Wie immer, wenn wir in einer neuen Stadt sind, entschieden wir uns für eine Free Walking Tour. Wir begannen zunächst mit einer Tour durch unseren Stadtteil Recoleta.

Free Walking Tour „Recoleta und Retiro“

Der Treffpunkt der Tour war allerdings doch einiges entfernt, sodass wir zunächst mit einem Uber dorthin fuhren. Dies lässt schon erahnen, wie groß die Stadt eigentlich ist. Aufgrund des Osterwochenendes war die Tour sehr voll. Von unserem Anbieter starteten vier Touren mit jeweils über 30 Personen. Mit unserem Guide Mariano ging es dann los. Und gleich zu Beginn passierten wir die Avenida 9 de Julio. Mit 23 Spuren ist sie wohl die größte Straße der Stadt, wenn nicht sogar des Landes oder mehr. Letztes Jahr gingen Bilder der Straße durch die ganze Welt, denn sie war gefüllt von Menschen, 5 Millionen um genauer zu sein. Diese feierten den Sieg der Weltmeisterschaft im Dezember. Somit waren über 10 % der argentinischen Bevölkerung zum Feiern auf dieser Straße zusammen gekommen .

Avenida 9 de Julio.

Die Tour führte uns dann weiter durch kleinere Straßen. Immer wieder gab es wunderschöne Häuser, neben modernen Gebäuden zu sehen. In der Gegend war kein einheitlicher architektonischer Stil zu finden, sondern es gab einen Mix aus vielen verschiedenen Stilrichtungen und das direkt nebeneinander. Jedoch wirkte alles sehr europäisch.

Spiegelung einer klassisichten Fassade im modernen Glas.

Die Mai-Revolutionen im Jahr 1810 gipfelten in der ersten gebildeten Regierung des Staates, unabhängig von der Spanischen Krone. Von dieser wurde das Land im 16. Jahrhundert kolonisiert. Zum 100. Jubiläum der Mai-Revolutionen erhielt die Stadt einige Geschenke von ihren Freunden. Und so schenkte Großbritannien dem Land einen Glockenturm, der an den Big Ben erinnert. Der Turm hieß zunächst Torre de los Inglesses (Turm der Engländer), doch aufgrund der Ereignisse im Jahr 1982 wurde dieser zum Torre Monumental umbenannt.

Geschenk der Engländer für 100 Jahre Argentinien – da waren die Beziehungen noch besser.

Grund für die Umbenennung war der Falklandkrieg. Für die gefallenen Soldaten gibt es ein Denkmal in Buenos Aires. Dieses liegt übrigens direkt gegenüber vom Torre Monumental.

Der Falklandkrieg ist in Argentinien noch allgegenwärtig. Überall begegneten uns Schilder mit der Aufschrift „las Malvinas son argentinas“. Dies heißt so viel wie die Falklandinseln sind argentinisch.

Gedenken an den Falklandkrieg.

Die Tour führte uns weiter durch diesen hübschen Stadtteil. Hier bestaunten wir weitere wunderschöne Gebäude. Die Gegend machte einen sehr gepflegten und wohlhabenden Eindruck.

Brasilianische Botschaft.

Die Tour brauchte uns unseren Stadtteil etwas näher. Bislang machte Buenos Aires einen tollen Eindruck auf uns und wir waren gespannt, was es noch zu entdecken gab.

Free Walking Tour „Klassik“

Am nächsten Tag machten wir erneut eine Free Walking Tour, allerdings mit einem anderen Anbieter. Unser Guide Rodrigo hat sogar mal einige Zeit in Berlin gelebt. Er führte uns durch das Zentrum der Stadt und erklärte allerhand Interessantes. Treffpunkt stellte der wunderschöne Nationalkongress der Stadt dar.

Nationalkongress.

Gegenüber vom Nationalkongress gab es einen Platz mit einer Statue. Diese war eingezäunt. Rodrigo erklärte uns, dass die Statue eigentlich mit Kupferfiguren dekoriert gewesen war. Diese wurden allerdings geklaut, denn als die Wirtschaftskrise begann, versuchten die Bewohner alle an Geld zu kommen.

Auch in der Innenstadt gab es keinen einheitlichen architektonischen Stil. Lediglich in einer kleinen Seitenstraße hatten die Häuser einen einheitlichen Stil. Sie erinnert etwas an Paris.

Wie in Paris.

Rodrigo gab uns weiterhin den Tipp beim Laufen durch die Stadt auch mal nach oben zu schauen. Wir waren zunächst noch damit beschäftigt auf den Weg zu achten und Hundehäufchen auszuweichen. Doch dann ging auch unser Blick nach oben und die Stadt wurde noch schöner. So hielten wir am Palacio Barolo. Dieser wurde in 1923 fertiggestellt und vom italienischen Einwanderer Luis Barolo in Auftrag gegeben. Zu seiner Fertigstellung galt der Palacio Barolo als das höchste Gebäude Südamerikas. Die Gestaltung des Gebäudes erinnert an den Palacio Salvo in Montevideo. Heute ist es ein Bürogebäude mit einer Roof Top Bar oben.

Palacio Barolo.

Und bei einer klassischen Stadtführung durch Buenos Aires darf eine Person nicht fehlen: Eva Maria Duarte de Perón, vielen auch als Evita bekannt. Ein Porträt von ihr ragt auf einem Hochhaus und ist unübersehbar. Dies ist übrigens auch das einzige Haus auf der Avenida 9 de Julio, was bei deren Ausbau nicht entfernet wurde aufgrund des Porträts. Rodrigo gab uns einen kurzen Abriss über Evitas Leben, das bereits mit 32 Jahren endete. Er empfahl uns auch die Geschichte nach ihrem Tod zu recherchieren, denn diese sei teilweise ebenso interessant.

Evita

Unsere Tour endete am Plaza de Mayo, dem Hauptplatz der Stadt. Wir konnten hierbei noch den Palast des Präsidenten sehen. Aufgrund seiner Farbe wird dieser auch Casa Rosada genannt, denn er ist wirklich rosa. Für uns ging es dann mit einem Uber wieder zu unserer Unterkunft, denn wir hatten noch ein bisschen was für unsere letzten Tage zu planen.

Reserva Ecológica de Buenos Aires

Den folgenden Tag ließen wir ganz entspannt angeben. Wir wollten an die Küste und machten deshalb einen Spaziergang in der Reserva Ecológica de Buenos Aires. Dies ist ein großer Park und liegt zwischen den Hochhäusern des modernen Buenos Aires und dem Rio de la Plata.

Lagune in Buenos Aires.

Obwohl der Rio de la Plata „nur“ ein Fluss ist konnten wir leider nicht die andere Seite sehen. Dort liegt das kleinste spanischsprachige  Land Südamerikas – Uruguay. Der Fluss hat im Bereich der Reserva Ecológica de Buenos Aires eine Breite von 50 km. Dies ist jedoch nicht bei weitem die breiteste Stelle. Über 200 km misst der Rio de la Plata an dem Ort mit seiner größten Ausdehnung. Unfassbar!

Im Park gab es am Rio de la Plata sogar einen kleinen Strand, doch der lud nicht zum baden ein.

Es gab sogar einen kleinen Strand.

Wir erhielten sogar einen Blick auf die Fähre von Buquebus. Diese fährt in 3 Stunden nach Montevideo in Uruguay. Ob das was für uns wäre?!

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