Mit dem Bus sind wir etwa 3 Stunden von Montevideo nach Colonia del Sacramento gefahren. Die Fahrt war sehr angenehm und währenddessen konnten wir immer mal wieder einen Blick auf den Río de la Plata erhaschen. Colonia del Sacramento ist ein kleines Städtchen nordwestlich von Montevideo. Es ist die älteste Stadt Uruguays und hat eine wunderschönen Altstadt. Dies hat auch die UNESCO erkannt und die Altstadt zum Weltkulturerbe erklärt.
Nachdem wir also unser hübsches Hotel bezogen hatten, sind wir direkt mal los in die Altstadt. Da Colonia ja relativ klein ist, kann man alles gut zu Fuß erreichen. Und begrüßt wurden wir von einem gut erhaltenen Stadttor. Denn im 17. Jahrhundert wurde in Colonia von den Portugiesen ein Fort errichtet. Erst im 18. Jahrhundert wurde Colonia den Spaniern zugesprochen. Deshalb sind der Altstadt viele portugiesische Einflüsse zu erkennen.

So nah am Wasser gelegen darf ein Leuchtturm natürlich nicht fehlen.

Und diesen haben wir uns nicht nur aus der Ferne angeschaut, sondern auch gleich mal von Innen und von oben. Nach dem 123 Stufen wurden wir mit einem tollen Ausblick belohnt.

Da die Stadt sehr klein ist, ist natürlich auch das Angebot von Stadtführungen geringer. Wir gingen also zur Touristeninfo, um uns beraten zu lassen. Touren in Englisch wurden nur am Wochenende angeboten, das wir gerade verpasst haben. Eine Tour auf Spanisch oder eine private Tour auf Englisch für 150 USD wollten wir nicht haben. Das bekommen wir doch bestimmt auch selber hin. Die Dame von der Touristeninfo gab uns dann noch ein paar Tipps, was man außerhalb der Altstadt noch machen könnte. Sie erzählte, es gibt eine ehemalige Stierkampfarena, in der jetzt Weinproben angeboten werden. Wein?! Na das klingt doch ganz nach uns. Also entschieden wir uns, erstmal zur Stierkampfarena zu gehen. Der Weg dorthin führte uns etwa 5 km an der Küstenpromenade entlang.

Das Wetter spielte uns gut in die Karten. Es war sonnig, aber dennoch kühler und windig. Der Weg war gut ausgebaut, aber leider führte ein Großteil davon an der Hauptstraße entlang. Das Wasser konnten wir nur durch die Bäume erkennen. Doch bald hatten wir unser Ziel erreicht: die Stierkampfarena.

Sie wirkte imposant und war wunderschön. Betreten konnte man diese nur mit einer Tour, die es natürlich nur auf Spanisch gab. Also nein danke, wir wollten ja sowieso lieber eine Weinprobe machen. Als wir die kleine Bodega fanden, wusste dort keiner was von einer Weinprobe. Schade. Dann tranken wir eben einen Café con leche. Und etwas Glück hatten wir dann doch noch, denn als wir noch kurz aufs Klo wollten, durften wir in die Stierkampfarena hinein. Somit konnten wir einen Blick ins Innenleben erhaschen.

Wir spazierten den Küstenweg also wieder zurück. Den restlichen Nachmittag machten wir uns einen Plan für den nächsten Tag, wenn wir die Altstadt auf eigene Faust erkunden wollten.
Einen Tip hatte uns die Dame von der Touristeninfo noch gegeben. Am Abend würde es im Kulturzentrum eine Tango-Show geben, kostenfrei. Da das Zentrum um die Ecke von unserem Hotel lag, sind wir da abends mal hingegangen. Gefühlt waren wir die einzigen Ausländer und es war schön zwischen all den Einheimischen unterzutauchen. Zu Beginn wurde ein Bürger der Stadt geehrt, der selber Tangos komponiert hat. Und dann ging die Show los. Erst sang der örtliche Chor und anschließend kam ein Trio auf die Bühne und spielte Tangos. Wir waren beide etwas verwundert, da wir dachten, es würde Tango getanzt werden. Dem war aber nicht so, denn es wurde nur Tango Musik gespielt. Dennoch hat uns die Show sehr gut gefallen, vor allem als beim letzten Lied die Einheimischen aufstanden und mitsangen.
Am nächsten Morgen gingen wir wieder in die Altstadt. Der Einfluss der Portugiesen war sehr präsent. Es gab sogar ein Fliesen Museum, denn die Portugiesen sind ja für ihre Azulejos bekannt.

Wir schlenderten durch die Altstadt und gingen durch die kleinen Gässchen. Ab und zu gab es ein Café oder einen Souvenirladen, aber weit weniger überlaufen als man es aus Spanien kennt.

Es gab auch eine Menge Museen in dem kleinen Städtchen, die man mit einem einzigen Ticket besichtigen konnte. Da diese zu 99 % auch nur auf Spanisch waren, schlenderten wir weiter durch die Altstadt. Alles wirkte ganz entspannt, relaxt und nicht so chaotisch und stressig wie in Montevideo noch.

Colonia gefiel uns sehr gut, doch mehr als zwei Tage muss man hier nicht bleiben. Für uns war es auch wieder an der Zeit weiterzuziehen. Und somit war es auch an der Zeit Uruguay wieder zu verlassen.
Am Folgetag ging es mit der Fähre zurück nach Buenos Aires. Dieses Mal hatten wir uns für einen günstigeren Anbieter empfohlen und den größten Nachteil bekamen wir direkt zu spüren. Unser Gepäck wurde nicht eingecheckt, sondern wir mussten es selber mit aufs Schiff nehmen. An sich wäre das ja gar nicht so schlimm gewesen, aber wir mussten ja auch wieder ein- und ausreisen. Nach einer halben Stunde Warten in der Schlange erhielten wir dann unseren uruguayischen Ausreisestempel. Dann ging es aufs Schiff für etwa 1 Stunde und 15 Minuten. Und in Argentinien mussten wir dann auch erstmal wieder einreisen. Glücklicherweise ging das alles problemlos und wir fuhren direkt zu unsere Wohnung für die letzen Tage.
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