Wir hatten uns wieder für eine Airbnb Wohnung entschieden, dieses Mal allerdings in einem anderen Stadtteil und zwar in Palermo. Im 13. Stock hatten wir einen tollen Ausblick auf die Stadt.

Blick auf die Stadt.

Die Wohnung war zwar klein, aber dafür gut ausgestattet und es gab sogar eine Nespresso-Maschine mit Kapseln. Für den selben Abend hatten wir auch bereits eine Veranstaltung gebucht. Es ging zu einer Tango Show.

La Ventana Tango Show

Die Location kannten wir, da wir dort vor Kurzem zu einer Weinprobe waren. Dieses Mal hatten wir aber das volle Programm gebucht: Weinprobe, Abendessen und Tango Show. Die Weinprobe, wieder beim Sommelier Franklin, war dieses Mal leider nicht ganz so gut. Neben uns und vier Brasilianern, gab es auch noch eine Gruppe von 12 Leuten. Diese schienen sich für alles, nur nicht für die Weinprobe zu interessieren. Im Nachbarraum gab es z.B. eine Tanzstunde und dort sind sie als hin und her gelaufen. Es war wirklich nervig. Franklin hat sich dennoch nicht aus der Ruhe bringen lassen und wir 6 haben das Beste draus gemacht. Gestartet sind wir mit einem Torrontés, der bedeutendsten Weißwein-Sorte Argentiniens. Anschließend folgten noch ein Syrah und ein Malbec. Von den dreien war mal wieder der Malbec unser Favorit.

Anschließend ging es zum Abendessen. Da wir die Weinprobe vorher gebucht hatten, erhielten wir bessere Sitze auf der Empore. Hierdurch konnten wir auf die anderen Gäste hinabschauen. Der Saal füllte sich schnell und es wurde ziemlich laut.

Die Show war im Keller.

Für das Abendessen konnten wir jeweils bei Vorspeise, Hauptgericht und Nachtisch zwischen ein paar Gerichten auswählen. Michis Wahl fiel mal wieder auf ein Steak. Für mich gab es Nudeln. Zum Essen gab es auch eine Flasche Wein, die inkludiert war.

Für Michi gab es (schon wieder) Steak.

Der Service war leider sehr langsam, aber das Essen war ganz in Ordnung. Und nach dem Dessert war es dann endlich so weit für die Tango Show. Wir hatten einen recht guten Blick auf die Bühne. Auch hier gab es zunächst nur Tango Musik. Dann folgten die Tänzer, Folklore Musik und anschließend wieder Tänzer. Die Show hat uns wirklich gut gefallen und war ein toller Abschluss für den Abend

Tango mit Live Musik.

Der Abend war lang und wir gingen direkt ins Bett, da wir für den nächsten Tag auch bereits eine Tour anstehen hatten.

Weingut vor den Toren Buenos Aires

Wir hatten eine Tour zu dem Weingut Gamboa gebucht. Die größte Besonderheit dieses Weinguts ist, dass es unweit der Stadt Buenos Aires liegt. Eigentlich ist dies nicht die beste Region für Wein, doch das junge Weingut experimentiert viel, um dort Wein anbauen zu könne. Der Großteil der Weine kommt aus der Region von Mendoza oder Salta des Landes.

Zu Beginn erhielten wir eine Führung über die Weinberge, bei der uns der Anbau und die Verarbeitung erklärt wurden. Eine der Flächen im Weingut nannte sich Bibliothek. Hier werden Sorten aus der ganzen Welt angebaut, es gab sogar eine Reihe Riesling.

Die Bibliothek.

Und anschließend ging es dann zu einer kleinen Weinprobe. Da das Weingut noch sehr klein ist, hat es sich mit anderen Weingütern aus Mendoza und Salta zusammengeschlossen. Diese Weingüter produzieren einen Teil ihrer Ernte ausschließlich für das Weingut Gamboa. Somit konnten wir auch Weine aus Mendoza und Salta probieren. Auch hier begannen wir mit einem Weißwein, gefolgt von einem Pino Noir und einem Malbec. Mal wieder war der Malbec der beste Wein.

Weinprobe mit Brot und Käse.

Und anschließend gab es noch ein Mittagessen. Das kleine Restaurant liegt mitten in den Weinbergen, die Location war also wirklich traumhaft. Und das Essen war wahnsinnig lecker und sehr sehr viel. Vorspeisen und Beilagen wurden ständig wieder auf unseren Tisch gestellt, die Auswahl war sehr groß. Und dazu gab es Malbec, auch in großen Mengen. Denn hierbei haben sie wirklich nicht gegeizt.

Unser Tisch.

Die Tour war wirklich schön und wir haben uns mit den mitgereisten Amerikanern und unserem Guide gut unterhalten.

Für den folgenden Tag hatten wir ebenfalls schon einen Programmpunkt, dieses Mal allerdings ohne Wein.

Hop On Hop Off Bus

Wir wollten endlich mal mit dem Hop On Hop Off Bus durch die Stadt fahren. Als wir das erste Mal in der Stadt waren, über die Osterfeiertage, waren die Busse proppenvoll und es gab lange Schlangen vor den Stationen. So wollten wir nicht mitfahren. Glücklicherweise hat sich der Andrang nach den Feiertagen wieder gelegt. Also nutzen wir die Chance und buchten uns ein Ticket. Da wir bereits einiges von der Stadt gesehen hatten, wollten wir erstmal eine komplette Runde mit dem Bus fahren. Die ganze Strecke sollte über 3 Stunden dauern, das zeigt auch mal wieder wie groß die Stadt ist. Anfangs hatten wir uns einen Platz oben, draußen genommen. Von hier aus könnte man gut Fotos machen. Doch nach einiger Zeit sind wir in die erste Reihe umgezogen. Von hier hat man einfach einen besseren Blick.

Zwei Touristen on Tour.

Gerade zu Beginn kamen uns viele Gebäude bekannt vor. Doch vom Bus aus hat man noch mal einen ganz anderen Blick auf die Stadt. Ebenfalls haben sich so erst Zusammenhänge ergeben, wie nah manche Attraktionen doch beieinander liegen.

Historisches Museum.

Ebenfalls präsent waren auch mal wieder die Falklandinseln. Hier werden sie Malvinas genannt.

Die Malvinas vereinen uns.

Wir genossen die Fahrt sehr und ließen nochmal alles auf uns wirken. Die Stadt hat einen ganz besonderen Charme und ist einfach wunderschön.

Der Nationalkongress.

An jeder Ecke gab es schöne Häuser und dazwischen immer viel grün, ob Bäume oder Parks.

Die französische Botschaft.

Während der Fahrt war deutlich spürbar, dass es immer nebeliger wurde. Der ganze Himmel und bald auch einige Hochhausspitzen verschwanden im Nebel. Am nächsten Tag erfuhren wir, dass dies kein gewöhnlicher Nebel oder Smog war, sondern Rauch. Im benachbarten Uruguay gab es Waldbrände, deren Rauch bis zu uns nach Buenos Aires zogen.

Palacio Barolo

Die Fahrt führte uns in Ecken, in denen wir zuvor noch gar nicht waren. Aber die Hauptattraktionen hatten wir alle mitgenommen. Und dann fuhren wir auch am Nationalmonument vorbei: dem Obelisken. Im Hintergrund ist im Nebel noch Evita zu erkennen.

Der Obelisk.

Nach der Rundfahrt nutzen wir die Zeit noch für einen Spaziergang. Endlich wollten wir mal zum Obelisken laufen und ein Foto machen. Zu dieser Zeit war der ganze Himmel bereits im Nebel/Rauch verschwunden.

Beweisfoto – wir waren da.

Nach unserem Spaziergang nutzen wir den Bus auch noch für die Heimfahrt. Zwar dauerte diese so länger, als wenn wir ein Uber genommen hätte und wahrscheinlich sogar länger als wenn wir einfach gelaufen wären, aber es gefiel uns einfach durch die Stadt zu fahren. Ein letzten Mal konnten wir somit die Innenstadt bewundern. Für den nächsten Tag hatten wir zwar auch Pläne, aber diese führten uns nördlich aus der Stadt hinaus.

Ausflug nach Tigre

Wir fuhren am nächsten Morgen nach Tigre. Der ursprüngliche Plan bestand darin, in Buenos Aires in ein Boot umzusteigen, den Río de la Plata hinaufzufahren um dort in das Tigre Delta zu fahren. Aufgrund des weiterhin bestehenden Rauchs wegen der Brände in Uruguay, fiel dieser Plan allerdings flach. In Hafennähe konnte man kaum das nächste Gebäude sehen, da hätte eine Bootstour wenig Sinn gemacht und wäre auch noch gefährlich. Deshalb fuhren wir zunächst mit dem Auto nach Tigre, in der Hoffnung, dass sich der Rauch etwas legt.

Tigre

Die Stadt erhielt ihren Namen übrigens aufgrund eines Missverständnisses. Als die ersten Spanier in diese Gegend kamen, sahen sie Jaguars, hielten sie allerdings für Tiger, im Spanischen Tigre. Daher haben die Stadt und auch die Region diesen Namen erhalten.

Die Stadt Tigre grenzt an das Delta des Flusses Paraná. Dieser war uns noch vom Dreiländereck Argentinien-Brasilien-Paraguay bekannt. Etwa 10 km von der Stadt entfernt mündet der Fluss Paraná in den Río de la Plata. Im Delta gibt es ganz viele Inseln, die größtenteils bewohnt sind. Sie können allerdings nur per Boot erreicht werden. Aufgrund dessen ist Tigre zu einem begehrten Naherholungsgebiet geworden. Viele Bewohner der Stadt Buenos Aires verbringen dort ihre Wochenenden oder die Ferien.

Hotel im Tigre Delta

Glücklicherweise hatte sich der Rauch etwas gebessert und wir konnten eine Bootstour im Delta unternehmen. In der Gegend wohnen wohlhabende Leute, aber auch ärmere Leute. Dies hat sich in den Häusern widergespiegelt.

Schickes Wohnhaus.

Es gibt in der Gegend sogar ein Museum. Der ehemalige Präsident Sarmiento hatte vor seiner politischen Karriere im Tigre Delta ein Stück Land gekauft, dieses bebaut und hier auch gelebt. Ein Nachbau seines Wohnhauses ist dort aufgebaut. Um dieses vor Wind, Regen und dem Fluss zu schützen, wurde es in ein Glashaus gesetzt.

Museum.

Die Gegend ist relativ dicht besiedelt. Ein Bootsanleger folgte dem nächsten. Auch auf dem Wasser gab es viel Betrieb. Ein paar Ruderer, aber auch ein schwimmender Supermarkt war unterwegs. Wer eine leere Tüte an seinem Bootsanleger befestigt, zeigt nämlich, dass er einkaufen möchte. Der Boots-Supermarkt hält dann an diesem Haus.

Wohnhaus

Nach einer Stunde war die Bootstour schon vorbei. Es war sehr interessant zu sehen, wie sich nur eine Stunde von Buenos Aires entfernt, die Gegend komplett verändert hat. Zum Abschluss gab es noch einen kleinen Snack: Empanadas. So ein Abschluss gefällt uns sehr.

Tigre

Anschließend traten wir schon wieder die Rückfahrt nach Buenos Aires an. Da wir nun die Autobahn nutzten, dauert das gerade mal 45 Minuten. Und wäre etwas weniger Verkehr gewesen, wäre es sogar noch schneller gewesen.

Für uns hieß es dann Packen, und das zum letzten Mal. Denn am Folgetag war es Zeit wieder nach Hause zu fahren.