunderschön! Die Tiere sind gigantisch, die Flosse hatte wahrscheinlich eine Breite von 5 bis 6 Metern.

Am Vormittag gab es einen weiteren Vortrag. Thema war diesmal die ersten Expeditionen auf der Antarktis. Für den Nachmittag standen noch ein paar weitere Programmpunkte an. Da dies nun der letzte gemeinsame Abend war, stellte uns die Crew unsere tatsächliche Reiseroute nochmal vor. Da diese stets vom Wetter abhängt, ist sie sehr variabel. Daher ist jede Reise in die Antarktis anders. Wir waren beispielsweise in der Saison 22/23 die einzige Tour welche Deception Island besucht hat. Generell hatten wir Glück jeden Tag zumindest einen Landgang gemacht zu haben. Bei den ersten beiden Tagen in der Antarktis hatten wir sogar richtig schönes Wetter. Der Kontinent Antarktika ist ziemlich groß, dieser ist sogar größer als Europa und wir haben nur einen winzig kleinen Ausschnitt gesehen.

In Summe sind wir 1572 nautische Meilen (2911 km) mit der MS Ushuaia gefahren. Das ist mehr als die Strecke von Frankfurt nach Reikiavik.
Am letzten Abend an Board erhielten wir alle ein Zertifikat, dass wir die gefährlichen Gewässer der Drake Passage überstanden und den Kontinent Antarktika betreten haben.

Übergeben wurden die Zertifikate von dem Kapitän, dem Expeditionsleiter Pepe und den anderen Tourguides. Gerne haben sie für ein Foto posiert.

Anschließend bedankte sich Pepe bei uns allen, aber auch bei der Crew. Hierfür stellte er uns auch einige Crew-Mitglieder vor. Denn gerade ohne die Arbeiter im Maschinenraum, wäre die Tour nicht möglich gewesen. Mit einem tosenden Applaus wurden sie alle begrüßt. Zur Feier des Tages gab es dann noch ein Gläschen Champagner für alle. Was ein schöner Abschluss. Der Abend war allerdings noch nicht vorbei, denn es stand noch unser Farewell-Dinner. Hierfür waren die Tische im Essenraums schick eingedeckt und das Menü war auch besonders. Da wir im ruhigen Beaglekanal waren gab es keinen Bedarf mehr an Antirutschmatten auf den Tischen.

Als Vorspeise gab es eine Portion Ceviche aus rotem Thunfisch.

Das Hauptgericht war Steak mit einem Erbsen-Kartoffel-Püree.

Und als Nachtisch gab es einen traditionellen argentinischen Schokoladen-Kuchen. Der war so lecker, dass Michi keine Zeit für ein Bild geblieben ist. Für einen letzten Drink gingen wir dann nochmal an die Bar. So konnten wir den Abend auch mit unseren Bekannten ausklingen lassen. Denn in den vergangenen 10 Tagen hatten wir uns stets in einer kleinen Gruppe wiedergefunden. Sie bestand aus einem Paar Schweizer, einem Paar Amerikaner und zwei Irinnen.
Doch danach hieß es wieder packen. Da dies während der Drake Passage unmöglich war, mussten wir dies eben Jetzt am letzten Abend machen. Anschließend fielen wir ein letzte Mal müde ins Bett.
Als wir am Morgen aufwachten, lagen wir bereits wieder im Hafen von Ushuaia. Das Einlaufen hatte in der Nacht keiner bemerkt. Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück an Bord haben wir uns von unseren neuen Freunden verabschiedet. Unser Gepäck wurde dankenswerter Weise für uns an Land getragen. Und dann hatten wir nach 10 Tagen wieder festen Boden unter den Füßen.

Und zum Abschied machten wir noch ein Foto mit unserem Zuhause der letzten Tage.

Die Zeit auf dem Schiff war unglaublich. Voller neuer Eindrücke und Erlebnisse sind wir zurückgekehrt. Mit einem lachenden, aber auch einem weinenden Augen verließen wir den Hafen.