Indien – Staat der Kontraste

Indien – Staat der Kontraste

Lesezeit: 5 Minuten

Teil 2 von 3

Klicke hier um mehr über den ersten Teil unsere Reise, den Stopover in Dubai, zu erfahren.

Delhi

Am Flughafen in Delhi angekommen empfing uns eine nette Inderin um uns zu unserem Hotel zu fahren. In schlechtem Englisch teilte sie uns mit, dass sich unser Hotel geändert hatte. Verunsichert, da dies wohl eine typische Touristenfalle sei und nach unseren Erfahrungen auf dem Gewürz-Markt in Dubai, haben wir lange mit der Frau diskutiert. Allerdings waren ihr schlechtes Englisch und ihre ständige Antwort ‚yes, yes‘ auf all unsere Fragen nicht sehr hilfreich. Wir entschlossen uns dennoch mit ihr mitzufahren da wir zumindest unserem Reisebüro eine Nachricht hinterlassen konnten. Dort konnte uns der freundliche Manager schnell aufklären. In der Gegend unseres ursprünglichen Hotels hatte es einen schlimmen Brand gegeben und deshalb wurden in der ganzen Region die Hotels geschlossen. Unser neues Hotel lang dafür in der Nähe des Flughafens und weit außerhalb der Stadt.

Unser erster voller Tag in Delhi startete mit einer 45-minütigen TukTuk-Fahrt ins Stadtzentrum. Ein TukTuk mussten wir nicht lange suchen, auf dem ganzen Weg zur Hauptstraße wurden wir ständig von Leuten angesprochen und am Straßenrand bildete sich eine ganze Traube von TukTuk-Fahrern, die uns alle fahren wollten. Angeboten haben sie allerdings alle denselben Preis. Die Fahrt ins Zentrum war ein Erlebnis für sich. Dort angekommen sind wir in den HoHo-Bus, eine indische Variante eines Hop-On-Hop-Off-Busses, umgestiegen. Nach ein bisschen Sightseeing vom Dilli Haat Market und dem Lotustempel ging es wieder zurück ins Hotel. Am nächsten Tag ging es uns beiden nicht gut, die schlechte Luft und die Abgase während den TukTuk-Fahrten haben uns zugesetzt, sodass wir in ein nahegelegenes Einkaufszentrum gefahren sind. Hier gab es bei McDonalds Piri-Piri-Pommes und einen Kaffee bei Starbucks – zu europäischen Preisen.

Mit dem TukTuk in die Innenstadt
Mit dem TukTuk in die Innenstadt

Delhi kann unheimlich schön sein, aber auch unfassbar hässlich. Ein Kontrast, welcher allgegenwärtig in Indien ist.
Delhi kann unheimlich schön sein, aber auch unfassbar hässlich. Ein Kontrast, welcher allgegenwärtig in Indien ist.

Lotustempel
Lotustempel

Am folgenden Tag haben wir uns wieder in die Stadt gewagt. Dieses mal waren wir allerdings besser vorbereitet und haben auf der TukTuk-Fahrt FFP2-Masken getragen. Wer hätte damals gedacht, dass wir diese Dinger in Zukunft öfter brauchen würden… Dieses Mal haben wir uns das Rote Fort angesehen, allerdings war vor lauter Smog nicht zu erkennen, dass das Fort rot ist. Im Laufe des Tages wurde es mit dem Smog immer besser und wir sind anschließend noch zur Jama Masjid, der größten Moschee Indiens, gegangen. Zum Abend ging es noch in den Stadtteil Majnu ka Tilla, auch als Little Tibet bekannt. Dort haben wir das erste mal Momos – tibetische Teigtaschen – gegessen.

Delhi rotes Fort
Die Luftqualität in Delhi war unvorstellbar schlecht

Jama Masji Mosche in Delhi
Jama Masjid die größte Moschee Indiens

Ein Stück Tibet in Delhi
Ein Stück Tibet in Delhi

Am folgenden Tag sind wir zum Mughal Garden in der Nähe des Präsidentenpalastes gefahren und anschließend zum India Gate. Anschließend zog es uns wieder in das Einkaufszentrum, denn wir mussten schon früh merken, dass wir eine große Attraktion für die Inder waren. So gibt es mittlerweile bestimmt viele Wohnzimmer, in denen wir auf Familienfotos verewigt sind.

Mughal Garden
Mughal Garden

Selfie aus dem Garten des Moguls
Selfie aus dem Garten des Moguls

Inderin wollte ein Selfie mit Michi
Inderin wollte ein Selfie mit Michi

Martina war aber das begehrtere Motiv
Martina war aber das begehrtere Motiv

Am folgenden Tag begann dann unsere Gruppenreise. Nach den Erfahrungen auf Kuba hatten wir uns für diese Reise nämlich für eine geführte Gruppenreise entschieden. Unsere Wahl fiel hier schnell auf G Adventure (afiliate Link xD), da hier viel Wert auf lokale Institutionen gelegt wird.

Jaipur

Mit der Gruppe und unserem Guide Mo haben wir Delhi direkt verlassen in Richtung Jaipur – der rosanen Stadt. Dies ist u.a. auch die Heimat unseres Guides Mo und so hatten wir vermutlich den besten Tourguide, den man sich für diesen Ort nur hätte wünschen können. Genächtigt haben wir im Bissau Palace, einem ehemaligen Palast, in dem sogar Queen Elizabeth II. bereits genächtigt hatte – aber vermutlich nicht in unserem Zimmer, denn die waren nicht so Palast-würdig. xD In Jaipur haben wir dann noch die beeindruckende Befestigungsanlage Amber Fort besichtigt. Ebenso haben wir Hawa Mahal, besser bekannt als den Palast der Winde, gesehen. Anschließend haben wir auch den Wasserpalast Jal Mahal, welcher schon Drehort für den James Bond Film Octopussy war.  

In der Fahrradrikscha durch Jaipur
In der Fahrradrikscha durch Jaipur

Frau verkauft Gemüse
Frau verkauft Gemüse

Mann chillt sein Leben
Mann chillt sein Leben

Amber Fort
Amber Fort

Agra

Als nächster Stopp auf unserer Agend stand bereits Agra – und damit mein Highlight der Reise. Agra ist nämlich der Ausgangspunkt um das wunderschöne Taj Mahal zu besichtigen. Dieses im Jahr 1648 fertiggestellte Mausoleum ließ der damalige Großmogul Shah Jahan zum Gedenken an seine große Liebe Mumtaz Mahal erbauen. Auch hier waren die Europäer wieder das größere Highlight für die Indier – zum Glück verteilte es sich nun gleichmäßig auf alle hellhaarigen Frauen der Gruppe. xD

Taj Mahal: traumhaft schön
Taj Mahal: traumhaft schön

Orchha

Am nächsten Tag ging es mit dem Zug weiter nach Jhansi und von dort aus weiter mit einem Taxi nach Orchha. Die Kleinstadt ist weniger touristisch, hat dafür allerdings viele Tempel und Paläste zu bieten. Abends haben wir einer Zeremonie im örtlichen Hindu Tempel beigewohnt. Das war wirklich interessant und unser Guide Mo konnte uns alles Wichtige hierzu erklären. Am folgenden Tag gab es einen Kochkurs bei einer einheimischen Familie. Das gekochte Essen durfte anschließend natürlich auch verkostet werden und war eines der besten Essen dieser Reise. Nachdem wir noch den Sonnenuntergang am Fluss genossen haben mussten wir uns für die Weiterreise fertig machen. Diesmal ging es ganz abenteuerlich mit dem Nachzug weiter nach Varanasi.

Adel und Klerus: PrinzHessin trifft heilige Kuh
Adel und Klerus: PrinzHessin trifft heilige Kuh

Ganz nah dran, hier gibt es keine Zäune, Absperrungen und Co
Ganz nah dran, hier gibt es keine Zäune, Absperrungen und Co

Martina kocht Masala Chai
Martina kocht Masala Chai

Kleine Stadt, großes Kino: Sonnenuntergang am Fluss
Kleine Stadt, großes Kino: Sonnenuntergang am Fluss

Die Fahrt im Nachtzug war im Nachhinein weniger schlimm als anfangs befürchtet. Das herausforderndste waren allerdings die Toiletten im indian style bei einem ständig Ruckelnden Zug.

Michi im Nachtzug
Michi im Nachtzug

Unser Abteil, war relativ wenig Privat
Unser Abteil, war relativ wenig Privat

Varanasi

In Varanasi angekommen ging es gleich weiter in Richtung Ganges. An den Treppen zum Fluss, Ghats genannt, ging es weiter mit dem Boot. Uns wurde die Stelle des Flusses gezeigt, an welcher die Verstorbenen im heiligen Wasser des Ganges gewaschen und anschließend verbrannt werden. Dies war beeindruckend. Dabei fiel auf, dass lediglich Männer an der Verbrennung teilenehmen. Mo klärte uns auf, dass Weinen ein Tabu bei dieser Zeremonie ist und Frauen deshalb hiervon ausgeschlossen sind – sie seien zu emotional.

Andere Länder, andere Sitten: Verbrennungen finden hier im öffentlichen Raum statt
Andere Länder, andere Sitten: Verbrennungen finden hier im öffentlichen Raum statt

Varanasi ist den Indern heilig, täglich findet hier eine Zeremonie statt
Varanasi ist den Indern heilig, täglich findet hier eine Zeremonie statt

Nach dem Sonnenuntergang haben wir noch eine Gebetszeremonie miterleben können, bei welcher dem heiligen Fluss Ganges gedankt wird. Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus um den Sonnenaufgang zu sehen. Anschließend ging es in das muslimische Viertel der Stadt, welches für die Verarbeitung von Seide bekannt ist. Natürlich sind auch zwei, drei Erinnerungsstücke in unserer oder viel eher meiner Tasche gelandet xD

Der nächste Tag sollte unser längster Reisetag mit 14 Stunden werden. Ziel war Butwal im Nachbarland Nepal.

Klicke hier um mehr über den dritten Teil der Reise zu erfahren.