#59 Von Buenos Aires nach Frankfurt

#59 Von Buenos Aires nach Frankfurt

Nach fast 60 Artikeln ist heute Schluss, denn das ist der letzte Blogbeitrag zu unserem Sabbatical.

Für den letzten Abend in Buenos Aires hatten wir mal den Balkon unserer Airbnb-Wohnung genutzt. So genossen wir den Ausblick vom 13. Stockwerk auf die Stadt bei Empanadas und Malbec. Den Malbec haben wir von unserem letzten Bargeld gekauft. Da wir nicht mehr all zu viel übrig hatten, reichte es nur für eine sehr günstige Flasche. Und bislang konnten wir bestätigen, dass es keinen schlechten Malbec gibt.

Empanadas und Malbec.

Am nächsten Morgen packten wir unserer Sachen, was gar nicht so leicht war. Wir hatten allerlei Süßes für die Daheimgebliebene gekauft. Das musste nun neben unserem normalen Gepäck auch noch im Rucksack verstaut werden. Und so ein Rucksack ist schon wesentlich kleiner als ein Koffer. Gegen 10:00 Uhr war es soweit und wir fuhren mit einem Uber zum Flughafen. Dort angekommen mussten wir leider feststellen, dass wir viel zu früh am Flughafen waren. Die Lufthansa würde unseren Counter erst in zwei Stunden aufmachen. Okay, unser Flug sollte erst um 16:45 Uhr starten, aber wir mussten die Wohnung um 10 Uhr verlassen und wollten mit dem Gepäck nicht durch die Stadt laufen. Also hieß es jetzt warten. Jedoch merkte man schnell, dass der Flug nach Deutschland geht, denn wir waren nicht die Einzigen, die viel zu früh da waren. Vor dem Schalter bildete sich bereits eine Schlange. Der Rückflug an sich war auch ein besonderer Programmpunkt für uns, denn wir sind Business Class geflogen.

Nach dem Einchecken und ein bisschen Zeit in der Lounge wurde es dann aber wirklich ernst. Wir konnten schon unseren Flieger am Gate sehen, es war eine 747-8. Das besondere bei Lufthansa ist, dass sich ein Teil der Business Class im Upper Deck befindet. Genau da werden wir auch sitzen.

Die 747-8 am Terminal.

Das Boarding verlief schnell. Die First und Business Class hatten sogar ein eigenes Gate und dementsprechend auch eine eigene Gangway. Als wir unseren Pre-Departure Drink tranken, war das Boarding in der Eco noch voll im Gange. Nach einem sanften Start ging es auch schon bald mit dem Essen los.

Selfie aud dem Upper Deck.

Der Service in der Business Class ist kein Vergleich zur Eco. Ich wurde am Platz begrüßt mit den Worten: „Guten Tag Frau Merz, für sie gibt es ja heute das Special Menü.“ Woher kannte sie meinen Namen? Und welches Special Menü? Etwas irritiert gab ich nur zurück, dass ich nur vegetarisches Essen bestellt hätte. Michi hingegen konnte aus einer Menü Karte auswählen. Bei der Vorspeise entschied er sich für Garnelen.

Marinierte Shrimps mit Zucchini, Pesto-Mayonnaise und sautierten Kirschtomaten.

Als Hauptgang gab es für mich Ravioli mit Tomatensauce und etwas Käse überbacken und für Michi den Lachs.

Gegrillter Buckellachs mit Tomaten-Paprikasauce, dazu gebratene Anden-Kartoffeln und blanchierter Bok Choy.

Beim Nachtisch konnte man zwischen einer Auswahl an Käse und einem Mango-Kuchen entscheiden. Die Wahl fiel bei uns beiden natürlich auf den Kuchen.

Mango-Crémeux Käsetorte.

Nach dem Essen war es Zeit fürs Bett. Unser großer Luxus war, dass wir unseren Sitz in eine flache Liegeposition stellen konnte. Wir hatten sogar eine Minimatratze, eine richtige Decke und ein Kissen. Ein bisschen Schlaf konnten wir so tatsächlich mitnehmen, auch weil es wirklich sehr ruhig in der Kabine war. Und dann war es auch schon wieder Zeit für das Frühstück und wir begannen mit dem Landeanflug auf Frankfurt. Vor lauter Nebel konnten wir kaum etwas sehen. Wenn man Schlafen kann, ist so ein 13 h Flug doch recht kurzweilig. In Frankfurt angekommen, freuten wir uns auf unsere Familien und auch auf unsere Wohnung.

Sabbatical in Zahlen

Da Michi Statistiken mag wollte er unbedingt unsere Reise in Zahlen fassen. Also wer kein Interesse an Statistik, Zahlen und Mathe im Generellen hat sollte, jetzt nicht weiter lesen.

Nach 118 Tagen sind wir wieder in Deutschland angekommen. In dieser Zeit haben wir 8 Länder bereist und sind neben Südamerika auch auf dem Kontinent Antarktika gewesen. Die Aufenthaltsdauer in den einzelnen Länder war extrem unterschiedlich. Die längste Zeit haben wir in Chile verbracht mit einem Anteil von 23 % an der Gesamtdauer von 118 Tagen. Hingegen war die Aufenthaltsdauern in Brasilien und Paraguay mit wenigen Stunden extrem kurz und somit deutlich kleiner als 1 % Prozent.

In Summe haben wir eine Strecke von etwa 51.000 km zurückgelegt. Zum Vergleich: der Erdumfang beträgt etwa 40.000 km. Den größten Anteil an die Gesamtstrecke hatte die An- und Abreise nach Lateinamerika mit 20.842 km. Und auch die Verteilung nach Transportmittel ist sehr ungleich. Das Tortenstück welches das Flugzeug repräsentiert hat eine Große von 84 % und ist somit deutlich größer als die Stücke für Schiff, Bus und zu Fuß. Zu Fuß sind wir aber dennoch insgesamt fast 1.000 km gelaufen.

Zu einem weiteren Thema lassen sich viel Grafiken erstellen, hier geben wir jedoch nur relative Zahlen an. Es handelt sich dabei um die Kosten. Wir haben nämlich akribisch jede Ausgabe aufgeschrieben um auch zu sehen ob wir noch im Budget liegen. Unser Budget haben wir zu 98% ausgeschöpft. Das meiste Geld haben wir für die Fahrt zur Antarktis ausgegeben. Die Schiffsfahrt ist nicht wirklich einem Land zuzuschreiben, daher hat sie eine eigene Kategorie. Unsere Zeit auf dem Schiff machte gerade einmal 8 % der Zeit des Sabbaticals aus, der Anteil am Budget beträgt aber stolze 35 %.

Die Kosten in den einzelnen Länder waren sehr unterschiedlich, jedoch auch unsere Aufenthaltsdauern. Im nächsten Diagramm wird daher gezeigt, wie viel ein Tag in welchen Land gekostet hat. Da hier keine konkreten Zahlen genannt werden, wurden die Kosten auf einen Tag in Bolivien bezogen. Das heißt, ein Tag auf dem Schiff MS Ushuaia war 9,6 mal so teuer wie ein Tag in Bolivien. Die Angaben zu Peru sind verzerrt, da hier auch die versenkten Kosten berücksichtigt wurden. Denn aufgrund der Unruhen mussten wir unseren Plan anpassen, hierdurch sind Kosten entstanden und wir haben teilweise unser Geld nicht zurück bekommen. Ansonsten gibt das Diagramm das Preisniveaus der Länder gut wieder. Hierbei gilt es noch zu beachten, dass wir unser Verhalten den Kosten angepasst haben, denn in teureren Ländern sind wir weniger essen gegangen als in günstigeren Ländern. Ebenso verhält sich dies mit den Ausflügen.

Haben wir unsere Ziele erreicht?

Zur Veranschaulichung dient die Karte, welche den ursprünglichen Plan und auch die Änderungen zeigt. Es sind einige Orte weg gefallen (rote Markierungen), andere sind hinzu gekommen (grüne Markierungen). Die politischen Unruhen in Peru haben große Anpassungen erfordert. Peru sollte ursprünglich ein Schwerpunkt des Sabbaticals sein, jedoch wurde es mehr oder weniger ausgelassen. Dadurch ist viel Zeit frei geworden, wodurch wir Bolivien viel intensiver bereist haben als es geplant war. Die Orte Santa Cruz, Trinidad, Cochabamba und auch Potosí standen nicht auf unseren Zettel.

Auch bei der Kreuzfahrt in der Antarktis gibt es Abweichungen zwischen der Karte aus dem Beitrag „#1 Der Plan“ und der tatsächlichen Route. Das liegt einfach daran, dass jede Expedition anders ist. Es gibt keine Garantie einen bestimmten Ort in der Antarktis anzufahren. Wir sind zufrieden mit dem was wir gesehen haben.

Auch gegen Ende das Sabbaticals sind noch einige Ziele hinzugekommen. Wir hatten uns bewusst die letzten drei Wochen offen gehalten. Die Zeit haben wir spontan gefüllt. Daher haben wir die Iguazú Wasserfälle und auch Uruguay besucht. Die Iguazú Wasserfälle waren eines unserer Highlights der vergangenen vier Monate. Zum Glück haben wir diesen Besuch eingebaut.

Fazit

In den vergangenen 118 Tage haben wir viele tolle Momente erlebt. Den einen Höhepunkt gibt es jedoch definitiv nicht. Es sind mehrere Orte, die als unbeschreiblich schön in Erinnerung bleiben. So haben die Salar de Uyuni, der Perito Moreno Gletscher und auch die Iguazú Wasserfälle eines gemein: Ein Foto gibt nicht einmal 10 % Prozent ihrer imposanten Erscheinung wieder. Auch die Zeiten auf der Osterinsel und dem Schiff MS Ushuaia waren unbeschreiblich schön. Sicherlich hatten wir einen Durchhänger in Peru, denn Machu Picchu sollte eines unserer Highlights werden. Wir haben mehr oder weniger das ganze Sabbatical um die weltberühmte Stätte der Inca herum geplant. Umso trauriger war es, dort nicht hinzugehen. Dies war aber mit das einzigste, was nicht geklappt hat. Wir haben keinen Flug verpasst. Wir haben für jede Nacht eine Unterkunft gehabt. Wir haben all die Dinge gesehen, welche wir uns vorgenommen hatten und noch viele mehr. Manchmal haben sich auch Sachen ergeben. So kamen wir beispielsweise in Punta Arenas ohne rechten Plan an. Jedoch haben wir jeden Tag gefüllt und mehr erlebt, als wir es erwartet hatten. Die letzten vier Monate sind eine außergewöhnliche Zeit gewesen, welche wir nicht missen möchten. Wir sind froh, dass wir diese Möglichkeit hatten.

Wenn man reist trifft man viele Leute und spricht auch über ihre Erfahrungen. So wächst auch die Zahl der Reisewünschen und wird nicht etwa kleiner. Unsere Liste ist ebenfalls länger geworden. Die Osterinsel hat Lust auf mehr Polynesien gemacht. Daher wäre Hawaii ein tolles Ziel für die Zukunft. Argentinien hat auch noch viel zu bieten. So fehlen uns dort noch Orte wie Mendoza, Salta oder auch Cordoba. Peru hingegen ist auf der Liste ziemlich weit nach unten gerutscht, da kommen erstmal andere Ziele vorher.

Den vorherigen Beitrag findest du hier.

#54 Iguazú

#54 Iguazú

Wir flogen nach Puerto Iguazú und der Hauptgrund hierfür war ein Besuch der Wasserfälle. Iguazú ist ganz im Norden Argentiniens an der Grenze zu Brasilien gelegen. Da wir nicht wegen der Stadt Puerto Iguazú kamen, wählten wir ein Hotel in der Nähe des Busbahnhofs. Von dort aus ging es dann auf eigene Faust zum Parque Nacional Iguazú.

Parque Nacional Iguazú – Die argentinische Seite 🇦🇷

Natürlich waren wir nicht die einzigen, die mit dem Bus zum Park wollten. Es hatte sich bereits eine Schlange am Bahnsteig gebildet. Im Vergleich zu Deutschland funktioniert das allerdings wirklich gut und alle haben sich brav in die Schlange eingereiht. Der Busanbieter war auch gut vorbereitet, denn es wurden zu den Stoßzeiten extra Busse angeboten. Deshalb mussten wir gar nicht lange warten. Nach etwa 20 Minuten Fahrt waren wir am Eingang des Nationalparks. Noch schnell haben wir unser Ticket gekauft und dann ging es rein. Der Park ist wirklich riesig. Wir orientierten uns zunächst und begannen mit einem der drei Rundwege. Hier entschieden wir uns für den kürzesten, da wir noch einen festen Termin am Vormittag hatten… 

Circuito Inferior – Der untere Weg

Der untere Weg führte uns zunächst etwas durch den Tropenwald. Generell waren die Wege ziemlich gut ausgebaut und die meisten waren sogar barrierefrei. Im Park gibt es insgesamt 275 Wasserfälle und so sahen wir zu Beginn bereits ein paar kleinere Wasserfälle. Etwa auf der Hälfte des Weges wurde dann die Geräuschkulisse um einiges lauter. Ein paar Schritte weiter gab es dann das dazu passende Bild. Wir konnten einen ersten Blick auf die gigantischen Wasserfälle erhaschen. Wow! Der Anblick lies und wirklich erstaunen. Michis erste Aussage war, dass die Niagara Fälle im Vergleich dazu weniger beeindruckend waren. Diese hatte er bereits besucht. 

Der erste Blick auf die gigantischen Wasserfälle.

Von einem Aussichtspunkt ging es weiter zum nächsten. So konnte man die Wasserfälle noch aus einem anderen Winkel betrachten. Hier konnten wir diesmal auch eines der Boote genauer betrachten. Dies gab uns bereits einen Vorgeschmack auf unseren nächsten Programmpunkt. 

Schon ein Vorgeschmack auf den nächsten Programmpunkt.

Bootsfahrt

Denn wir hatten uns für eine Bootstour entschieden. Diese trug den Namen Gran Aventura, also großes Abenteuer. Vom Treffpunkt aus ging es zunächst mit einem Jeep etwa 20 Minuten durch den Wald. Anschließend waren wir fast am Bootanleger angekommen, uns trennten nur noch etwa 100 Treppenstufen. Auf dem Weg runter erhielten wir noch einen wasserdichten Beutel für unsere Rucksäcke und eine Rettungsweste.

Bald geht es los!

Und dann ging es schon direkt ins Boot und die Fahrt startete. Bald erhielten wir einen tollen Blick auf die Wasserfälle aus einer ganz anderen Perspektive.

Blick von unten.

Und dann war es Zeit für eine Abkühlung in den Wasserfällen, die Gran Ducha. Also fuhren wir mit dem Boot unter einen der Wasserfälle. Das Wasser prasselte nur so auf uns runter. Und gerade in dem Moment, als es schwerer wurde zu atmen, fuhren wir wieder raus. Wow, was ein Spaß. Und deshalb ging es gleich wieder rein. Da dies nur einer der kleineren Wasserfälle war, ging es noch weiter. Nun waren wir an der Stelle, an der wir ein anderes Boot zuvor beobachtet haben. Und dann ging es ohne Vorwarnung wieder mitten rein. Und nochmal und nochmal. Bereits nach der ersten Dusche waren wir pitschnass.

Das Video war spektakulärer xD.

Nun ging es wieder zurück zum Bootsanleger. Das Tempo war rasant, sodass man auf dem Weg bereits etwas trocknen konnte. Glücklicherweise waren wir aber gut vorbereitet und hatten Wechselkleidung dabei. Nachdem wir die 100 Stufen wieder hinaufgestiegen waren, ging es mit dem Jeep erneut 20 Minuten durch den Wald. Und dann war der ganze Spaß schon wieder vorbei. Den Namen Gran Aventura hat die Tour definitiv verdient. 

Circuito Superior  – Der obere Weg

Gut erfrischt ging es dann auf den zweiten der Rundwege. Der obere Weg ermöglichte uns, wie der Name bereits verrät, einen Blick von oben auf die Wasserfälle. 

Regenbogen und Michi am Wasserfall.

Wir hatten wirklich traumhaftes Wetter und konnten viele Regenbogen sehen. Der Blick von oben auf die Wasserfälle war noch spektakulärer als zuvor. Teilweise führte der Weg direkt an der Kante, an der das Wasser abfällt, entlang. Gut, dass das Geländer da war.

Garganta del Diabolo – Teufelsschlund

Und zum Abschluss wollten wir uns natürlich noch den dritten Rundweg anschauen. Da dieser etwas weiter entfernt war, nahmen wir den Zug des Parks. Dieser ist im Preis inbegriffen und fährt regelmäßig zwischen dem Eingang, dem Beginn der ersten beiden Rundwege und dem dritten Rundweg. Dieser trägt übrigens den Namen Garganta del Diabolo was so etwas wie Teufelsschlund bedeutet. 

Der Zug zum Teufelsschlund.

An der oberen Station angekommen begannen wir dann den Rundweg. Obwohl der Park ziemlich voll war, verlief sich alles recht gut. Bereits weit vor dem Aussichtspunkt konnten wir das Ziel schon hören. Insgesamt fließen bei den Iguazú-Wasserfällen über 10 Millionen Liter Wasser pro Sekunde runter! Und endlich waren wir an der Aussichtsplattform angekommen. Noch bevor wir unser Ziel richtig sehen konnten, spürten wir es. Ein feiner Sprühregen erging über die Plattform, doch dieser kam von unten. Als wir endlich auch einen Blick auf die Wasserfälle erhaschen konnten, waren wir beeindruckt. Wahnsinn!

Am Teufelsschlund.

Der Ausblick war wirklich einmalig. Aufgrund der Größe konnte man ihn jedoch gar nicht auf einmal festhalten. Mittlerweile hatte sich der Sprühregen auch verstärkt, aber die Abkühlung war sehr willkommen. 

Unfassbare Wassermengen.

Der dritte Rundweg war definitiv der spektakulärste. Gut, dass wir diesen als letztes gemacht hatten. Der Anblick wurde den Tag über immer beeindruckender. 

Nach der letzten Erfrischung nahmen wir wieder den Zug zurück zum Eingang und machten uns auf den Heimweg. Was ein Tag. Zum Glück hatten wir noch einen Abstecher zu den Wasserfällen gemacht, dies war zu Beginn noch gar nicht Teil unseres Sabbaticals gewesen. 

Für den nächsten Tag stand wieder ein Park Besuch an. Diesmal allerdings auf der brasilianischen Seite, denn die Wasserfälle können von beiden Ländern aus bestaunt werden. Die Grenze stellt der Fluss Iguazú dar.

Parque Nacional do Iguaçu – Die brasilianische Seite 🇧🇷

Um den brasilianischen Park zu besuchen, mussten wir natürlich zunächst in Argentinien ausreisen und anschließend in Brasilien einreisen. Wir hatten uns deshalb für eine Tour entschieden, bei der der Transport und ein Guide dabei waren. Dieser erledigte auch die Einreiseformalitäten für uns. Lediglich bei der brasilianischen Einreise mussten wir selber an den Schalter, da ein Impfnachweis gefordert war. All dies verlief sehr entspannt. Und kurz hinter der Grenze war auch bereits der Nationalpark. Der Park war ebenfalls sehr groß und so gab es nach dem Eingang einen Shuttlebus, der einen zum Beginn des Rundwegs brachte. Im Unterschied zur argentinischen Seite gibt es in Brasilien nur einen Rundweg. 

Auf dem Weg zu dem ersten Aussichtspunkt konnten wir auch schon ein wahres Schauspiel beobachten. Vor uns lief ein Tourist mit einer Plastiktüte in der Hand. Diese war mit Essen gefüllt. Auf einmal hängte sich ein Coati an die Tüte und dann noch einer und ein weiter. Die Tüte zerreißte unter dem Gewicht und der Inhalt landete auf dem Boden. Innerhalb von Sekunden kamen weitere Coatis. Sie schnappten sich das Essen und rannte weg. So schnell konnten wir gar nicht gucken.  

Coatis haben die Snacks von Touristen erbeutet.

Wir gingen weiter und sahen noch öfter Coatis. Bereits auf der argentinischen Seite hatten wir einige gesehen, aber definitiv nicht so viele. 

Der Rundweg ermöglichte uns nun wieder eine andere Ansicht der Wasserfälle. Da die ganzen Wasserfälle auf der argentinischen Seite sind, erhielten wir einen Panoramablick. 

Panoramablick

Auch dieses Mal war der Park wieder recht voll und das war deutlich spürbar. Die Wege waren enger und es verlief sich nicht gut. Gerade an der letzten Plattform war ein totales Gedränge. Bereits aus der Ferne konnten wir dies sehen. 

Der Rundweg aus der Ferne.

Das Ende des Rundwegs führte uns wieder zum Garganta del Diablo, der Teufelsschlund. Dieses Mal standen wir allerdings unten. Auch hier blieb man nicht trocken. Der Anblick war beeindruckend und wir konnten sogar die Aussichtsplattform vom Vortag sehen. 

Garganta del Diablo von unten.

Beweisbild – wir waren da.

Da wir ja nun unten an den Wasserfällen waren, mussten wir auch wieder hochkommen. Glücklicherweise gibt es hier Aufzüge. Von der oberen Plattform aus hatten wir nochmal einen tollen Überblick über die Wasserfälle. 

Ausblick von der oberen Plattform.

Und dann hieß es schon wieder mit dem Shuttlebus zum Eingang des Parks zurückzufahren. Dort angekommen stiegen wir auch direkt wieder in unseren Bus, um zurück zu unserer Unterkunft zu fahren. Die Ein- und Ausreiseformalitäten erledigte dieses Mal komplett unser Guide, wir konnten einfach bequem im Bus sitzen bleiben. Das war auch gut so, denn die Wolken hatten sich zugezogen und es fing plötzlich an zu schütten. Was ein Glück hatten wir das nicht im Park abbekommen. 

Dreiländereck 🇧🇷 🇦🇷 🇵🇾

Nachdem wir unerwarteterweise nach Brasilien eingereist sind, hatte uns das Stempelsammelfieber gepackt und wir wollten noch mehr. Da trifft es sich gut, dass auch Paraguay in der Nähe liegt. An der Stelle, an dem die Flüsse Iguazú und Paraná aufeinander treffen, befindet sich das Dreiländereck bestehend aus Paraguay 🇵🇾, Argentinien 🇦🇷 und Brasilien 🇧🇷. Zuerst wollten wir mit dem Taxi nach Paraguay fahren, jedoch gibt es in der Nähe keine Brücke, die die beiden Länder verbindet. Den Umweg über Brasilien wollten wir nicht machen, da jeder Grenzübertritt mit Warten verbunden ist. Da blieb uns nur noch der Wasserweg. So sind wir zum Hafen von Puerto Iguazú gefahren, kauften uns Tickets für die Fähre und gingen zur argentinischen Grenzpolizei um auszureisen Und dann konnten wir bereits auf die Fähre. Diese wirkte sehr improvisiert, denn es war eher ein Floß mit vertäutem Schiff als Antrieb. Eine halbe Stunde nach Plan ging es dann auch endlich mal los. Die Fähre fuhr zunächst auf dem Rio de Iguazú, also zwischen Argentinien und Brasilien. Wir passierten auch die Brücke, welche Paraguay mit Brasilien verbindet.

Brücke zwischen Paraguay und Brasilien

Aus der Ferne konnten wir alle drei Denkmäler erkennen. Jedes der drei Länder hat am äußersten Zipfel seines Territoriums eine Säule in Landesfarben stehen. Als wir den Rio Paraná erreichten, war es nur noch ein kurzes Stück bis nach Paraguay. Die Fahrt dauerte ingesamt etwa 15 Minuten. Als wir wieder an Land waren, gingen wir zum paraguayischen Grenzschutz um einzureisen. Der Grenzbeamte begrüßte uns sogar auf Deutsch mit den Worten Guten Tag. Die nächstgelegene Stadt in Paraguay wäre Ciudad del Este gewesen, jedoch hatten wir andere Pläne. Wir wollten uns die paraguayische Säule anschauen und einen Blick auf Argentinien und Brasilien erhaschen. Unser Weg führte uns durch ein kleines Dorf. Im Vergleich zu Argentinien wirkte alles wesentlich ärmer. Die Straßen waren kaputt, die Häuser noch kaputter und die Autos hatten teilweise keine Scheiben. Michi erinnerte das alles an Kuba. Nach etwa 20 Minuten hatten wir den „Hito Tres Fronteras“ erreicht. Dieser wirkte sehr verlassen und wir waren die einzigen Touristen.

Willkommen am Dreiländereck.

Wir liefen zuerst an einem riesigen Busparkplatz vorbei, dieser war komplett leer. Am Aussichtspunkt selbst war ein großes leerstehendes Ladenlokal. Es wirkte so, als ob hier mit vielen Touristen gerechnet wurden, die jedoch nie kamen. Wir nutzen die Zeit für Fotos. Nach etwa einer halben Stunde brachen wir wieder auf. Ein Stückweit waren wir froh, den gespenstigen Ort wieder zu verlassen.

Blick auf Brasilien und Argentinien.

Säule in den Farben Paraguays.

Am Hafen angekommen gingen wir wieder zum Grenzschutz. Der Beamte war irritiert uns schon wieder zu sehen. Wir wurden mit einem auf Wiedersehen verabschiedet. Wir hatten Glück, die Fähre legte gerade an. Unser Aufenthalt in Paraguay hat keine zwei Stunden gedauert. So ging es just in time zurück nach Argentinien.

Fähre in Paraguay bereitet sich vor für die Fahrt nach Argentinien.

Dort angekommen mussten wir wieder einreisen. Da wir noch ein bisschen Zeit hatten gingen wir noch zur argentinischen Säule.

Säule in den Farben Argentiniens.

Der Kontrast hätte nicht größer sein können. Überall waren Touristen damit beschäftigt Fotos zu machen. Es gab viele kleine Stände welche Mitbringsel wie Magnete, Schlüsselanhänger oder auch Matebecher 🧉 verkauften. Hier war die Atmosphäre nicht gespenstisch, sondern eher wuselig. 

Argentinisches Denkmal am Dreiländereck.

Das Dreiländereck war der letzte Punkt unserer To Do-Liste für Iguazú. Für uns ging es nun wieder weiter.

Den vorherigen Beitrag findest du hier.

Zum nächsten Beitrag geht es hier lang.