Nach 10 Tagen auf dem Schiff, waren wir froh endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Da sich die Ankunft des Schiffes in Ushuaia aufgrund des Wetters hätte verspäten können, hatten wir zwei zusätzliche Nächte in Ushuaia eingeplant. Allerdings kamen wir pünktlich an und so blieben uns noch zwei weitere Tage in der südlichsten Stadt der Welt. 

Zunächst Standen ein paar organisatorische Aufgaben an. Wir haben unsere Wäsche zur Reinigung gebracht, denn nach 10 Tagen hat sich doch einiges eingesammelt. Und anschließend gaben wir unsere geliehenen Parker wieder zurück. Sie hatten uns einen guten Dienst erwiesen und ich war froh, dass wir sie dabei hatten. Und während wir durch die Stadt liefen, trafen wir viele andere von der Fahrt sogar auch Personal, da wir ja die letzte Tour der Saison waren. Für sie hieß es jetzt auch endlich mal Dienstende.  

Und dann hieß es erstmal etwas Schlaf nachholen und die Ereignisse der letzten Tage Revue passieren lassen. Wahnsinn, was wir erlebt hatten. Wir mussten uns auch wieder dran gewöhnen, dass der Boden nicht mehr schaukelte. Denn unsere Sinne täuschten uns und wir dachten weiterhin, dass wir schaukeln würden. Nach zwei Tagen war dies aber vergangen. 

Letzter Blick auf die MS Ushuaia.

Wir nutzen auch die restliche Zeit in Feuerland, um das Kultgetränk der Argentinier zu probieren: den Mate-Tee. Der Tee aus kleingeschnittenen Blättern wird traditionell aus der Kalebasse getrunken. Dies ist ein Trinkgefäß aus einem ausgehöhlten und getrockneten Kürbis. Die dazugehörige Bombilla ist ein Metall-Strohhalm, der unten ein Sieb hat. Das Trinkgefäß wird etwa bis zur Hälfte mit den Kräutern gefüllt und anschließend mit heißem Wasser aufgegossen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Tee, wird der Mate-Tee immer wieder neu aufgegossen. Stellenweise wird der Mate auch mit Zucker und Stevia versüßt.

Martina mit Mate

Wie eine kleine Teezeremonie angereichtes, bekam ich den Mate-Tee im Cafe. Die genaue Anwendung mussten wir zunächst googeln, da wir etwas planlos waren. Denn wir bekamen eine Kanne mit heißem Wasser, einem bereits mit Mate gefülltem Trinkgefäß und ein weiteres Becherchern mit zusätzlichen Mate. Wir goßen also einfach das heiße Wasser über den Mate und ließen es kurz ziehen. Dann wars Zeit zum probieren und was soll ich sagen, es war widerlich. Der Mate schmeckte total bitter und herb und alles andere als angenehm. Da half auch mehr Wasser nicht weiter. Auf die Idee, diesen mit Zucker zu versüßen, bin ich gar nicht gekommen. Aber eventuell haben wir bei der „Zubereitung“ auch etwas falsch gemacht, denn die Nebendran sitzenden Argentinier schauten uns ganz skeptisch zu.

Und dann war es Zeit für uns Feuerland wieder zu verlassen. Für uns ging es nun in die Hauptstadt des Landes, nach Buenos Aires. Der einfachste Weg hierfür war mal wieder das Flugzeug, denn das Land ist wirklich groß. Der Flug sollte 3,5 Stunden dauern. 

Unser Flieger nach Buenos Aires.

Bereits als wir in Ushuaia landeten, merkte man, dass Feuerland auch das Land der Winde genannt wird. Doch nun war dies deutlich spürbar. Der Start war wirklich furchtbar. Es ruckelte, der Flieger wackelte nach rechts und links und hoch und runter. So etwas hab ich bislang noch nie erlebt. Als wir endlich über den Wolken waren, beruhigte sich die Lage allerdings wieder. So konnten wir den Rest des Fluges wieder halbwegs normal atmen. Der Flug wird uns noch lange in negativer Erinnerung bleiben.  

In Buenos Aires wurden wir dann mit angenehmen 25 °C begrüßt. Mit einem Uber ging es dann zu unserer Unterkunft. Für die Zeit hatten wir uns wieder für eine Airbnb Wohnung entschieden. Diese lag im Viertel Recoleta. Das große Highlight der Wohnung war die Küche, die richtig gut ausgestattet war. Und wir freuten uns sehr endlich wieder selber kochen zu können. 

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