Von Tokio aus ging es für uns weiter nach Kyōto. Hierzu hatten wir uns den Zug als Transportmittel ausgesucht. Doch dies war kein gewöhnlicher Zug, denn wir fuhren mit dem Shinkansen, dem japanischen Hochgeschwindigkeitszug. Dieser hat bei Versuchsfahrten eine Geschwindigkeit von über 600 km/h erreicht, die durchschnittlich gefahrene Geschwindigkeit bei Passagierfahrten beträgt etwa 200 km/h. So konnten wir die Strecke nach Kyōto, fast 500 km, in etwa 2,5 Stunden zurücklegen.
Der Bahnhof in Tokio war trotz seiner Größe sehr übersichtlich und wir haben schnell unser Gleis gefunden. Da wir natürlich frühzeitig vor Ort waren, konnten wir noch ein paar ein- und ausfahrende Züge betrachten. Da der Bahnhof Tokio der Start- bzw. Endbahnhof war, wurden hier die Züge auch gereinigt. Doch nicht nur das, damit jeder Passagier stets in Fahrtrichtung sitzt, können die Sitzreihen gedreht werden. Das Einsteigen in den Zug war ebenfalls sehr angenehm, da alle bereits an ihrem zugewiesenen Wagen in einer Reihe anstanden. Unsere einzige Sorge war nur, dass wir unsere großen Koffer auf die obere Ablagefläche stellen mussten. Ob die das überhaupt aushalten? In deutschen Zügen kennt man nur Ablageflächen, bei denen gerade mal ein Rucksack hinpasst. Doch es war überhaupt kein Problem unsere großen Koffer dort unterzubringen.
Der Shinkansen.
Der Zug selber, aber auch die Mitreisenden, waren alle sehr angenehm ruhig. Und so konnten wir die Zugfahrt und die tolle Aussicht genießen. Wir hatten auch wirklich Glück mit der Sicht, denn der Berg Fuji ließ sich blicken.
In der Ferne ist der berühmteste Berg Japans zu sehen.
In Kyōto angekommen, mussten wir feststellen, dass unser Hotel leider etwas außerhalb lag. Zwar waren wir nur zwei Stationen vom Hauptbahnhof entfernt, doch gab es in unserer Nähe außer einem kleinen 7eleven nicht ein Restaurant. Wir fuhren deshalb abends nochmal kurz in die Stadt rein. Ganz in der Nähe vom Bahnhof gab es nämlich noch einen buddhistischen Tempel. Da es bereits nach fünf Uhr war, war die Gebetshalle bereits geschlossen. Das Tempelgelände war jedoch noch geöffnet und mal wieder riesengroß.
Nebeneingang zum Tempel.
Der Tempel ist größtenteils aus Holz erbaut und wurde Ende des 19. Jahrhunderts fertiggestellt. Da Kyōto während des 2. Weltkriegs verschont geblieben ist, gibt es dort noch viele alte Gebäude.
Der Haupteingang ist noch prunkvoller.
Nach dem kurzen Spaziergang stellten wir uns mal wieder der größten Herausforderung: der Essenssuche. Da wir in Restaurants bislang noch keinen Erfolg hatten, gingen wir in einem Einkaufszentrum in die Food Hall. Und nachdem wir fast alle Stände erfolglos abgeklappert hatten, wurden wir tatsächlich fündig. Ein Laden, der Yakisoba, also frittierte Soba-Nudeln anbietet, hatte ein veganes Essen im Angebot. Auch wenn mich das Gericht nicht vollständig angesprochen hat, war ich froh überhaupt etwas fleischloses gefunden zu haben. Und was soll ich sagen, es war ganz lecker.
Nach langer Suche ein Veggieessen gefunden.
Und nach dem Essen gönnten wir uns in dem Food Court noch ein Matcha Bier, also ein Bier mit Matcha Pulver. Geschmacklich hat es uns beide nicht überzeugt. Im Gegenteil, wir waren froh, dass es nur kleine Gläser waren. Aber wenn man schon mal in Japan ist, muss das natürlich probiert werden.
Matcha Bier.
Abstecher nach Nara
An unserem ersten Tag in Kyōto machten wir gleich schon einen Tagesausflug nach Nara. Nara war die erste dauerhafte Hauptstadt Japans und liegt etwas außerhalb von Kyōto. Mit dem Zug brauchten wir eine Stunde dorthin.
Auf dem Weg zu der Hauptattraktion gab es wieder ein wunderschönes Tor für den buddhistischen Tempel.
Das Torhaus.
Dieses Tor beherbergt zwei Wächterfiguren, welche die schönsten Figuren aus Holz im Land sein sollen.
Einer der beiden Torwächter.
Und dann näherten wir uns immer weiter der Hauptattraktion. Diese wird von der großen Buddha-Halle, dem Daibutsu-den, umgeben. Die Daibutsu-den ist mit einer Höhe von fast 50 m das größte Holzgebäude der Welt.
Selfie vor dem Daibutsu-den.
Und dann konnten wir die Buddha-Halle betreten und sahen das eigentliche Highlight, den berühmtem Daibutu. Dies ist der Große Buddha und eine der größten Bronzestatuen der Welt. Bei einer Höhe von fast 15 m wiegt der Große Buddha 500 t. Die Statue wurde auch wiederholt durch Erdbeben und Feuer in Mitleidenschaft gezogen und verlor sogar einige Male ihren Kopf. Bei genauem Hinschauen kann man deshalb auch unterschiedliche Farben von Kopf und Körper erkennen.
Der Daibutsu.
Auf der Rückseite des Großen Buddhas gab es eine weitere Attraktion. In einer hölzernen Säule gibt es einen Durchbruch auf Bodenhöhe. Dieser hat einen Durchmesser von 50 cm, wie die Nasenlöcher vom Großen Buddha. Derjenige, der es durch die Öffnung schafft, soll dem Volksglaube nach die Erleuchtung erhalten. Eine Reihe von Kinder, aber auch zierlichen Asiaten quetschten sich durch die Öffnung. Wir verzichteten auf die Erleuchtung. 🙂
In Hoffnung auf die Erleuchtung.
An der rechten Seite vom Großen Buddha gab es eine weitere Statue. Diese war vollständig in Gold gehalten. Kaum vorstellbar, dass der Große Buddha einst auch vollständig in Blattgold gehalten war.
Goldene Statue.
Nachdem wir das Highlight von Nara gesehen hatten, sind wir noch etwas durch den Park geschlendert. Denn dieser ist auch für seine Bewohner bekannt. Die dort lebenden Rehe sind nämlich sehr zutraulich. An vielen umliegenden Ständen wurden auch extra Reh-Kekse verkauft, mit denen man die Tiere füttern kann. Natürlich konnten wir uns dies nicht entgehen lassen. Die Kekse waren schneller weg als gedacht.
Rehe.
Und dann machten wir uns auch schon wieder auf den Heimweg nach Kyōto. Doch hierbei machten wir noch einen kurzen Zwischenstop bei einem Shinto Schrein. Dieser gilt sogar als eine Topattraktion von Kyōto. Die Besonderheit bei dem Schrein Fushimi Inari-Taisha ist nämlich, dass es dort unzählige zinnoberrote Torii, also Tore, gibt. Dies wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Der Anblick war wirklich schön, doch von unzähligen Touristen überlaufen.
Selfie bei den zinoberroten Toriis.
Für uns ging es deshalb kurze Zeit später schon weiter. Am Bahnhof in Kyōto machten wir uns dann mal wieder auf die Suche nach etwas essbarem. Und wir hatten dieses Mal sogar schnell etwas gefunden. Ein Ramen-Lokal warb mit einem veganen- und halal-freundlichem Ramen. Also fiel unsere Wahl auf dieses Lokal. Während wir im Lokal saßen, konnten wir sogar einen Blick in die Küche werfen und sahen, dass sie wirklich eine extra Brühe anrührten. Für Michi gab es ein Spicy Ramen, das wirklich sehr spicy war.
Spicy Ramen.
Und nach einem letzten Blick auf den beleuchteten Kyoto Tower, ging es für uns erstmal zurück ins Hotel.
Kyoto Tower.
Erkundung von Kyōto
Für den nächsten Tag hatten wir uns dann endlich die Erkundung von Kyōto vorgenommen. Zu Beginn stand etwas Natur an, denn etwas außerhalb des Stadtzentrums gibt es einen Bambuswald. Da wir beide so etwas bislang noch nicht gesehen hatten, starteten wir morgens zeitig. Den Bewertungen im Internet zufolge würde sich ein Besuch dort definitiv lohnen, aber aufgrund der Massen an Besuchern sollte man frühzeitig da sein. Wir hatten gerade noch Glück gehabt. Als wir im Bambuswald ankamen, war bereits etwas Betrieb, doch wir konnten den kleinen Wald noch in Ruhe genießen. Es war unfassbar, wie riesig groß die einzelnen Bambusrohre sind. Auch wenn diese gerade nach oben gewachsen sind, hatte man das Gefühl, dass die Blätterkronen oben ein Dach bilden würde.
Arashiyama Bambuswald.
Auf dem Rückweg waren wir bei weitem nicht mehr alleine. Im Wald wurde es immer voller und voller und wir waren froh, den Rückweg anzutreten. Für den heutigen Tag hatten wir auch noch einiges vor.
Selfie im Bambuswald.
Für uns ging es nun zur Burg Nijo-jo. Diese wurde in 1603 für den Shogun Ieyasu errichtet. Der prunkvolle Stil sollte sein Ansehen und den Verfall der kaiserlichen Macht symbolisieren.
Wachturm der Burg.
Nach dem Überqueren des ersten Burggraben, durchquerten wir das imposante Karamon-Tor. Anschließend überquerten wir einen zweiten Burggraben, bevor wir die eigentliche Burg sahen.
Karamon-Tor.
Die Burg bzw. der Palast an sich war überraschen unspektakulär und ganz anders als eine Burg, die wir aus Europa kennen. Der Ninomaru-Palast verteilt sich über 5 Gebäude mit zahlreichen Zimmer. Wir durften das Innenleben des Palastes anschauen, allerdings waren Fotos verboten. Und beim Betreten mussten wir sogar die Schuhe ausziehen.
Um sich gegen Verräter zu wappnen, wurden die Innenräume mit quietschenden und knarrenden „Nachtigallböden“ und geheimen Kammern für Leibwächter ausgestattet.
Im Palastgarten waren Bilder dann wieder erlaubt. Und damit wir während des Rundgangs auch zahlreiche Informationen erhalten, hatten wir uns zu Beginn einen Audioguide genommen. Dass wir Touristen sind, war also nicht zu übersehen.
Touristin.
Anschließend ging es für uns noch kurz zum Kaiserpalast und in den kaiserlichen Palastpark. Heutzutage ist der Palast nicht mehr die offizielle Residenz des japanischen Kaisers. Der Besuch ist übrigens vollkommen kostenlos.
Tierischer Besucher im Garten.
Leider hatten wir für den Kaiserpalast nicht mehr so viel Zeit, da wir uns für den Nachmittag für eine Free Walking Tour angemeldet hatten. Aber Zeit für ein Beweisfoto war natürlich dennoch.
Selfie-Time.
Und dann begann unsere Tour und wir lernten nochmal ein ganz anderes Kyōto kennen. Dank unserer Guidin, die auch nochmal die Geschichte Japans erzählte, wurde uns einiges verständlicher.
Straßenzug.
Zunächst ging es für uns zum Chionin Sinmon, dem Haupttempel des japanischen Buddhismus. Hierfür mussten wir einige Stufen erklimmen, doch der Anblick lohnte sich.
Chionin Sinmon.
Weiter ging es zum Maruyama Park. Zur Zeit der Kirschblüte, also im Frühjahr, ist der Park voller Menschen. Wir sahen nur ein paar Pärchen, die in traditionellen Outfits Fotos machen. Dies sei wohl typisch für Verlobte, die kurz vor der Hochzeit stehen. Im Park gab es noch eine Statue von zwei Samurais, die beim Kampf um die Stadt ihr Leben gaben.
Samurais.
Der Spaziergang führte uns weiter durch die Stadt und dabei immer weiter nach oben. Wir passierten noch einen Tempel mit Äffchen.
Äffchen.
Am höchsten und letzten Punk der Tour pausierten wir am Kiyomizu Tempel. Dies ist einer der beliebtesten Tempel Kyōto und thront wahrlich über der Stadt. 1994 wurde der Tempel sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Entsprechend groß war auch der Andrang an Besuchern.
Kiyomizu Tempel.
Und aufgrund der Höhe, bot der Tempel auch einen tollen Ausblick auf die Stadt.
Kyōto. Alt und moderne.
Und so sammelten wir an dem Tag etwa 32.000 Schritte. Doch Kyōto hat uns überrascht. Anfangs hatten wir keine konkreten Pläne, doch nach unserer Ankunft haben wir die Tage schnell gefüllt bekommen und hätten garantiert auch noch zwei bis drei weitere Tage füllen können.
Von Shanghai aus dauert es mit dem Flugzeug ca. 2,5 Stunden bis nach Tokio. Für den Flieger hatten wir uns vorab Plätze reserviert und somit ein wenig extra Platz.
Eigener Bereich im A350.
Die Einreise in Japan funktionierte problemlos. Bereits hier merkten wir, dass Japaner eine ganz andere Art als die Chinesen haben. Alle haben gelächelt, sich bedankt und waren sehr zuvorkommend. Der Herr bei der Passkontrolle hat sogar gelacht, weil er so viele Seiten durchblättern musste um mal eine freie Seite für den Einreisestempel zu finden. Bei der Gepäckausgabe wurden sogar abgeglichen, ob man die richtigen Gepäckstücke genommen hat. Das habe ich bisher noch nie erlebt.
Nachdem wir uns erstmal etwas Bargeld am Automaten besorgt hatten, sind wir zum Ticketschalter gegangen, um den Zug in die Innenstadt zu buchen. Der Flughafen Tokio Narita liegt doch etwas außerhalb der Stadt. Die freundliche Dame am Schalter erklärte uns dann noch den Weg zum Zug und das in einem ziemlich guten Deutsch. Bereits das Warten am Gleis war eine neue Erfahrung. Im Zug gibt es nur reservierte Plätze, sodass wir gleich wussten, in welchen Wagen wir steigen müssen. Am Gleis empfing uns dann bereits ein Herr, der uns erklärte, wo wir zu warten haben. Obwohl das Gleis doch recht voll war mit Wartenden, hatte alles seine Ordnung. Die Türen wurden freigelassen, damit die aussteigenden Passagiere Platz hatte und dann erst wurde eingestiegen.
Im Zug vom Flughafen Narita in die Innenstadt.
Die Fahrt in die Innenstadt dauerte ca. 45 Minuten und wir konnten schon einen Blick auf die Stadt erhaschen. Das Wahrzeichen der Stadt, der Tokio Skytree, war bereits aus der Ferne zu sehen.
In der Ferne ist der Tokio Skytree zu sehen.
Nach ca. 45 Minuten Fahrt waren wir allerdings noch nicht am Ziel. Wir mussten noch mit der Metro weiterfahren. Mal sehen, ob wir da mit unseren Koffern einfach so reinkommen, sind die Bahnen doch zu ihren Stoßzeiten super voll. Aber wir hatten Glück und konnten problemlos mit der ersten Metro fahren. Es fiel direkt auf, wie ordentlich und sauber alles war, nicht ein Stückchen Papier lag irgendwo rum. Und obwohl viele Leute unterwegs waren, war es angenehm ruhig. In der Metro wurde sogar durchgesagt, dass man sein Handy leise stellen soll und auf Telefonate, aus Rücksichtnahme auf die anderen Mitreisenden, verzichten soll.
Unsere erste Fahrt mit der Metro.
Generell war der Nahverkehr sehr zugänglich. Obwohl es verschiedene Anbieter gibt, für die man unterschiedliche Tickets brauchte, war alles recht verständlich. Durch unterschiedliche Farben und Formen konnten man sich gut zurechtfinden. Und so fanden wir auch zügig den Weg in unser Hotel.
Doch abends dann standen wir vor einer größeren Herausforderung, als ich es vorher für möglich gehalten hätte: Die Suche nach einem vegetarischen Essen für mich. Michi hätte als experimentierfreudiger Allesesser überall was gefunden. Als schnäubische Vegetarierin war ich da das begrenzende Element. Bei unserer Suche im Umkreis beschränkten wir uns schnell auf die Lokale, die Bilder oder sogar englische Übersetzungen in der Speisekarte hatten. Endlich hatten wir einen Laden gefunden, der etwas mit Tofu angeboten hat. Die Bestellung gaben wir bei einem Automaten ab, ähnlich wie bei McDonalds. Die Tickets gaben wir dann am Tresen ab und kurze Zeit später wurde uns das Essen gebracht. Ein Glas Wasser oder Tee gibts in Japan übrigens immer mit dabei, kostenfrei.
Japanisches Essen.
Am nächsten Tag begannen wir dann mit der Stadterkundung. Hierbei merkten wir nochmal deutlich, wie riesig die Stadt überhaupt ist. Zwar kommt man überall mit der Metro hin, aber das dauert auch gerne mal 40 Minuten. Für uns ging es zunächst an die bekannte Shibuya Kreuzung. Diese kannten wir von Bilder, bei denen Massen geordnet, aber doch kreuz und quer über die Kreuzung laufen. Wir wären fast an der Kreuzung vorbeigelaufen, weil so wenig los war. Wahrscheinlich waren wir einfach zur falschen Zeit hier.
Anders als gedacht.
Anschließend ging es weiter zum Meji Shrein, einem Shinto Tempel. Diese Shinto Tempel sind immer von einem Torii, eine Art Tor, umgeben. Hieran kann man auch leicht erkennen, ob es sich eben um einen Shinto Tempel handelt oder um einen buddhistischen Tempel, bei denen kein Torii davor steht.
Am Torii Tor.Tempel.
Der Weg zum Tempel war wie eine grüne Oase inmitten der Großstadt. Man war umgeben von Natur und hat vom ganzen Trubel der Stadt kaum noch etwas mitbekommen.
Free Walking Tour
Anschließend machten wir, wer hätte es anders erwartet, mal wieder eine Free Walking Tour. Trotz Internet hatten wir etwas Mühe den Treffpunkt zu finden. Die Tour begann im Stadtteil Akihabara, welcher so bunt und laut war, dass man vor lauter Pikachus an den Gebäuden etwas die Orientierung verlor. Doch schnell fanden wir eine Gruppe nicht asiatisch aussehender Menschen, die vermutlich ebenso Touristen waren. Und kurze Zeit später kam auch unser Guide Hiroshi. Nach ein, zwei Stopps in Akihabara, verließen wir das Viertel allerdings schnell wieder. Bei einer Gruppe von fast 30 Leute, war es dort doch einfach zu laut und zu voll. Hiroshi zeigte uns schnell ein paar ruhigere Ecken Tokios und erzählte uns von der Geschichte.
Im Stadtteil Akihabara.Konfuzius.
Abseits einer vielbefahrenen Straße, gab es einen kleinen Wald, der eine Statue von Konfuzius beherbergte. Diesem wird nachgesagt den japanischen Shintoismus beeinflusst zu haben. Es gab sogar ein ihm gewidmetes Museum, welches allerdings geschlossen war.
Konfuzius-Museum.
Die Stadt bietet immer wieder ruhige Oasen, da es viele Tempel gibt. Bevor man den Tempel betritt, sollte man sich übrigens reinigen. Dafür gibt es spezielle Wasserbecken mit reinem Wasser. Zunächst wird die rechte, dann die linke Hand gewaschen und anschließend wird sogar kurz der Mund ausgespült.
Tor zum Shinto Tempel.
In einem Shinto Tempel gibt es auch für das Beten einen bestimmten Weg. Für seinen Wunsch muss man zunächst bezahlen, das kann eine 5 Yen Münze sein, aber auch eine 1 Yen Münze. Der Wert ist hierfür unerheblich. Diesen wirft man in eine große Box. Dann verbeugt man sich zwei mal, bevor man zweimal in die Hände klatscht. Da es so viele unterschiedliche Shinto Götter gibt, die überall sind, soll durch das Klatschen deren Aufmerksamkeit gewonnen werden. Anschließend betet man bzw. gibt seinen Wunsch ab. Hierbei sollte man so konkret wie möglich sein und sich zunächst sogar kurz vorstellen, damit der Wunsch auch zugeordnet werden kann. Zum Abschluss verbeugt man sich ein letztes Mal und verlässt dann den Gebetsbereich.
Shinto Tempel.
Die Tour führte uns dann noch kreuz und quer durch Tokio, wobei wir schnell den Überblick verlieren. Orientieren konnte man sich aber immer etwas am Tokio Skytree, der oft zu sehen war. Wir hatten uns dies auch als nächsten Anlaufpunkt herausgesucht.
Unser nächstes Ziel in weiter Ferne.
Denn nach der Tour wollten wir auf den Turm hinauf.
Besuch von Tokio Skytree
Der Tokio Skytree ist das Wahrzeichen von Tokio. Mit einer Höhe von 634 m ist er sogar das dritthöchste Gebäude der Welt.
Um das Erlebnis besonders zu genießen sind wir einen Teil des Weges gelaufen. Ok nicht wirklich. Gelaufen sind wir schon, aber hauptsächlich weil der Weg mit der Metro einfach sehr umständlich gewesen wäre. Dadurch konnten wir den Skytree aber in all seinen Illuminationen bestaunen.
Auf dem Skytree war gut was los, allerdings hätte ich mit noch viel mehr Menschen gerechnet. Und wir hatten richtig Glück mit dem Wetter und eine super Aussicht.
Selfie!
Die Japaner mögen es einfach bunt und kitschig. In Deutschland wäre solch ein Fotohintergrund bestimmt verschmäht worden. Doch hier standen die Leute fast Schlange dafür. Ein Foto konnte ich mir deshalb natürlich nicht entgehen lassen. und wenn schon, dann auch im richtigen Japan-Style.
Foto im Japan-Style.
Für den folgenden Tag hatten wir uns mal wieder eine Aussichtsplattform ausgesucht. So ein Blick über eine Großstadt ist schon spektakulär. Doch dieses Mal war es „nur“ der 45. Stock, dafür aber vollkommen kostenfrei. Und was ein Glück, dass wir die Plattformen genau so besucht haben, denn am heutigen Tag war es sehr bewölkt und nebelig. Bei gutem Wetter hätte man sogar den Berg Fuji sehen können.
Aussicht aus dem 45. Stock.
Da zu dem Nebel auch ein bisschen Regen kam, sind wir etwas mehr auf den ÖPNV umgestiegen. Das Bahn-System ist Tokio ist einfach super. Man kann eine Suica-Karte erwerben und diese einfach mit Geld aufladen. Somit braucht man nicht für jede einzelne Fahrt ein Papierticket kaufen, sondern kann einfach die Suica-Karte nutzen. Und mit dieser Karte könnte man sogar im Supermarkt bezahlen.
Seltenheit: eine leere Bahn.
Für Ausländer ist das Bahnfahren wirklich einfach. Die Durchsagen erfolgen auch auf Englisch und die Anzeigetafeln wechseln regelhaft zwischen Englisch und Japanisch. Die Rush hour sollte wenn möglich gemieden werden, doch wenn es mal nicht anders geht, findet sich schon ein Plätzchen im Wagon.
Der normale Wahnsinn.
Für den weiteren Vormittag hatte wir uns schon wieder für eine Free Walking Tour entschieden, dieses Mal allerdings im Stadtteil Asakusa.
Asakusa Walking Tour
Auch wenn das Wetter nicht so mitspielte, machten wir das Beste draus. So war ich wirklich froh, dass wir für diesen Tag keine Tickets für den Skytree hatten. 🙂
Der Skytree im Nebel.
Stattdessen hatten wir uns für eine Tour durch Asakusa entschieden, einem Stadtteil, der noch an das traditionellere Japan erinnern sollte. Bereits zu Beginn fiel das große Tor zum Eingang des Shinto Tempels, das Kaminarimon, auf. Es war einfach nicht zu übersehen. Dahinter befand sich eine Einkaufsstraße, die von Souvenir- und Snack-Ständen gesäumt war. Die Straße endete beim Tempel.
Einkaufsstraße in Asakusa.
Uns fielen direkt ganz viele Frauen, aber auch Männer, auf, die in Simons rumliefen. Wir fragten deshalb unsere Guidin, ob ein Feiertag in Japan sei, doch sie verneinte. Dies waren alles Touristen, die sich „verkleidet“ haben. Sie erklärte uns dann noch, dass die Muster der Kimonos viel zu auffällig und bunt waren. Japaner bevorzugen dezente und zurückhaltendere Kimonos. Tauschen wollte ich mit den ganzen Touristen nicht. Viele hat man angesehen, wie mühsam es ist, sich in dem Kimono zu bewegen. Die Beinfreiheit ist doch sehr beengt. Und manche hatten sich sogar gegen die traditionellen Schuhe, die wie Holz Flip Flops aussehen, entschieden und sind in ihren eigenen Turnschuhen rumgelaufen.
Bereits im Tempel wurde es dann deutlich ruhiger von Touristen, denn diese machten ihre Bilder eher davor.
Selfie am Tempel.
Die Tempelanlage war ziemlich groß und super in Schuss. Vom Staat erhalten die Tempel übrigens keine Unterstützung, sie müssen sich komplett selber finanzieren. So ist es auch möglich, dass es auf dem Tempelgelände Souvenirläden oder auch Eisverkäufer gibt.
5-stöckige Pagode.
Neben der Tempelanlage gab es auch einen kleinen Park, eine wundervolle Oase. Die Steinbrücke über dem Fluss soll eine der ältesten Konstrukte Japans sein.
Kleine Oase.
Der Stadtteil Asakusa war früher auch ein Ausgehviertel und es gab viele Theater. Doch nachdem die Stadt immer weiter gewachsen war, verlagerte sich das Amüsierviertel eher nach Shibuya oder Shinjuku. Hierdurch gab es großen Leerstand in Asakusa. Der Stadtteil wurde aber in den letzten zehn Jahren wieder aufgewertet und es wurde hierbei versucht, den alten Charme beizubehalten.
Asahi Bier-Halle.
Die Tour endete mit einem Blick auf dem Skytree. Ins Auge fielen hierbei allerdings zwei andere Gebäude an der Promenade. Der Hauptsitz der Asahi-Brauerei hat nämlich ein markantes Aussehen. Doch erst nach den Erklärungen unserer Guidin konnte ich dies als Bierglas zuordnen. Das kleinere Gebäude daneben soll das brennende Herz für Asahi-Bier darstellen. Doch wird dieses im Umgangston eher das „poo building“ genannt.
Harajuku und Schweine Café
Nach der Tour hatten wir noch einen letzten Punkt auf unserer Tagesordnung. Dieser führte uns ins Viertel Harajuku, einem ganz wuseligen, bunten und sehr vollem Stadtteil. Deshalb brauchten wir erstmal eine Stärkung.
Japanische Speisekarte.
Wir hatten uns für einen so ansprechend-aussehenden Crepe entschieden. Die Auswahl war wirklich etwas überfordernd, da es 4 dieser Vitrinen gab. Beim Warten hatten wir allerdings genug Zeit uns zu entscheiden. Der Crepe wurde letztendlich komplett zusammengerollt und das sehr akkurat.
Kostprobe.
Geschmacklich war der Crepe lecker, doch hätte ich gedacht, dass dieser noch süßer wäre. Und die Füllung war nicht zu viel, sodass man ihn wirklich gut essen konnte.
Doch nach der Stärkung stieg die Vorfreude auf den eigentlichen Grund unserer Anreise. Wir wollten ein Schweinchen Café besuchen.
Das Schweine Café.
Ja genau, ein Café bei dem Schweine, hier sogar kleine Mikroschweine, frei rumlaufen. In Japan ist sowas keine Seltenheit, gibt es dies doch auch mit Katzen, Hundewelpen oder sogar Ottern.
Wir hatten ein kleines Separee mit zwei Schweinchen gebucht, da der große Raum bereits ausgebucht war. Nachdem wir unsere Schuhe ausgezogen und uns die Hände desinfiziert hatten, durften wir eintreten. Und da waren sie, viele kleine schwarze und rosane Schweinchen.
Mikro-Schweinchen.
Zum Schutz der Kleidung hat jeder noch eine Decke erhalten, denn die Schweinchen waren sehr zutraulich. Nach dem ersten Schnüffeln haben sie sich direkt in meinen Schoß gesetzt. Und da wo das eine Schweinchen war, war natürlich auch direkt das zweite Schweinchen. Und das lag nicht nur daran, dass unsere beiden Schweinchen Geschwister waren.
Kuschelzeit.
Die Schweinchen haben sich sichtlich wohlgefühlt und glücklich vor sich hin geschmatzt. Es war herrlich und eine ganz neue Erfahrung. Die Getränke, die im Café angeboten wurden, waren hier total nebensächlich. Um seine Kleidung musste man sich übrigens auch keine Sorgen machen, denn die Schweinchen sind stubenrein und haben bei Bedarf ihr WC genutzt. Nach einer halben Stunde war es für uns dann schon wieder Zeit zu gehen, denn die nächsten Leute standen schon an.
Und so endete unsere Zeit in Tokio, da es für uns am nächsten Tag weiter ging.
Trotz Jetlag wollten wir unsere Zeit in Shanghai so gut wie möglich ausnutzen und hatten uns zunächst für eine Free Walking Tour entschieden. Treffpunkt hierfür war die bekannte Nanjing Road, eine große, belebte Einkaufsstraße. Unsere Gruppenmitglieder konnten wir ziemlich schnell erkennen, waren doch wenig Europäer in der Stadt unterwegs. Die Tour war ganz interessant, doch hatten wir aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse – es war sehr nebelig – kaum Bilder gemacht. Dies haben wir am nächsten Tag natürlich nachgeholt. Hier hatten wir auch super Wetter für Bilder. Damit wir allerdings nicht die ganzen Strecke laufen mussten und einen Überblick über die Metropole erhalten konnten, hatten wir uns für eine Hop On Hop Off Busfahrt entschieden. Viele Chinesen hatten dieselbe Idee gehabt. Hierzu muss ich allerdings sagen, dass wir den 1. Oktober hatten und dies der Beginn der so genannte „Golden Week“ in China ist. Die „Golden Week“ ist eine Feiertagswoche in ganz China, sodass gefühlt alle Chinesen frei hatten und nach drei Jahren Zwangspause wieder reisen konnten und dies auch taten. So mischten wir uns unters Volk und fielen fast gar nicht auf 🙂
Das Wahrzeichen Shanghais, der Oriental Pearl Tower, war ab und an durch Häuserschluchten zu sehen. Wir hatten uns den Fernsehturm sogar aus der Nähe angeschaut. Doch hier waren wir teilweise mehr Attraktion für die anderen Touristen, als der Turm selber, sodass wir zügig weiterfuhren.
Im Hintergrund der Fernsehturm von Shanghai.
Die Stadt bzw. die Skyline ist erst innerhalb der letzten 30 Jahre gewachsen. Zuvor gab es hauptsächlich traditionelle und kleinere Wohnhäuser. Diese mussten jedoch neueren Wohngebäuden und den Wolkenkratzern weichen. Die Bewohner wurden umgesiedelt in größere, dafür außerhalb liegende Gegenden. Stellenweise gab es allerdings noch ein paar Ecken mit diesen alten Wohnhäusern. Vermutlich werden diese in den nächsten Jahren auch noch verschwinden.
Platz für Neues.
Ein weiteres markantes Gebäude der Skyline ist der „Flaschenöffner“. Leider war die Aussichtsplattform bei unserem Besuch geschlossen.
Der „Flaschenöffner“ von Shanghai.
In Mitten all der neumodischen Gebäude, gab es allerdings immer wieder traditionelle Ecken. So besuchten wir den Yu Garten, in welchem ein altes Teehaus standen. Dieses stand auf Stelzen und war umgeben von Wasser.
Altes Teehaus.
Eine Brücke mit neun Ecken ermöglichte die Überquerung. Es heißt, wer über diese Brücke geht, soll viel Glück haben. Dies teilen wir jetzt mit vielen, vielen Chinesen.
Die Brücke mit neun Ecken.
Zum Abschluss wollten wir uns ein Highlight nicht entgehen lassen und zwar die Skyline bei Nacht zu sehen. Der Ansturm war unglaublich groß und die Polizei regelte den Verkehr und leitete die Passanten in geregelten Strömen. Der Anblick war wirklich spektakulär. Bereits unsere Seite war wundervoll beleuchtet.
Shanghai bei Nacht I.
Besonders spektakuläre wurde dann aber der Anblick der gegenüberliegenden Seite. In unterschiedlichen Farben und stetig wechselnd wurden die Hochhäuser beleuchtet. Den Anblick genossen wir eine kurze Zeit, bevor wir uns wieder Richtung Hotel aufmachten.
Shanghai bei Nacht II.
Nach zwei vollen Tagen war unsere Zeit in Shanghai somit zu Ende. Für uns ging es nun weiter zu unserem eigentlich Reiseziel Japan. Shanghai ist definitiv eine Reise wert, jedoch sollte man die „Golden Week“ meiden. Es war einfach alles so unglaublich voll und Chinesen haben nunmal ein anderes Gefühl für Distanz. Mal sehen wie das in Japan so wird. Mit Taxi und Transrapid ging es dann wieder in Richtung Flughafen.
Unsere Reise in die Ferne startete wie immer am Frankfurter Flughafen. Wir sind extra besonders früh zum Terminal 2 gefahren, denn wir hofften auf ein Upgrade in die Business Class. So standen wir bereits 4 h vor Abflug vorm Schalter. Da waren wir aber bei weitem nicht die einzigsten, viele chinesische Mitreisende waren auch schon da. Als der Check In dann endlich startete waren wir tatsächlich die zweiten am Schalter. So hatten wir auch recht schnell die Gewissheit, dass wir unseren 10 Stunden-Flug in der Eco verbringen würden. Bei einem Preis von 4.000 € pro Upgrade wäre dies nicht nur unsere letzte Fernreise dieses Jahr, sondern vermutlich auch der letzte Urlaub für längere Zeit geworden.
Beim Check In wurden wir auch noch auf unseren Aufenthalt in Shanghai angesprochen. Hier gibt es nämlich eine Besonderheit, denn für die Region Shanghai besteht eine Visumsfreiheit, solange man weniger als 144 Stunden im Land bleibt. Für die Einreise in den Rest des Landes braucht man ein aufwändiges Visum. Bereits am Schalter machte der nette Herr ein paar Bilder von unseren Unterlagen. Er meinte, dass man die Chinesen bei Einreise mit der 144 Stunden Regel vorwarnen muss. Das hatte ich zunächst als Scherz abgetan.
Nachdem wir unser Gepäck aufgegeben hatten, haben wir uns noch ein letztes Mal gestärkt. Anschließend ging es zur Pass- und dann zur Sicherheitskontrolle. Wer schonmal von Terminal 2 aus zur Sicherheitskontrolle musste, weiß, wie nervig diese Gates sind. Beim Warten am Gate wurden dann plötzlich unsere Namen ausgerufen. Eine nette Mitarbeiterin von China Eastern brauchte noch weitere Unterlagen von uns, die sie sich fotografierte. Diese schickte sie tatsächlich nach Shanghai und von dort wurde unsere Einreise bereits vorbereitet.
Einige Minuten später startete bereits das Boarding. Die Kabine der Boeing 777 war modern und auf dem Bildschirm konnten wir uns die Reiseroute ansehen. So würden wir wohl tatsächlich über Russland nach China fliegen. Scheinbar meiden nur westliche Airlines den russischen Luftraum.
Flug über Russland
Der Flug selbst war langwierig, doch der Service war sehr gut. Es gab zwei warme und eine kleine kalte Mahlzeit und dazu wurden oft Getränke ausgeschenkt. Da hatte ich wirklich weniger erwartet. Kurz vor der Landung ging noch eine Stewardess mit einem Zettel rum, den sich alle abfotografierten. Dieser zeigte einen QR Code für die Gesundheitserklärung. Wir wollten uns vor Ort darum kümmern, denn laut auswärtigen Amt gibt es keine Notwendigkeit für einen Coronatest mehr.
Nach der Landung hatte sich um den Infoaufsteller bezüglich der Gesundheitserklärung eine kleine Traube von Europäern getroffen, die offensichtlich alle mit dem Internet kämpften. Wir waren auch mittendrin, als uns allerdings ein chinesischer Mitarbeiter weiter durch die Schlange scheuchte. Auch kurz vor der Schranke, die sich nur mit dem QR-Code öffnet, standen wir alle wieder rum. Ein weiterer chinesischer Mitarbeiter machte als wieder Gesten, dass wir doch endlich kommen sollten. Also gingen wir zu ihm und erklärten ihm, dass wir den QR-Code noch gar nicht haben. Da zückte er einen kleinen Zettel mit einem Code, hielt diesen vor den Scanner und die Schranke öffnete sich. Wir konnten also gehen, ohne die Gesundheitserklärung ausgefüllt zu haben.
Der Flughafen Shanghai Pudong ist wirklich riesig. Um zur Einreise und anschließend der Gepäckausgabe zu kommen, mussten wir nämlich mit der Bahn fahren. Diese ist ähnlich wie der Skytrain am Frankfurter Flughafen. Angekommen, sind wir direkt zur Einreise weiter gelaufen. In der Schlange füllten wir das Einreiseformular erneut aus, obwohl wir dies online bereits gemacht hatten. Allerdings gab es keine Möglichkeit, das online bereits ausgefüllte Formular auszudrucken, was die einzige Erleichterung beim Online ausfüllen gewesen war. Bei der Kontrolle wurden dann unsere Fingerabdrücke genommen, Fotos gemacht und es wurde ganz akribisch danach geschaut, wann wir weiterfliegen. Unsere Unterlagen wurden erneut abfotografiert und endlich haben wir den Stempel bekommen.
Schnell hatten wir noch die Koffer eingesammelt, die bereits als letzte einsam auf dem Kofferband rumfuhren. Und dann machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Und bereits hier sollte ein kleines Highlight anstehen, denn wir wollten mit dem Transrapid in die Stadt fahren. Das klappte zum Glück alles sehr unkompliziert und so saßen wir kurze Zeit später bereits im Zug. Das Design war bereits etwas in die Jahre gekommen und die Polster waren alle mit einem Überzug bedeckt. So richtig angesprochen hat uns die Einrichtung nicht, aber das ist ja natürlich auch nicht der Hauptgrund gewesen, warum wir uns für dieses Transportmittel entschieden haben.
Im inneren der Magnetschwebebahn.
Die Besonderheit ist, dass der Transrapid bis zu 300 km/h fährt und uns somit innerhalb von 8 Minuten in die Stadt brachte. Die Fahrt verging total flott und die Geschwindigkeit hat man wirklich nicht gemerkt.
ÖPNV mit einer Maximalgeschwindigkeit von 300 km/h.
Leider gibt es nur eine Station von dem Transrapid, sodass wir gar nicht bis zu unserem Hotel fahren konnte. Deshalb mussten wir für den Rest noch in ein Taxi umsteigen, welches uns dann direkt bis zum Hotel brachte. Und was ein Glück wir hatten, denn wir haben direkt ein Zimmer bekommen, obwohl der Check In erst 4 Stunden später wäre. So konnten wir uns noch kurz frisch machen, bevor wir dann die Stadt erkundeten.
Es geht wieder los. Nach vier Monaten in Südamerika hat es uns gerade mal fünf Monate daheim gehalten bevor uns die große Reiselust wieder überkam. Dieses Mal geht es allerdings in die entgegengesetzte Richtung, denn unser Reiseziel heißt Japan.
Um zunächst die Anreise etwas zu verkürzen, starten wir mit einem Stopover in Shanghai. Zwei Tage werden wir uns die Metropole anschauen, bevor es schon weiter geht. Warum nur so kurz? Eigentlich benötigt man für die Einreise nach China ein Visum, welches aufwändig im Konsulat beantragt werden muss. Für einen kurzen Stop in Shanghai gibt es allerdings eine Ausnahme und somit können wir ohne Visum einreisen.
Von Shanghai geht es dann weiter nach Tokio, der Hauptstadt Japans. Nach einer kurzen Akklimatisierung und hoffentlich keinem Kulturschock, reisen wir weiter südlich. Denn aufgrund der begrenzten Zeit haben wir uns lediglich auf den Süden des Landes beschränkt. Als Transportmittel haben wir uns für den Zug entschieden, aber nicht für irgendeinen Zug, sondern für den Shinkansen. Dieser japanische Hochgeschwindigkeitszug gilt als eines der sichersten Verkehrsmittel weltweit und das bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 200 km/h. Durch das sehr gut ausgebaute Zugnetz eignet sich der Shinkansen deshalb hervorragend, um das Land zu bereisen.
Mit diesem „Zug“ werden wir dann von Tokio nach Kyoto weiter nach Osaka bis nach Hiroshima, unserem südlichsten Punkt in Japan, reisen. Für die Rückreise nach Tokio haben wir uns allerdings ein anderes Transportmittel ausgesucht, das Flugzeug. Nach einem letzten kurzen Aufenthalt in Tokio, beginnt dann auch schon wieder unsere Heimreise. Aber auch hier haben wir uns für einen Stopover entschieden, dieses Mal allerdings in Seoul, Südkorea. Auch hier werden wir uns die Stadt etwa 2 Tage anschauen, bevor es dann tatsächlich wieder nach Hause geht.
Das ist zunächst der grobe Plan unserer Reise. Hoffentlich klappt alles so, wie wir uns das vorstellen. Lediglich bei der Pünktlichkeit des Zuges könnte es Bedenken geben… ach Quatsch, wir fahren ja nicht mit der Deutschen Bahn.
Klicke hier um mehr über den zweiten Teil unsere Reise, die Zeit in Indien, zu erfahren.
Butwal und Lumbini
Nach 14 Stunden Busfahrt waren wir endlich in Nepal angekommen. Nach einer Übernachtung in Butwal ging es direkt weiter. Unser erster Stopp war Lumbini, der Geburtsort von Buddha. Der Ort strahlte eine Ruhe aus, die nach dem turbulenten und wuseligen Indien sehr gelegen kam. Generell fiel auf, dass es in Nepal viel ruhiger zuging als in Indien – die Nepalesen hupen einfach nicht so gerne.
LumbiniMartina genießt die Atmosphäre in Lumbini
Chitwan Nationalpark
Weiter ging es dann in Richtung Chitwan Nationalpark. Hier haben wir nicht in einem klassischen Hotel übernachtet, sondern in kleinen Hütten im Dorf bei der Tharu-Gemeinde. Zunächst haben wir einen geführten Spaziergang durch das Dorf unternommen, da die Leute dort vieles selbst anbauen. Dabei haben wir einen Elefanten getroffen, der leider domestiziert wurde/den wir mal anfassen konnten. Anschließend haben wir eine Jeepsafari unternommen. Hierbei haben wir Affen, Schweine, Pfauen, Rehe, Elefanten und sogar Nashörner gesehen. Abends hat uns die Gemeinde am Lagerfeuer einige ihrer traditionellen Tänze gezeigt. Wenig später haben wir alle gemeinsam getanzt.
Martina genießt die Zeit vor unserer HütteEin Nashorn versteckt sich im Chitwan Nationalpark
Pokhara
Nach zwei wundervollen Tagen bei den Tharu ging es für uns weiter nach Pokhara. Dieser sehr touristische Ort ist Ausgangspunkt für viele Wanderungen im Himalaya. Dennoch hat uns der Ort in seinen Bann gezogen gehabt. An einem See gelegen konnte man die schneebedeckten Berge im Hintergrund bewundern. An unserem freien Tag haben wir einen Ausflug zur World-Peace-Pagode auf dem gegenüberliegenden Berg unternommen. Hierfür wurden wir von einem Schiffer ans andere Ufer gefahren. Dort hat er gewartet bis wir wieder zurückwollten.
Der idyllische BergseeMartina auf dem schönen Bergsee
Kathmandu
Anschließend ging es zu unserem letzten Stopp der Reise nach Kathmandu. Nach einer 10-stündigen Busfahrt haben wir zunächst den Affentempel besucht. Der Name war hier volles Programm. Einem Gruppenmitglied wurde seine neu gekaufte Klangschale von einem Affen geklaut. Als dieser gemerkt hat, dass in der Tüte nichts Essbares ist, hat er diese wieder weggeworfen. Zum Glück konnte unser Mitreisender seine Klangschale wieder einsammeln – jetzt ist sie um eine Geschichte reicher. Mit der Ankunft in Kathmandu neigte sich unsere Gruppenreise nach einem letzten gemeinsamen Abendessen dem Ende zu. Aber noch mussten wir uns nicht von allen Teilnehmern verabschieden. Einige Mitreisende und wir hatten uns dazu entschlossen am folgenden Morgen einen Flug zum Mount Everest zu unternehmen. Die kleine Propellermaschine von Yeti Airlines brachte uns ziemlich nah an den höchsten Berg der Erde. Der Flieger war sogar so klein, dass jeder während des halbstündigen Fluges mal in Cockpit durfte um die fantastische Sicht zu genießen. Erst später haben wir erfahren, dass Yeti Airlines eine Tochtergesellschaft von Tara Airlines ist – eine der gefährlichsten Airlines der Welt. Gut, dass wir diese Info erst nach dem Flug erhalten haben.
Martina bereit zum BoardenMichael in freudiger Erwartung auf den FlugFlug mit Aussicht: der höchste Berg der Welt vor der NaseMan durfte sogar ein Blick ins Cockpit werfen
Am selben Tag haben wir die Stadt noch bei einer Free Walking Tour erkundet. Dabei haben wir auch den Durbar Square besucht welcher von zahlreichen Tempeln und Pagoden umringt ist. Die Spuren des Erdbebens in 2015 waren noch deutlich erkennbar. Ein weiteres Highlight der Reise war, als wir die Kumari – eine lebende Gottheit gesehen haben, als sie aus ihrem Fenster blickte.
Impressionen von der Free Walking TourKathmandu hat einen einzigartigen CharmDie Spuren des Erdbebens sind aber noch immer allgegenwärtig
Weiter besuchten wir noch den Ort Pashupatinath, welcher für die Nepalesen von ähnlicher Bedeutung ist wie Varanasi. Auch hier werden die Verstorbenen gewaschen und verbrannt. Durch unseren Guide Sumit konnten wir hier viele weiter Infos erhalten, die der Reiseführer nicht hergibt. Am folgenden und unserem letzten Tag in Kathmandu haben wir einen Spaziergang vorbei am ehemaligen Königspalast bis zum Garden of Dreams gemacht. Nach aufregenden und ereignisreichen Wochen neigt sich unser Urlaub nun auch dem Ende zu. Am nächsten Tag ging es für uns wieder in Richtung Flughafen und mit einem kurzen Aufenthalt in Dubai wieder zurück nach Hause.
Nur Hindus dürfen den Tempel betreten. Daher nur in Schnappschuss von außen. Auch an diesem heiligen Ort werden Leichen verbrannt
Die Zeit in Indien und Nepal wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Das war wohl die entbehrungsreichste und zugleich interessanteste Reise welche wir bislang erlebt haben.
Ein anderes entbehrungsreiches Erlebnis waren unsere 4 Wochen auf Kuba.