Mallorca – die Insel mit dem Rad erkunden
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Heute möchte ich euch über eine coole Art und Weise berichten wie man Mallorca bereisen kann. Ursprünglich hatte ich keine Lust meinem Urlaub auf der wohl beliebtesten Inseln der Deutschen zu verbringen. Dass hat eine Radreise, die ich 2016 gemacht habe, komplett geändert. Die Reise hat mir so gut gefallen, dass ich sie unbedingt auch mit Martina machen wollte. So haben wir 2021 zusammen die Insel auf dem Rad erkundet, für mich nun zum zweiten Mal. Auf der unteren Karte könnt ihr den Verlauf der Tour sehen. Start und Ziel war das berühmt berüchtigte El Arenal.

El Arenal
Von Frankfurt aus sind wir früh am Morgen mit der ersten Maschine nach Palma de Mallorca geflogen. Dort angekommen ging es mit dem Bus weiter nach El Arenal zu unserem Hotel unweit des Ballermanns. Für Martina war die Gegend um den Ballermann ein kleiner Kulturschock. Sie hat seit kleinster Kindheit Spanienerfahrung und dementsprechend war es für sie eine komplett neue Erfahrung, dass überall nur Deutsch gesprochen wird. Und auch die Essenskultur am Ballermann ist eine andere als im übrigen Spanien. Martina liebt über alles Tortilla Española. Dementsprechend ist die erste Amtshandlung in Spanien ein entsprechendes Bocadillo – also ein belegtes Brot – zu bestellen. Unsere Suche am Ballermann war jedoch erfolglos. Nirgends konnte das Objekt der Begierde, ein Bocadillo con Tortilla Española, aufgetrieben werden. Die Alternative war für meinem Geschmack mehr als gelungen. So starteten wir gut gestärkt mit Cava in den ersten Tag.

Unsere Radreise sollte erst am übernächsten Tag beginnen. So hatten wir noch ein bisschen Gelegenheit den Ballermann zu erkunden. Dieser war durch Corona Maßnahmen ganz anders als sonst. Was für uns persönlich nicht von Nachteil war, denn unserer Reisegrund war ein anderer. So schlenderten wir mit einem leckeren Eis von llaollao an der Küste entlang und genossen den ausklingenden Abend am Meer.

Unser Hotel am Ballermann war sauber und schön, jedoch merkten wir schnell, dass wir etwas mehr Ruhe wollten. Daher war es gut zu wissen, dass es am nächsten Tag mit dem Rad weiter zum nächsten Ziel geht.

Auf dem Weg nach Colonia de Sant Jordi
Am Morgen haben wir noch unsere Fahrräder von Harry im Empfang genommen. Im Gegensatz zu meiner ersten Radreise auf Mallorca sind wir nun mit E-Bikes unterwegs. Eigentlich wäre dies auch der Zeitpunkt gewesen, in welchem wir unsere Mitreisenden hätten kennenlernen können, aber es stellte sich heraus, dass wir zwei die einzigen Teilnehmer der Gruppenreise waren. Zwei sind eben auch schon eine Gruppe. 🙂 Neben den E-Bikes haben wir noch einen zusätzlichen Komfort auf der Reise, denn unsere Koffer werden von Harry von Etappe zu Etappe chauffiert. So reisen wir Tagsüber mit leichtem Gepäck. Das heißt, wir stellen unsere Koffer Morgens an der Rezeption oder auch im Kofferraum des Hotels ab und wie von Geisterhand bewegt, warten diesen am Abend schon im neuen Hotel auf uns.
Das tolle beim Reisen mit dem Rad ist, dass man sehr flexibel ist und teilweise direkt bis an die Sehenswürdigkeiten ranfahren kann. Gedanken um einen Parkplatz braucht man sich nicht zu machen. Eine Ausnahme hiervon bildetet die Zufahrt zum Stand Es Trenc. Wir standen tatsächlich mit unseren E-Bikes im Stau. Am Parkplatz angekommen musst wir auch für unsere Fahrräder ein Parkticket lösen – verrückt. Der Strand selbst war schön, jedoch viel zu viele Menschen. Dann lieber etwas weniger blaues Wasser und etwas weniger weißer Sand. Nach der kurzen Abkühlung am trubeligen Stand ging es mit sandiger und salziger Haut zu unserem Hotel in Colonia de Sant Jordi.

Da wir zeitig im Hotel angekommen sind, hatten wir noch ein bisschen Zeit den Pool zu testen. Nach dem Abendessen sind wir wieder an der Küste entlang geschlendert und haben auf der verkarsteten Küste sitzend den Sonnenuntergang genossen.


Weiterreise nach Porto Cristo
Nach einem guten Frühstück in Colonia de Sant Jordi, ging es weiter nach Porto Cristo. Das Frühstück ist bei Martina sehr gut angekommen, da es auch eine Tortilla Española gab.

Auch zwischen den eigentlichen Zielen gibt es viel zu entdecken. So führte uns der Weg nach Santanyi und zum Felsentor Es Pontas. Das ist es, was eine Fahrradreise in Mallorca auszeichnet. Es gibt einfach unendlich viel zu entdecken. Mallorca hat viel zu bieten und wer nur am Ballermann hängt hat nichts gesehen.

Trotz des Motors macht E-Biken hungrig. So sind wir mittags in ein Restaurant im kleinen Örtchen Felanitx eingekehrt um unsere Akkus aufzuladen. Für uns beide gab es einen Klassiker der mallorquinischen Küche Pa amb Oli – Brot mit Öl. Wobei das ganze noch ein bisschen aufgemotzt wurde. Für Martina gab es Tortilla Española als Topping, ich hatte mich für den menorquinischen Mahon Käse und Fisch entscheiden.

Gestärkt ging es zurück auf den Sattel und drei Stunden später waren wir fast in Porto Cristo. Nur fast, da kurz vor unserem eigentlichen Ziel eine weitere Sehenswürdigkeit gelegen ist, die Drachenhöhlen. Natürlich haben wir diese besucht. Die Kälte in den Cuevas ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Nachdem man mit einer Gruppe durch die Höhle gelaufen ist, wurde man am Ende mit einem Konzert klassischer Musik auf dem Wasser belohnt. Das Erlebnis hätten wir jetzt nicht unbedingt gebraucht.

Nach einer weiteren kurzen Radstrecke sind wir schon an unseren Ziel angekommen. In Porto Cristo hatten wir ein wunderschönes Hotel, das beste auf der gesamten Reise. Der Blick vom Balkon war wunderschön.

Auf der Fahrt nach Can Picafort
Morgens, nach einem leckeren Frühstück, haben wir uns wieder in den Sattel geschwungen. Die heutige Etappe bringt uns zunächst über Manacor nach Petra. Obwohl es noch ein wenig früh war für eine Mittagspause, hat uns der kleine Ort so angesprochen, dass wir ein zeitiges Mittagessen eingenommen haben. Petra ist zwar klein, dafür aber sehr schnuckelig. Wir waren auch nicht die einzigen Radfahrer, welche den Ort für eine Pause nutzen. Jedoch waren die meisten andere Besucher mit Rennrädern hier.


Nach etwa 59 km haben wir unser Ziel Can Picafort erreicht. Im Gegensatz zu den Aufenthalten zuvor bleiben wir diesmal für zwei Nächte im selben Hotel. Eigentlich sieht der Reiseplan für den nächsten Tag eine Fahrt in den Parc natural de s’Albufera de Mallorca vor, wir haben aber einen anderen Plan.
Can Picafort und Alcudia
Morgens sind wir erstmal in das 12 km entfernte Alcudia geradelt. Dort haben wir die historische Innenstadt besucht. Zunächst gingen wir durch das bekannte Porta del Moll.

Der Ort wird von einer Stadtmauer umgeben. Teilweise kann man auch auf der Stadtmauer laufen. Dort ist auch das kommende Foto entstanden.

Nachdem wir ein wendig durch die Stadt spazierten, ging es für uns auch schon wieder weiter. Unser nächstes Ziel war aber ganz in der Nähe. Zufälligerweise hatten Freunde von uns ein Haus in Alcudia gemietet um dort einige Zeit zu verbringen. Was ein Zufall, dass dies genau so in unsere Reiseroute gepasst hat. Natürlich haben wir die Chance ergriffen uns zu treffen, nachdem wir uns so lange nicht gesehen hatten. Besonderes Highlight war, den neuen Familienzuwachs kennenzulernen :-).

Letzte „große“ Etappe nach Soller
Die letzte große Etappe führt uns über mehrere Zwischenstationen zum Puerto de Soller. Aber erstmal eins nach dem anderen. Ausgehend von Can Picafort sind wir nach Inca geradelt und dort wartete dann ein Bus auf uns. Denn unser fleißiger Kofferchauffier Harry wird heute auch uns und unsere Fahrräder transportieren. Die 500 Höhenmeter waren nicht als Radstrecke ausgelegt, deshalb ging es komfortabel für uns nach oben. Nachdem unsere Fahrräder eingeladen worden sind wurden wir auf das Kloster Lluc gefahren.

Das Kloster liegt hoch gelegen im Gebirge Serra de Tramuntana. Wir haben das Kloster zu zweit erkundet. Während unsere Fahrräder, der Bus und Harry warteten. Das Kloster ist traumhaft schön gelegen. Wir sind zu einem „Gipfelkreuz“ aufgestiegen und wurden mit einer wunderbaren Aussicht belohnt.


Nach Besichtigung des Klosters, welche auf 525m N.N. liegt, ging es mit dem Bus weiter zu einem Aussichtspunkt an der Ma-10, welche ungefähr auf 840m N.N. lag. Dieser Aussichtspunkte markierte sozusagen den höchsten Punkt der Strecke. Da es morgens geregnet hatte und die Straße nass und somit sehr rutschig waren, bot uns Harry an, uns auch wieder runterzufahren, was wir dankend annahmen. Auf einen möglichen Sturz auf regennasser Fahrbahn kurz vorm Ziel konnten wir beide gut verzichten. Das nächste Ziel war das kleine Örtchen Fornalutx. Hier wartete auf uns das in der Tour inkludierte Mittagessen. Nach der Stärkung ging es weiter nach Puerto de Soller. Unsere Räder wurden ab hier wieder von Harry übernommen und sollten in Palma wieder auf uns warten.

Nachdem wir unser Hotelzimmer bezogen haben, ging es für uns weiter nach Soller. Eigentlich war dieser Punkt erst für den nächsten Tag geplant. Jedoch wurde der Zeitplan für die historische Straßenbahn und den historischen Zug nach Palma so geändert, dass es nicht wirklich möglich war beides am nächsten Morgen zu machen. Lange Rede, kurzer Sinn, wir fuhren mit einer alten hölzerner Bahn nach Soller.

Soller selbst hat einen schönen historischen Kern. Die Straßenbahn windet sich durch die engen Gassen und man kann sozusagen im Café unmittelbar neben der Strecke sitzen. Nach ein paar Stunden sind wir mit der Bahn zurück nach in den Hafen von Soller gefahren.


Über Palma zurück nach El Arenal
Heute geht es zurück nach Palma. Normalerweise würde man erst heute mit der Straßenbahn von Puerto Soller nach Soller fahren. Aufgrund der Fahrplanänderung haben wir uns eine Taxi genommen um zeitig in Palma zu sein. In Soller sind wir pünktlich an der historischen Bahn angekommen und mit Rattern und Wackeln ging es nach Palma.

In Palma wartete Harry mit unseren E-Bikes schon auf uns. Einer der letzten Programmpunkte war eine geführte Stadtführung, natürlich auf dem Rad. Jedoch war nicht Harry unser Führer sondern Pablo. Pablo ist ein waschechter Mallorquiner mit unfassbar guten Deutschkenntnissen. Er wollte wissen, ob wir auch ein bisschen Spanisch sprechen. Da habe ich in meinem besten Babbel-Spanisch „hablo solo un pocito español“ zum besten gegeben. Die Stadtführung war richtig schön. Und im Unterschied zu meiner ersten Rundreise im 2016 bestand unsere Gruppe ja nur aus uns und dem Guide. Somit haben wir eine ganz persönliche und individuelle Stadtführung erhalten.



Nach der Stadtrundfahrt sind wir zurück nach El Arenal geradelt. Dort angekommen haben wir das selbe Hotel wie zu Beginn unserer Rundreise bezogen und so schließt sich der Kreis wieder. Für uns ist jedoch der Urlaub noch nicht zu Ende.
Unser Urlaub endet noch nicht jetzt
Für uns geht es weiter auf die Nachbarinsel. Deshalb haben wir uns morgens von einem Taxi zum Hafen von Palma bringen lassen. Dort sind die beiden Deutschen mit einer italienischen Fähre zur schönsten Insel Spanien gefahren, nach Ibiza.
Martina schon voller Vorfreude auf die weiße Insel und natürlich auch auf ihren Papiii. Da dieser heute auch noch Geburtstag hat, kamen wir nicht mit leeren Händen. Als Geburtstagskuchen gab es eine Ensaimada. Da es ein süßes Gebäck ist, konnte Martina als Vegetarierin über die Zutat Manteca de Cerdo großzügig hinweg sehen.


Klicke hier um zu lesen wie man Ibiza zu Fuß entdecken kann.