Trotz Jetlag wollten wir unsere Zeit in Shanghai so gut wie möglich ausnutzen und hatten uns zunächst für eine Free Walking Tour entschieden. Treffpunkt hierfür war die bekannte Nanjing Road, eine große, belebte Einkaufsstraße. Unsere Gruppenmitglieder konnten wir ziemlich schnell erkennen, waren doch wenig Europäer in der Stadt unterwegs. Die Tour war ganz interessant, doch hatten wir aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse – es war sehr nebelig – kaum Bilder gemacht. Dies haben wir am nächsten Tag natürlich nachgeholt. Hier hatten wir auch super Wetter für Bilder. Damit wir allerdings nicht die ganzen Strecke laufen mussten und einen Überblick über die Metropole erhalten konnten, hatten wir uns für eine Hop On Hop Off Busfahrt entschieden. Viele Chinesen hatten dieselbe Idee gehabt. Hierzu muss ich allerdings sagen, dass wir den 1. Oktober hatten und dies der Beginn der so genannte „Golden Week“ in China ist. Die „Golden Week“ ist eine Feiertagswoche in ganz China, sodass gefühlt alle Chinesen frei hatten und nach drei Jahren Zwangspause wieder reisen konnten und dies auch taten. So mischten wir uns unters Volk und fielen fast gar nicht auf 🙂
Das Wahrzeichen Shanghais, der Oriental Pearl Tower, war ab und an durch Häuserschluchten zu sehen. Wir hatten uns den Fernsehturm sogar aus der Nähe angeschaut. Doch hier waren wir teilweise mehr Attraktion für die anderen Touristen, als der Turm selber, sodass wir zügig weiterfuhren.
Im Hintergrund der Fernsehturm von Shanghai.
Die Stadt bzw. die Skyline ist erst innerhalb der letzten 30 Jahre gewachsen. Zuvor gab es hauptsächlich traditionelle und kleinere Wohnhäuser. Diese mussten jedoch neueren Wohngebäuden und den Wolkenkratzern weichen. Die Bewohner wurden umgesiedelt in größere, dafür außerhalb liegende Gegenden. Stellenweise gab es allerdings noch ein paar Ecken mit diesen alten Wohnhäusern. Vermutlich werden diese in den nächsten Jahren auch noch verschwinden.
Platz für Neues.
Ein weiteres markantes Gebäude der Skyline ist der „Flaschenöffner“. Leider war die Aussichtsplattform bei unserem Besuch geschlossen.
Der „Flaschenöffner“ von Shanghai.
In Mitten all der neumodischen Gebäude, gab es allerdings immer wieder traditionelle Ecken. So besuchten wir den Yu Garten, in welchem ein altes Teehaus standen. Dieses stand auf Stelzen und war umgeben von Wasser.
Altes Teehaus.
Eine Brücke mit neun Ecken ermöglichte die Überquerung. Es heißt, wer über diese Brücke geht, soll viel Glück haben. Dies teilen wir jetzt mit vielen, vielen Chinesen.
Die Brücke mit neun Ecken.
Zum Abschluss wollten wir uns ein Highlight nicht entgehen lassen und zwar die Skyline bei Nacht zu sehen. Der Ansturm war unglaublich groß und die Polizei regelte den Verkehr und leitete die Passanten in geregelten Strömen. Der Anblick war wirklich spektakulär. Bereits unsere Seite war wundervoll beleuchtet.
Shanghai bei Nacht I.
Besonders spektakuläre wurde dann aber der Anblick der gegenüberliegenden Seite. In unterschiedlichen Farben und stetig wechselnd wurden die Hochhäuser beleuchtet. Den Anblick genossen wir eine kurze Zeit, bevor wir uns wieder Richtung Hotel aufmachten.
Shanghai bei Nacht II.
Nach zwei vollen Tagen war unsere Zeit in Shanghai somit zu Ende. Für uns ging es nun weiter zu unserem eigentlich Reiseziel Japan. Shanghai ist definitiv eine Reise wert, jedoch sollte man die „Golden Week“ meiden. Es war einfach alles so unglaublich voll und Chinesen haben nunmal ein anderes Gefühl für Distanz. Mal sehen wie das in Japan so wird. Mit Taxi und Transrapid ging es dann wieder in Richtung Flughafen.
Unsere Zeit in Argentinien geht zu Ende. Das ist eine gute Gelegenheit ein paar unserer Erfahrungen zu teilen.
Essen und Trinken
Im Gegensatz zu Chile waren wir in Argentinien häufiger essen und daher gibts an dieser Stelle auch wieder mehr zu berichten. Generell sind die Argentinier etwas zurückhaltend was die Gewürze betrifft. Außerdem ist die Küche von den Einwanderern geprägt worden. So brachten die Italiener Pizza, Pasta und Eis in das Land. Die Deutschen haben Kuchen und Bier mitgebracht. Teilweise wird das Wort „Kuchen“ sogar von den Argentiniern und Chilenen genutzt. Argentinien ist ein sehr großes Land, daher ist die Küche auch unterschiedlich. Nach meinem Empfinden gab es im Süden eher Lamm und Bier, während es im Norden eher Rindfleisch und Rotwein gab.
Empanadas
Auswahl an Empanadas.
Wie in den anderen Ländern Südamerikas sind Empanadas auch in Argentinien weiterverbreitet. Generell gibt es zwei Zubereitungsarten, diese sind „al Horno“ also aus dem Ofen und „frita“ also frittiert. Die Füllungen sind sehr vielfältig, wobei „Carne picante“ also würziges Fleisch meine Lieblingssorte ist. Auch für Martina gab es mal genügend Auswahl, denn die vegetarischen Alternativen sind vielfältig.
Pizza und Fugazetta
Argentinische Pizza von La Mezzetta: Fugazzetta.
Die Argentinier lieben Käse und das merkt man auch bei der Pizza. In Argentinien gibt es auch Pizzen ohne Tomatensoßen, diese werden als „Blancas“ bezeichnet. Die bekannteste „Pizza Blanca“ ist die „Fugazzetta“, diese besteht nur aus Teig, sehr viel Käse und sehr vielen Zwiebeln. Eine ganz besondere Fugazzetta gibt es im Laden La Mezzetta. Diese besteht aus einer Schicht Teig, dann ganz viel Mozzarella, wieder Teig und am Ende noch ganz viele Zwiebeln. Den Laden haben wir dank der Netflix-Serie Streetfood Lateinamerika entdeckt.
Steaks 🥩
Ojo de Bife con Papas Fritas.
Am bekanntesten ist Argentinien sicherlich für sein Rindfleisch. Daher war es ein absolutes Muss in Argentinien Steaks zu essen. Ich habe mich mal für euch geopfert und ein paar probiert. Es gibt immer verschiedene Schnitte zur Auswahl. In der Regel hatte ich „Bife de Chorizo“ also ein Hüftsteak oder ein „Ojo de Bife“ also Rib-Eye-Steak. Die Garstufe „a Punta“ war für mich perfekt, so hatte das Fleisch noch einen rosanen Kern.
Choripán
Choripán mit Chimichurri.
Ein Choripán ist nichts anderes als ein Wurstbrötchen. Jedoch wird anstelle einer Bratwurst eine Chorizo verwendet und statt Senf kommt Chimichurri dazu. Das ist schon eine ziemlich leckerer Kombi. Das Choripán ist auch eines der gängigsten Streetfoods in Argentinien und wird fast überall angeboten.
Lomito
Lomito mit Spiegelei und Käse.
Lomito ist ein belegtes Brötchen mit Fleisch. Das verwendete Fleisch nennt sich auf spanisch „Lomo“, hierbei handelt es sich um gebratene dünne Kalbfleischscheiben. Das ganze wird dann noch wahlweise mit Spiegelei, Käse und anderen Sachen belegt. Sehr lecker!!!
Alfajor
Natürlich gibt’s nicht nur herzhaftes Essen in Argentinien, sondern auch Süßes. Alfajores sind zwei weiche Kekse, zwischen denen sich eine Creme befindet. Es ist sozusagen in Kekssandwich. Die Vielfalt ist unglaublich groß. Es gibt verschiedene Füllungen wie Dulce de Leche oder auch Marmelade. Teilweise werden die Alfajores mit Schokolade ummantelt. Diese sind Supermarkt zu finden aber auch „artesenal“ im Kaffee, also selbst gemacht. Der klassische Alfajor ist mit Dulce de Leche gefüllt und nicht mit Schokolade ummantelt. Nachdem wir uns durch eine Vielfalt an verschiedenen Sorten probiert haben, kann ich sagen: der Klassiker war definitiv der Beste.
Wein
Flasche Malbec.
Wein ist in Argentinien auch ein großes Thema. Zuhause, in Deutschland, trinken wir eher Weißwein. Hier haben wir uns auch an den Roten getraut. Die bekannteste Sorte ist Malbec. Ein Sommelier erzählte uns während einer Weinprobe, dass er noch keinen schlechten Malbec probiert hätte, sogar die Weine aus dem Supermarkt wären allesamt gut. Auch wir können das bestätigten, denn wir hatten wir nicht einen schlechten Malbec erwischt. Besonders mit den Steak war es eine sehr gute Kombination. Im Vergleich zu den französischen Rotweinen, hat der Malbec weniger Tannine. Dadurch ist er nicht pelzig im Mund, das hat uns gut gefallen.
Mate
Den Mate-Tee, das Lebenselixier der Argentinier, haben wir natürlich auch mal probiert. Mit der Zubereitung waren wir leicht überfordert und haben deshalb böse und verwirrte Blicke von den Nachbartischen geerntet. Geschmacklich war das auch überhaupt nicht unser Fall, es war einfach nur bitter. Wieso trinken die Argentinier das Zeug nur die ganze Zeit? Die Auflösung erhielten wir bei einer unserer Touren, denn unser Guide bot uns einen Mate an. Hierbei zeigte er uns Schritt für Schritt, wie dieser zubereitet wird. Jetzt kann ich verstehen, warum unsere Nachbarn uns damals so unverständlich angeschaut hatten. Der Mate war weit weniger bitter und erinnerte an einen Kräutertee. Wem dies zu bitter oder herb ist, kann ihn auch mit Zucker versüßen. Und ähnlich wie Kaffee, schmeckt die erste Tasse oft nicht, doch man kann sich schnell an den Geschmack gewöhnen. Doch für die Argentinier ist der Mate viel mehr als nur ein Getränk. Sie trinken ihn meist gemeinsam, sogar aus einem Becher und unterhalten sich währenddessen über Gott und die Welt.
Geld und Kosten
Das Thema Geld und Kosten ist ein bisschen komplizierter als bei unseren anderen Reisezielen. Daher wird dieser Abschnitt im Vergleich zu den anderen Steckbriefen auch deutlich länger. Argentinien kann ein günstiges oder auch teures Reiseland sein. Das alles hängt vom Wechselkurs ab, denn es gibt verschiedene und die Unterschiede sind groß.
Der „schlechte“ Wechselkurs
Der offizielle Wechselkurs ist der Schlechteste und sollte daher gemieden werden. Daher lieber nicht Geld am Automaten abheben und auch nicht Geld in einer offiziellen “Casa de Cambio”, einer Wechselstube, tauschen. Auch bei Kartenzahlung sind ein paar Dinge zu beachten, dazu später mehr.
Der offizielle Wechselkurs zum Zeitpunkt unserer Reise.
Die „guten“ Wechselkurse
ErsteMöglichkeit: auf der Straße / in der Höhle
Die Frage ist nun, wie bekommt man den besseren Kurs, den inoffiziellen? Wir haben uns US-Dollar mitgebracht und diesen auf der Straße gewechselt. Die inoffiziellen Wechselstuben werden auch „Cuevas“, also Höhlen, genannt. Hier hat man deutlich mehr Pesos bekommen, in der Regel etwa 80 % mehr als in der “Casa de Cambio”. So war alles 40 % günstiger. Beispielsweise kostete das 400 Gramm Ribeye Steak statt 20 Euro somit nur noch 11 Euro. Na gut Steaks 🥩 sind in Argentinien immer günstig. Im zweiten Fall sogar günstiger als bei uns ein Schnitzel. Dieser zweite, bessere Wechselkurs wird auch als Dollar Blue bezeichnet. Auf der Straße zu wechseln klingt schlimmer als es war. Viele Geschäfte hatten im Schaufenster ein Schild hängen mit Angabe des Wechselkurses. So haben wir in einem Reisebüro unsere ersten 250 Dollar in Pesos gewechselt. Ich habe ein Bündel mit mehreren hundert Scheinen bekommen. Das Geld passte noch nicht einmal in mein Portemonnaie. So habe ich in Argentinien das Geld in der Innentasche meiner Jacke verstaut.
500 Pesos: die zweitgrößte Banknote hatte zu unserer Zeit einen Gegenwert von 1,2€.
Auch in vielen Restaurants oder Geschäften kann man mit US-Dollar zahlen, hier hat man in der Regel auch den blauen Kurs erhalten. Am leichtesten lassen sich gut erhaltene 100 Dollar Scheine wechseln. Andere Stückelungen oder einen schlechten Zustand der Noten können einen schlechteren Kurs zur Folge haben.
Der inoffizielle Wechselkurs zum Zeitpunkt unserer Reise.
Immer wieder hörte man im Zusammenhang mit Geld wechseln auf der Straße auch von Betrugsversuchen. Wir haben das glücklicherweise nicht erlebt, generell ist dennoch Vorsicht geboten. Die nächste Variante ist sicherer.
Zweite Möglichkeit: Western Union
Ein Schweizer Tourist erzählte uns von einer weiteren Möglichkeit, einen guten Kurs zu bekommen. Dieser hat online Geld zu Western Union transferiert und anschließend in einer argentinischen Zweigstelle abgeholt. Er berichtete uns jedoch, dass in den Zweigstellen die Geldausgabe begrenzt war, da schlicht nicht genügend Geldscheine da waren. Daher hatte er, als sich ihm die Gelegenheit geboten hat, in Buenos Aires eine Einkaufstasche voller Geld geholt – 1 Millionen Pesos. Das erklärt auch die langen Schlangen vor den Western Union Filialen. Wir haben diese Variante auch getestet. Nirgends gab es mehr Pesos für einen Euro.
Dritte Möglichkeit: MEP „Mercado Electrónico de Pagos“
Die dritte Möglichkeit macht alles generell noch etwas komplizierter. Die Regierung hat einen speziellen Wechselkurs für ausländische Touristen eingeführt. Der sogenannte MEP-Kurs ist dem Dollar Blue ähnlich, aber dennoch schlechter. Martina und ich haben jeweils zwei Kreditkarten dabei, also vier in Summe. Wir nutzen alle vier bei kleineren Einkäufen, um zu sehen, welchen Wechselkurs die Banken anwenden. Eine Bank hat den guten Kurs, den MEP-Kurs, abgerechnet. Die anderen drei Karten haben zuerst den schlechten, offiziellen Kurs verwendet. Jetzt wird es nochmal ein bisschen verwirrender. Ein paar Tage nach dem Einkauf habe ich gesehen, dass sich der Kurs bei einer meiner Karten noch nachträglich geändert hat. Das heißt, der vorgemerkte Umsatz wurde mit dem offiziellen Wechselkurs berechnet. Die tatsächliche Buchung erfolgte letztendlich mit dem MEP Kurs. So reduzierte sich der Preis für den Einkauf von 9 auf 5 Euro. Somit haben drei unserer vier Karten „funktioniert“, sowohl Visa als auch Mastercard. Nur bei der Amex wurde der offizielle Kurs angewendet. Jedoch ist Bargeld breiter akzeptiert als Kartenzahlung. Der MEP Kurs wird jedoch nicht bei Bargeldabhebungen am Automaten angewendet, sondern ausschließlich bei Einkäufen, in Restaurants und Co.
Wie man es nicht macht:
Als negatives Beispiel kann ich die Erlebnisse einer deutschen Touristin berichten. Auf einem Ausflug fragte sie mich, als ich den Parkeintritt zahlte, wo ich denn so viel Bargeld her habe. Ihr war nicht klar, dass die Situation in Argentinien besonders ist. Daher hat sie ausschließlich eine Kreditkarte dabei gehabt. Am Geldautomaten konnte sie nur kleine Beträge abheben, da einfach keine Scheine mehr verfügbar waren. So hat sie, neben dem schlechten Kurs, auch noch teilweise 30 Prozent an Gebühr gezahlt. Wir haben ihr natürlich von der Möglichkeit mit Western Union erzählt, doch sie konnte sich nur über die hohen Abhebungsgebühren aufregen. Mal hoffen, dass ihr unser Tipp trotzdem etwas genützt hat.
Wieso gibt es verschiedene Kurse?
Dollar Blue
Argentinien leidet unter einer hohen Inflation. Dies sieht man auch ganz plastisch an unseren Reiseführer. Diesen haben wir schon vor der Pandemie gekauft. Als wir bei einer Restaurantempfehlung vom Reiseführer essen waren, wurde dort ein typisches Hauptgericht mit 150 Pesos beziffert. Wir haben jedoch 3000 Pesos gezahlt. Das heißt, innerhalb weniger Jahre hat sich der Preis verzwanzigfacht.
Die Leute nutzen daher den argentinischen Pesos nur für das tägliche Leben. Jedoch ist die Währung, wegen der hohen Inflation, nicht als Wertaufbewahrungsmittel geeignet. Dafür wollen die Argentinier den US-Dollar. Da den Menschen klar ist, dass der Pesos an Wert verliert, haben sie auf dem Schwarzmarkt mehr für den US-Dollar gezahlt als der offizielle Kurs es rechtfertigt. Denn lieber einen Teilverlust beim Wechseln in US-Dollar realisieren, als den möglichen totalen Wertverlust des Pesos durch Inflation hinzunehmen. Im Jahr 2022 hat der argentinische Pesos um 94,8 Prozent abgewertet. Im Volksmund hatte man jedoch nicht Schwarzmarkt gesagt, sondern den inoffiziellen Kurs mit den Worten Dollar Blue umschrieben.
MEP
Der MEP ist noch ziemlich neu, dieser wurde erst am 15. Dezember 2022 eingeführt. Die Idee war es, den Tourismus anzukurbeln. Wohlmöglich sah der argentinische Staat so die Möglichkeit mehr Devisen in das offizielle System zu bekommen, um die eigene Währung aufzuwerten. Denn das Tauschen auf der Straße geht komplett an den Banken vorbei. Sogar in deutschen Medien ist der MEP Kurs thematisiert worden. In Beiträgen wurde erläutert, wie man beim Onlineshopping 40 Prozent „spart“. Bei der Masche wird die VISA Kreditkarte im PayPal Konto auf argentinische Pesos umgestellt. Mir ist dennoch schleierhaft, wie das ganze System funktioniert. Wer zahlt die Differenz? Wer ist der Geschädigte? Subventioniert der argentinische Steuerzahler das neue MacBook des „smarten“ Hipsters am Prenzlauer Berg?
Schlusswort 😅
Auch mit solch einer hohen Inflation zu leben ist sicherlich nicht leicht. Mich hat das ganze an eine Geschichte von André Kostolany erinnert. Er ist Ungar und hat zur Zeit der Hyperinflationen die Weimarer Republik bereist. Jeden Tag hat dieser nur einen US-Dollar in Reichsmark gewechselt. Denn täglich gab es mehr Reichsmark für seinen Dollar. So schlimm war die Situation dann aber auch wieder nicht in Argentinien, denn während unserer Zeit haben wir keine signifikanten Preiszuwachs erlebt. Es macht einem aber bewusst, dass eine stabile Währung ein hohes Gut ist.
Kommunikation
Das Spanisch der Argentinier hat einen ganz eigenen Klang. Wie in Chile wird das doppelte “l” eher wie ein deutsches “sch” ausgesprochen. Das heißt aus “calle” wird “casche”. Das gleiche mit dem “y”, so wird aus “Mayo“ das Wort “Mascho”. Auch die benutzen Wörter sind anders. So hat beispielsweise das italienische auch einen Einfluss statt „trabajo” nutzen die Argentinier „lavoro“.
Am Anfang hatten wir mal wieder etwas Pech, als wir uns eine Sim-Karte besorgen wollten. In El Calafate gab es einfach kein Geschäft von unserem auserwählten Anbieter. In Ushuia haben wir dann die Karte erst nach der Expedition gekauft. Denn in der Antarktis ist das Netz noch schlechter ausgebaut als an einer Mitteldeutschen Bahnstrecke 😉. Im Vergleich zu den anderen Ländern Südamerikas, mussten wir die SIM-Karte dieses Mal sogar mit unserer Passnummer registrieren lassen.
Transport
In Argentinien haben wir wieder verschiedene Transportmittel genutzt. Hier eine kurze Übersicht:
Überland
Aerolíneas Argentinas
Flugzeug von Aerolíneas Argentinien.
Argentinien ist ein sehr großer Land, daher sind wir auch hier wieder Teilstrecken geflogen. Die Flugzeuge waren modern und haben einen guten Eindruck gemacht. Wie Martina schon berichtet hatte, war das Fliegen von und nach Ushuaia abenteuerlich. Aufgrund der starken Winde war es sehr ruckelig. Besonders der Flug von Ushuaia nach Buenos Aires bleibt uns in Erinnerung. Das Flugzeug hat während dem Start stark geflattert, in der Luft sackte es immer wieder ab. Nach Erreichen der Reiseflughöhe war aber alles total ruhig und entspannt. Noch eine Besonderheit ist die Gewichtsgrenze für das Aufgabegepäck. Diese liegt bei lediglich 15 kg, wir haben daher alles ein bisschen reorganisiert. So konnten wir unsere 19 kg auf das zulässige Maß reduzieren. Das heißt, schwere Kleidung mussten wir anziehen und das Handgepäck weiter ausreizen.
Fähre ⛴️
In Argentinien haben wir noch ein weiteres Transportmittel genutzt, nämlich Fähren. So sind wir von und nach Uruguay mit dem Boot gefahren. Die erste Überfahrt haben wir mit Buquebus gemacht. Dieser Anbieter ist etwas teurer, aber fährt direkt von Buenos Aires nach Montevideo. Den günstigen Anbieter Colonia Express haben wir für die Fahrt von Colonia del Sacramento nach Buenos Aires genutzt. Uruguay lässt sich sehr gut von Buenos Aires aus erreichen, daher bietet sich der Abstecher an.
Die Fähre von Buquebus.
In den Städten
Taxi
Taxi fahren hat sehr gut geklappt in Argentinien. Die Fahrer haben immer das Taxameter eingeschaltet. Generell waren die Preise sehr günstig.
Uber
Uber hat gewohnt zuverlässig funktioniert, wir haben es jedoch ausschließlich in Buenos Aires verwendet.
Subte
Die älteste U-Bahn Lateinamerikas befindet sich in Buenos Aires.
Sicherheit
Während unserer Zeit in Argentinien haben wir uns sehr sicher gefühlt. Zu keinem Zeitpunkt hatten wir eine „unheimliche“ Erfahrung gemacht. Natürlich ist das unsere subjektive Einschätzung.
Das war gut
Argentinien 🇦🇷 war das europäischste aller Länder, die wir im Sabbatical bereist haben. Patagonien wirkte auf mich wie eine Mischung aus Skandinavien und Bayern. Buenos Aires war eine Mischung aus Paris und Madrid. Die Leute waren sehr nett, hilfsbereit und kommunikativ.
Das war weniger gut
Das Barzahlen mit Pesos hat genervt, denn man muss immer so viel Geld mit sich herumführen. Für uns war die hohe Inflation jedoch nur ein Ärgernis. Für die Argentinier ist das Leben dadurch jedoch eine große Herausforderung.
Fazit
Argentinien ist ein sehr tolles Reiseziel. Mit Buenos Aires, dem Perito Moreno Gletscher und den Igazú Wasserfällen sind gleich drei Highlights unserem Sabbaticals in diesem Land. In den letzten vier Monaten hat mir kein Land besser gefallen. Da fliegt man um die halbe Welt und stellt fest, dass einen das europäischste Land am meisten gefällt xD.
Wir haben leider noch nicht alles gesehen. Daher wollen wir irgendwann mal wieder kommen. Es wäre schön auch Salta, Cordoba, Mar de Plata und Mendoza zu bereisen.
Unsere Zeit in Chile ist zu Ende. Wir haben das Land von Nord bis Süd bereist, jedoch mit großen Lücken.
Essen und Trinken
Um unser Budget zu schonen, sind wir im Vergleich zu Bolivien seltener essen gegangen. Darüber Hinaus waren wir auch weniger neugierig und haben daher eher internationale Klassiker wie Burger 🍔 und Pizza 🍕 gegessen. Daher gibt es an dieser Stelle keine Beschreibungen.
Geld und Kosten
Chile ist kein günstiges Reiseland. Die Preise sind größtenteils mit denen in Deutschland zu vergleichen.
Kommunikation
In Chile ist es von Vorteil Spanisch zu sprechen. Wobei in den Touristengegenden Englisch sehr verbreitet ist. Das Spanisch war gar nicht so leicht zu verstehen. Es klang alles ein bisschen vernuschelt. So wurde beispielsweise das Wort „Pollo“ eher wie „Pojscho“ ausgesprochen. Gefühlt haben die Chilenen auch schneller gesprochen als etwa Peruaner oder Bolivianer.
Auch in Chile haben wir uns wieder eine SIM-Karte geholt. Wie bisher in Südamerika üblich war auch in Chile keine Registrierung notwendig. Die Karte war sofort einsatzbereit.
Transport
Überlandbusse
Zwischen den Städten fahren Überlandbusse. Die Tickets waren relativ günstig und die Busse haben einen guten Eindruck hinterlassen. Zum Glück haben wir in Patagonien die Tickets einige Tage im Voraus gebucht. Das Angebot ist begrenzt und man möchte ja nicht hängen bleiben.
Metro in Santiago
In Santiago de Chile sind wir viel mit der Metro gefahren. Man konnte sich gut zurechtfinden. Generell hat mich die Metro stark an Madrid erinnert. Die Züge waren sauber, haben sogar einen besseren Eindruck hinterlassen als in Frankfurt.
Uber
Auch Uber hat gut funktioniert. Wir haben es in Santiago und Punta Arenas genutzt.
Sicherheit
Wir haben uns auch in Chile sehr sicher gefühlt. Wie immer haben wir auch hier auf unsere Wertgegenstände geachtet.
Während einer Free Walking Tour berichtete uns ein US Tourist von einer Masche, von welcher ihm eine Dame während einer anderen Free Walking Tour berichtet. Eine Touristin wurde im Zentrum von einer Frau auf Vogelkacke im Haar aufmerksam gemacht. Die Frau half der Touristin den Dreck zu entfernen. Später stellt sie fest das ihr Geldbeutel nicht mehr da war. Die Vogelkacke diente als Vorwand, um die Aufmerksamkeit der Touristin zu bekommen. In der Zwischenzeit hat eine zweite Person ihr Portmonee gestohlen.
Besonderheiten auf der Osterinsel
Auf der Osterinsel waren einige Dinge im Vergleich zum chilenischen Festland anders.
Das begann schon mit der Einreise. Die Osterinsel hat einen besonderen politischen Status. Wir mussten vor der Reise ein Formular ausfüllen. Denn man braucht zwingend vor der Anreise einen Nachweis über eine Unterkunft und auch ein Rückflug muss schon gebucht sein. Selbst die Chilenen müssen ihre Reise vorher anmelden. Daher war der Flug auf die Osterinsel nicht wie ein Inlandsflug. Neben der extra Passkontrolle musste auf der Osterinsel nochmal das ganze Gepäck durchleuchtet werden. Da auf der Osterinsel keine Früchte oder tierische Produkte eingeführt werden dürfen.
Im Vergleich zum Festland ist auch das Preisniveau ein anderes. Im Supermarkt ist alles mindestens doppelt so teuer. Die Produkte haben ja auch eine weite Reise hinter sich.
Auch bei der Kommunikation gab es ein paar Besonderheiten. Neben spanisch sprechen die Menschen auch Rapanui, die Sprache der Ureinwohner.
Was die technische Kommunikation betrifft, war manches Speziell. So funktionieren auf der Osterinsel ausschließlich SIM-Karten des Anbieters Entel. Generell war das Internet extrem langsam.
Das war gut
Chile ist ein unglaublich vielfältiges Land. Alleine seine große Nord-Süd Ausdehnung sorgt für viele Klimazonen. Dementsprechend groß ist die Varietät der Landschaft. Unsere Reise startete in kurzer Hose in der Wüste und endete mit mehreren Lagen Patagonia-Kleidung in Patagonien. Immerhin haben unsere Klamotten somit die Gegend ihrer Namensherkunft bereist.
Meine zwei Lieblingsorte sind die Osterinsel und auch Patagonien.
Die Osterinsel war paradiesisch. Wir hatten das Glück die Insel besonders leer erlebt zu haben. Der Tourismus hat noch nicht das Vor-Corona-Niveu erreicht. Statt 15 Flüge umfasste der Flugplan zu unserer Zeit lediglich 3 Flüge pro Woche.
In Patagonien erwartet einen Weite und viel Wind. Die Landschaften sind rau und absolut beeindruckend.
Das war weniger gut
Das war weniger gut
Wir waren in San Pedro de Atacama einer der nördlichsten Städte Chiles und auch ganz im Süden des amerikanischen Kontinentes, in Punta Arena. Jedoch haben wir Chile weniger intensiv bereist, vor allem im Vergleich zu Costa Rica und auch Bolivien. Sicherlich wär auch Zeit in der Weingegend schön gewesen. Jedoch drängte unser Zeitplan und der Höhepunkt des Sabbaticals liegt noch vor uns.
Fazit
Wir hatten eine tolle Zeit in Chile. Besonders die Osterinsel und der Süden hat mir gut gefallen. Wobei die Zeit in Patagonien etwas knapp war. Das nächste mal würde ich auch ein Hotel im Nationalpark Torres del Paine buchen.
Unsere Zeit in Bolivien ist zu Ende. Ursprünglich bestand der Plan darin etwa 2 Wochen in dem Land zu verbringen. Aufgrund der angespannten Lage in Peru sind hieraus jedoch fast 4 Wochen geworden.
Essen und Trinken
Choripan
Als Deutscher ein Muss: Die bolivianische Version einer Bratwurst. Das ganze wird noch mit Salat und leckeren Saucen garniert. Im Hochland habe ich sogar eine Variante aus Lamafleisch gegessen. ¡Era Rico!
Choripan
Piqué Macho
Dieses Gericht haben wir ja schon in den Beiträgen erwähnt. Es ist sozusagen die bolivianische Version des Dönertellers. Das heißt, Pommes werden mit Fleisch serviert. Ich habe sogar einmal eine Piqué Macho Pizza probiert. Diese war auch lecker, hatte aber nicht mehr viel mit dem italienischen Klassiker gemein.
Piqué Macho
Papa Rellena
Die Kartoffel „Papa Rellena“ wird mit Fleisch, Ei oder auch Käse gefüllt. Ummantelt wird sie von einer Art Kartoffelbrei und das ganze wird dann frittiert. Wer mag kann noch leckere Saucen hinzufügen. Eines unserer Highlights von den Straßenständen.
Papa Rellena
Sopa con Mani
Die Erdnusssuppe „Sopa de Mani“ war wirklich lecker, jedoch anders als erwartet. Der Erdnussgeschmack stand nicht im Vordergrund. Die vegetarische Suppe wird mit Nudeln oder Reis als Einlage serviert.
Sopa con Mani
Buñuelos y Api
Hmmm ein leckerer Nachmittagssnack. Der Api ist ein gewürztes, dickflüssiges Maisgetränk. Diesen gibt es in helle oder dunkle oder auch gemischt und er wird warm serviert. Dazu gab es für uns ein Buñuelo, ein frittierte Hefefladen mit Anis. Diesen kann man mit Puderzucker oder Honig essen. Es erinnerte etwas an einen süßen Langosch.
Buñuelos y Api
Geld und Kosten
Die bolivianische Währung nennt sich Boliviano oder einfach BOB.
BOB
Bolivien ist ein günstiges Reiseziel. Eine Hotelübernachtung gab es ab etwa 20 Euro. Für 0,80 Euro hat man ein Choripan am Straßenrand kaufen können. Einen Inlandsflug bekommt man ab 40 Euro. Der Preis für eine 5 stündige Überlandfahrt im Bus Betrug etwa 5 Euro.
Kommunikation
Spanisch macht das Leben in Bolivien leichter. Weder Martina noch ich sprechen wirklich gutes spanisch. Aber immerhin sind wir in der Lage unsere Bedürfnisse auszudrücken und das war wirklich hilfreich. So konnten wir auch in den eher untouristischen Gegenden wie Trinidad zurechtkommen. Es war auch schön, auf den Märkten ein paar Worte mit den Verkäuferinnen wechseln zu können. Diese haben sich immer sehr gefreut und wir beide hatten einen großen Wiedererkennungswert.
Transport
In den Ortschaften
Uber ist in Bolivien nur in zwei Städten verfügbar – Santa Cruz und La Paz. Generell hat Uber in Santa Cruz sehr gut funktioniert, in La Paz war es weniger verbreitet. Dementsprechend waren die Wartezeiten länger. Jedoch gibt es in La Paz die innerstädtische Seilbahn. Diese war ebenfalls ein gutes und günstiges Transportmittel.
In den anderen Orten sind wir Taxi gefahren. Diese waren auch eher günstig. Wichtig: Fahrpreis immer vorher verhandeln.
Überlandfahrten
Bolivien ist dreimal so groß wie Deutschland. Das heißt, Überlandfahrten mit dem Bus dauern sehr lange. Daher ist fliegen durchaus eine Alternative. Ein 50 minütiger Flug kann einem eine 12 stündige Busfahrt ersparen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man die Straßen meidet. Gerade in der Regenzeit kommt es immer wieder vor, dass diese unterspült werden und dadurch unpassierbar sind. Fliegen ist darüber hinaus ziemlich günstig. Die lokale Airline BOA hat einen guten Eindruck gemacht. Die Flugzeuge waren relativ modern und bekannte Modelle wie die 737-800 waren im Einsatz. Meine schlimmste Flugerfahrung war mit der kubanischen Airline Cubana, hiermit konnte man Bolivien in keinster Weise vergleichen.
Busticket
Sicherheit
Wir haben uns in Bolivien sicher gefühlt. Wie immer haben wir auch hier auf unsere Wertgegenstände geachtet und diese nicht öffentlich zur Schau gestellt. Auch im Dunkeln haben wir uns sicher gefühlt, dunkle Gassen allerdings gemieden. Generell haben wir auf unser Bauchgefühl gehört und sind damit sehr gut gefahren.
Das war gut
Bolivien ist ein sehr interessantes und vor allem vielfältiges Reiseziel. Saftig grüner Regenwald, karges Hochland und einmalige Landschaften wie die unwirkliche Salzwüste machen es besonders. Wir erlebten viele tolle Momente hier. So haben wir Piranhas im Amazonasbecken gefangen, sind Seilbahn in einer der höchsten Städte der Welt gefahren, haben die ehemals reichste Stadt Potosí besucht und auch den Sternenhimmel über Uyuni bewundert.
Lagune mit Flamingos
Das war weniger gut
Uns hat Bolivien sehr gut gefallen und daher war nichts wirklich schlecht. Man muss sich jedoch im Klaren sein, dass man ein armes Land bereist. Dass heißt auch, dass der Standard niedriger ist als man was man von Zuhause gewohnt ist. Wenn man darüber hinwegsehen kann, ist es ein tolles Reiseziel.
Fazit
Bolivien hat sich gelohnt! Ein tolles Reiseziel, in dem es sehr viel zu entdecken gibt. Am meisten bleibt mir der Salar de Uyuni in Erinnerung. Das war mein absolutes Highlight und stellt für mich bis jetzt den Höhepunkt des Sabbaticals dar.
Unsere Zeit in Peru ist schneller geendet als gedacht. Wir haben nicht das Land bereist, sondern eher einen Städtetrip nach Lima gemacht. Trotzdem möchte ich an der Stelle unsere Erfahrungen mit euch teilen.
Essen und Trinken
Dass die peruanische Küche viel zu bieten hat, konnten wir schon in Frankfurt in Erfahrung bringen. So kannten wir bereits Ceviche und Papas rellenas aus der Mainmetropole. In Lima haben wir noch ein paar neue Sachen entdecken können.
Sanguche
Das war ein Brötchen, welches mit Süßkartoffeln, Fleisch und roten Zwiebeln belegt wurde. Das war sehr lecker. Erinnert entfernt ein bisschen an ein Spießbratenbrötchen.
Werbung für Sanguche
Anticuchos und co.
Hier habe ich gestreikt. Eigentlich esse ich immer meinen Teller auf, aber diesmal nicht. Bei Anticuchos handelt es sich um eine Art Schaschlik aus Rinderherzen. Ich esse normalerweise Innereien wie Leber und auch Nieren, aber Anticuchos brauch ich nicht mehr.
Anticuchos und andere eklige Spieße.
Picarones
Nach dem ganzen herzhaften Essen musste natürlich auch mal was Süßes her. Der Teig für Picarones besteht unter anderem aus Kürbis und Süßkartoffel. Dieser wird in Fett ausgebacken. Die Form erinnert an Donuts. Der Geschmack ähnelt einem Kreppel ohne Füllung (Hinweis für alle nicht Hessen: Kreppel = Krapfen, Berliner oder auch Pfannkuchen).
Picarones
Mehr konnten wir leider noch nicht probieren…
Pisco Sour
Das wohl bekannteste Getränk von Peru. Sehr lecker und vor allem auch stark. Einen doppelten Pisco Sour, die Kathedrale, merkt man dementsprechend auch. Neben Pisco, Zitronen- oder Limettensaft und Zuckersirup ist Eiklar eine weitere Zutat. Hierdurch entsteht beim Mixen eine Schaumschicht oben.
Pisco Sour
Inca Kola
Im Straßenbild von Lima war Inca Kola allgegenwärtig. An jeder Ecke war Werbung zu sehen oder auch ein kleiner Kiosk, welcher diese offerierte. War nicht 100 Prozent mein Geschmack. Erinnert etwas an gelben Gummibärchen. Das nächste Getränk war da schon besser.
Inca Kola
Chicha Morada
Die Farbe von diesem Getränk war ein intensives Lila. Dies liegt an der Hauptzutat – lila Mais. Süß und spritzig war es also wie eine Limonade.
Chicha Morada
Geld und Kosten
Die Währung trägt den Namen Sol. Sol ist das spanische Wort für Sonne. Zu unserer Zeit in Peru war der Wechselkurs ganz praktisch zum Rechen, denn für einen Euro hat man vier Soles bekommen.
Soles
Im Vergleich zu Costa Rica ist Peru deutlich günstiger. Fancy Frühstück inkl. Kaffe im angesagten Miraflores für zwei Leute gab es für etwa 10 Euro. Ein lokales Mittagsmenü inkl. einem Getränk in der Markthalle schlug mit 2,50 Euro zu Buche. 5 Picarones im Park kosteten nicht mal 2,00 Euro.
Kommunikation
Mehr Spanisch als in Costa Rica haben wir gebraucht. Hier und da hat man Englisch reden können, jedoch sind ein paar Brocken Spanisch von Vorteil.
Transport
Flughafen
Hier ist Vorsicht geboten. Am Flughafen ist die Lage unübersichtlich. Leider sind wir auf ein Faketaxi reingefallen, aber wir hatten noch Glück im Unglück gehabt. Den Taxifahrer konnten wir während der Fahrt runter handeln, sodass wir am Ende nur etwas mehr gezahlt hatten als üblich. Wir haben in Lima einen Deutschen getroffen, welcher weniger Glück hatte. Dieser musste auf die Toilette und hat den Taxifahrer gebeten, an einer Tankstelle zu halten. Nachdem er sein Bedürfnis befriedigt hatte, stellte er fest, dass sein Taxi samt Gepäck weg war.
Auf dem Rückweg zum Flughafen sind wir mit dem Airport Express gefahren. Dieser war günstiger und hat sich auch sicherer angefühlt. Daher ist diese Variante zu bevorzugen.
Flughafentransfer
In der Stadt
In Lima basiert der ÖPNV nahezu komplett auf Bussen. Wir haben nur ein paarmal die Busse genutzt. Das System ist unübersichtlich und weniger durchdacht als beispielsweise in europäischen Städten. So sind wir mit der Metropoletana gefahren, um von Miraflores in die Innenstadt zu gelangen. Dies ist ein besonderes Bussystem mit eigenen abgetrennten Bereichen auf der Straße. Hierdurch ist sie deutlich schneller als ein Auto. Die Haltestellen ähneln eher einer S-Bahn Station. Eine Fahrt von 20 Minuten hat noch nicht einmal einen Euro gekostet. Auf dem Rückweg sind wir Taxi gefahren. Für die gleiche Strecke waren wir 10 Minuten länger unterwegs. Eine halbe Stunde Fahrt kostete etwa 5 Euro.
Der normale Bus war sogar noch günstiger. Hier kostet ein Ticket etwa 0,4 Euro. Das Busfahren war schon ein kleines Abenteuer. Die Türen standen die ganze Zeit offen. Der kleine Bus hatte sogar einen Schaffner, welcher die Tickets verkauft hat. Im zähfließenden Verkehr ist er immer wieder vorne ausgestiegen, um im Anschluss hinten wieder einzusteigen.
Selbst ne Busfahrt kann hier zum Erlebnis werden.
Überland
Wir sind nicht aus Lima rausgekommen. Unseren ursprünglichen Plan mit Peru Hop von Lima nach La Paz zu fahren haben wir nicht umgesetzt. Dementsprechend haben wir hierzu keine Erfahrungen gesammelt. Hingegen haben wir jetzt in einem anderen Bereich Erfahrungen erworben: Dem Stornieren von gebuchten Leistungen. Peru Hop war hier nicht sonderlich kulant. Diese waren nicht bereit den vollen Preis zu erstatten, obwohl aufgrund der Unruhen die Leistung nicht erbracht werden konnte.
Ähnlich sieht es aus bei dem kombinierten Bus und Zugticket des Anbieters PeruRail von Cusco nach Aguas calientes (auch bekannt als Machu Picchu town) aus. Auch hier werden wir auf den Kosten sitzen bleiben.
Sicherheit
Während unseres Aufenthaltes in Peru haben wir sicherlich eine außergewöhnliche Lage erlebt. Man hat gemerkt, dass es im Land brodelt. In unserem Stadtteil Miraflores haben wir uns sicher gefühlt. Hier hat man meist wenig von den Demonstrationen gemerkt. Die Lage in der Innenstadt war anders. Die Polizei war dort sehr stark vertreten, die Ausstattung war robust. Die lautstarken Demonstranten waren in noch stärkerer Zahl anwesend. Als wir in der Innenstadt waren, war alles friedlich. Zwei Tage später haben wir in der Tagesschau gesehen, dass es auch anders sein kann.
Das war gut
Prinzipiell ist Lima eine interessante und vielfältige Stadt. Das Essen in Peru war unfassbar lecker. Miraflores ist ein moderner und attraktiver Stadtteil. Wir hatten jedoch mit dem Zeitpunkt unserer Reise einfach Pech.
Das war weniger gut
Es war keine unbeschwerte Zeit in Lima. Wir sind froh, nun in Bolivien zu sein. Es ist sehr schade, dass wir Peru mehr oder weniger ausgelassen haben. Das bringt unseren Reiseplan ganz schön durcheinander. 500 km haben uns von Machu Picchu getrennt. Das wird auch erstmal die kürzeste Distanz bleiben.
Ein besseres Machu Picchu Selfie wird es erstmal nicht geben.
Fazit
Die Vorfreude auf Peru war groß, die Ernüchterung auch. Der Start war schwierig. Sowohl die extra Behandlung bei Ein- und Ausreise war nicht nach meinen Geschmack und auch der Taxitransfer vom Flughafen nach Miraflores war nicht so toll. Natürlich möchte ich irgendwann mal den Süden Perus sehen. Auf meiner Bucketlist stehen nach wie vor Machu Picchu, Cusco, der Regenbogenberg und co. Wann das der Fall ist, ist schwer einzuschätzen. So wie es momentan aussieht, haben wir einige Gutscheine für Hotels, Zugtickets und co.. Aber ob wir eine künftige Reise davon abhängig machen und wann sicheres Reisen in Peru wieder möglich ist, ist eine andere Frage.