#59 Von Buenos Aires nach Frankfurt

#59 Von Buenos Aires nach Frankfurt

Nach fast 60 Artikeln ist heute Schluss, denn das ist der letzte Blogbeitrag zu unserem Sabbatical.

Für den letzten Abend in Buenos Aires hatten wir mal den Balkon unserer Airbnb-Wohnung genutzt. So genossen wir den Ausblick vom 13. Stockwerk auf die Stadt bei Empanadas und Malbec. Den Malbec haben wir von unserem letzten Bargeld gekauft. Da wir nicht mehr all zu viel übrig hatten, reichte es nur für eine sehr günstige Flasche. Und bislang konnten wir bestätigen, dass es keinen schlechten Malbec gibt.

Empanadas und Malbec.

Am nächsten Morgen packten wir unserer Sachen, was gar nicht so leicht war. Wir hatten allerlei Süßes für die Daheimgebliebene gekauft. Das musste nun neben unserem normalen Gepäck auch noch im Rucksack verstaut werden. Und so ein Rucksack ist schon wesentlich kleiner als ein Koffer. Gegen 10:00 Uhr war es soweit und wir fuhren mit einem Uber zum Flughafen. Dort angekommen mussten wir leider feststellen, dass wir viel zu früh am Flughafen waren. Die Lufthansa würde unseren Counter erst in zwei Stunden aufmachen. Okay, unser Flug sollte erst um 16:45 Uhr starten, aber wir mussten die Wohnung um 10 Uhr verlassen und wollten mit dem Gepäck nicht durch die Stadt laufen. Also hieß es jetzt warten. Jedoch merkte man schnell, dass der Flug nach Deutschland geht, denn wir waren nicht die Einzigen, die viel zu früh da waren. Vor dem Schalter bildete sich bereits eine Schlange. Der Rückflug an sich war auch ein besonderer Programmpunkt für uns, denn wir sind Business Class geflogen.

Nach dem Einchecken und ein bisschen Zeit in der Lounge wurde es dann aber wirklich ernst. Wir konnten schon unseren Flieger am Gate sehen, es war eine 747-8. Das besondere bei Lufthansa ist, dass sich ein Teil der Business Class im Upper Deck befindet. Genau da werden wir auch sitzen.

Die 747-8 am Terminal.

Das Boarding verlief schnell. Die First und Business Class hatten sogar ein eigenes Gate und dementsprechend auch eine eigene Gangway. Als wir unseren Pre-Departure Drink tranken, war das Boarding in der Eco noch voll im Gange. Nach einem sanften Start ging es auch schon bald mit dem Essen los.

Selfie aud dem Upper Deck.

Der Service in der Business Class ist kein Vergleich zur Eco. Ich wurde am Platz begrüßt mit den Worten: „Guten Tag Frau Merz, für sie gibt es ja heute das Special Menü.“ Woher kannte sie meinen Namen? Und welches Special Menü? Etwas irritiert gab ich nur zurück, dass ich nur vegetarisches Essen bestellt hätte. Michi hingegen konnte aus einer Menü Karte auswählen. Bei der Vorspeise entschied er sich für Garnelen.

Marinierte Shrimps mit Zucchini, Pesto-Mayonnaise und sautierten Kirschtomaten.

Als Hauptgang gab es für mich Ravioli mit Tomatensauce und etwas Käse überbacken und für Michi den Lachs.

Gegrillter Buckellachs mit Tomaten-Paprikasauce, dazu gebratene Anden-Kartoffeln und blanchierter Bok Choy.

Beim Nachtisch konnte man zwischen einer Auswahl an Käse und einem Mango-Kuchen entscheiden. Die Wahl fiel bei uns beiden natürlich auf den Kuchen.

Mango-Crémeux Käsetorte.

Nach dem Essen war es Zeit fürs Bett. Unser großer Luxus war, dass wir unseren Sitz in eine flache Liegeposition stellen konnte. Wir hatten sogar eine Minimatratze, eine richtige Decke und ein Kissen. Ein bisschen Schlaf konnten wir so tatsächlich mitnehmen, auch weil es wirklich sehr ruhig in der Kabine war. Und dann war es auch schon wieder Zeit für das Frühstück und wir begannen mit dem Landeanflug auf Frankfurt. Vor lauter Nebel konnten wir kaum etwas sehen. Wenn man Schlafen kann, ist so ein 13 h Flug doch recht kurzweilig. In Frankfurt angekommen, freuten wir uns auf unsere Familien und auch auf unsere Wohnung.

Sabbatical in Zahlen

Da Michi Statistiken mag wollte er unbedingt unsere Reise in Zahlen fassen. Also wer kein Interesse an Statistik, Zahlen und Mathe im Generellen hat sollte, jetzt nicht weiter lesen.

Nach 118 Tagen sind wir wieder in Deutschland angekommen. In dieser Zeit haben wir 8 Länder bereist und sind neben Südamerika auch auf dem Kontinent Antarktika gewesen. Die Aufenthaltsdauer in den einzelnen Länder war extrem unterschiedlich. Die längste Zeit haben wir in Chile verbracht mit einem Anteil von 23 % an der Gesamtdauer von 118 Tagen. Hingegen war die Aufenthaltsdauern in Brasilien und Paraguay mit wenigen Stunden extrem kurz und somit deutlich kleiner als 1 % Prozent.

In Summe haben wir eine Strecke von etwa 51.000 km zurückgelegt. Zum Vergleich: der Erdumfang beträgt etwa 40.000 km. Den größten Anteil an die Gesamtstrecke hatte die An- und Abreise nach Lateinamerika mit 20.842 km. Und auch die Verteilung nach Transportmittel ist sehr ungleich. Das Tortenstück welches das Flugzeug repräsentiert hat eine Große von 84 % und ist somit deutlich größer als die Stücke für Schiff, Bus und zu Fuß. Zu Fuß sind wir aber dennoch insgesamt fast 1.000 km gelaufen.

Zu einem weiteren Thema lassen sich viel Grafiken erstellen, hier geben wir jedoch nur relative Zahlen an. Es handelt sich dabei um die Kosten. Wir haben nämlich akribisch jede Ausgabe aufgeschrieben um auch zu sehen ob wir noch im Budget liegen. Unser Budget haben wir zu 98% ausgeschöpft. Das meiste Geld haben wir für die Fahrt zur Antarktis ausgegeben. Die Schiffsfahrt ist nicht wirklich einem Land zuzuschreiben, daher hat sie eine eigene Kategorie. Unsere Zeit auf dem Schiff machte gerade einmal 8 % der Zeit des Sabbaticals aus, der Anteil am Budget beträgt aber stolze 35 %.

Die Kosten in den einzelnen Länder waren sehr unterschiedlich, jedoch auch unsere Aufenthaltsdauern. Im nächsten Diagramm wird daher gezeigt, wie viel ein Tag in welchen Land gekostet hat. Da hier keine konkreten Zahlen genannt werden, wurden die Kosten auf einen Tag in Bolivien bezogen. Das heißt, ein Tag auf dem Schiff MS Ushuaia war 9,6 mal so teuer wie ein Tag in Bolivien. Die Angaben zu Peru sind verzerrt, da hier auch die versenkten Kosten berücksichtigt wurden. Denn aufgrund der Unruhen mussten wir unseren Plan anpassen, hierdurch sind Kosten entstanden und wir haben teilweise unser Geld nicht zurück bekommen. Ansonsten gibt das Diagramm das Preisniveaus der Länder gut wieder. Hierbei gilt es noch zu beachten, dass wir unser Verhalten den Kosten angepasst haben, denn in teureren Ländern sind wir weniger essen gegangen als in günstigeren Ländern. Ebenso verhält sich dies mit den Ausflügen.

Haben wir unsere Ziele erreicht?

Zur Veranschaulichung dient die Karte, welche den ursprünglichen Plan und auch die Änderungen zeigt. Es sind einige Orte weg gefallen (rote Markierungen), andere sind hinzu gekommen (grüne Markierungen). Die politischen Unruhen in Peru haben große Anpassungen erfordert. Peru sollte ursprünglich ein Schwerpunkt des Sabbaticals sein, jedoch wurde es mehr oder weniger ausgelassen. Dadurch ist viel Zeit frei geworden, wodurch wir Bolivien viel intensiver bereist haben als es geplant war. Die Orte Santa Cruz, Trinidad, Cochabamba und auch Potosí standen nicht auf unseren Zettel.

Auch bei der Kreuzfahrt in der Antarktis gibt es Abweichungen zwischen der Karte aus dem Beitrag „#1 Der Plan“ und der tatsächlichen Route. Das liegt einfach daran, dass jede Expedition anders ist. Es gibt keine Garantie einen bestimmten Ort in der Antarktis anzufahren. Wir sind zufrieden mit dem was wir gesehen haben.

Auch gegen Ende das Sabbaticals sind noch einige Ziele hinzugekommen. Wir hatten uns bewusst die letzten drei Wochen offen gehalten. Die Zeit haben wir spontan gefüllt. Daher haben wir die Iguazú Wasserfälle und auch Uruguay besucht. Die Iguazú Wasserfälle waren eines unserer Highlights der vergangenen vier Monate. Zum Glück haben wir diesen Besuch eingebaut.

Fazit

In den vergangenen 118 Tage haben wir viele tolle Momente erlebt. Den einen Höhepunkt gibt es jedoch definitiv nicht. Es sind mehrere Orte, die als unbeschreiblich schön in Erinnerung bleiben. So haben die Salar de Uyuni, der Perito Moreno Gletscher und auch die Iguazú Wasserfälle eines gemein: Ein Foto gibt nicht einmal 10 % Prozent ihrer imposanten Erscheinung wieder. Auch die Zeiten auf der Osterinsel und dem Schiff MS Ushuaia waren unbeschreiblich schön. Sicherlich hatten wir einen Durchhänger in Peru, denn Machu Picchu sollte eines unserer Highlights werden. Wir haben mehr oder weniger das ganze Sabbatical um die weltberühmte Stätte der Inca herum geplant. Umso trauriger war es, dort nicht hinzugehen. Dies war aber mit das einzigste, was nicht geklappt hat. Wir haben keinen Flug verpasst. Wir haben für jede Nacht eine Unterkunft gehabt. Wir haben all die Dinge gesehen, welche wir uns vorgenommen hatten und noch viele mehr. Manchmal haben sich auch Sachen ergeben. So kamen wir beispielsweise in Punta Arenas ohne rechten Plan an. Jedoch haben wir jeden Tag gefüllt und mehr erlebt, als wir es erwartet hatten. Die letzten vier Monate sind eine außergewöhnliche Zeit gewesen, welche wir nicht missen möchten. Wir sind froh, dass wir diese Möglichkeit hatten.

Wenn man reist trifft man viele Leute und spricht auch über ihre Erfahrungen. So wächst auch die Zahl der Reisewünschen und wird nicht etwa kleiner. Unsere Liste ist ebenfalls länger geworden. Die Osterinsel hat Lust auf mehr Polynesien gemacht. Daher wäre Hawaii ein tolles Ziel für die Zukunft. Argentinien hat auch noch viel zu bieten. So fehlen uns dort noch Orte wie Mendoza, Salta oder auch Cordoba. Peru hingegen ist auf der Liste ziemlich weit nach unten gerutscht, da kommen erstmal andere Ziele vorher.

Den vorherigen Beitrag findest du hier.

Steckbrief: Costa Rica

Steckbrief: Costa Rica

Unsere Zeit in Costa Rica ist zu Ende. Das ist eine gute Gelegenheit ein paar unserer Erfahrungen zu teilen. 

Essen und Trinken

Bei einem typischen costa-ricanischen Essen sind die Hauptbestandteile Reis und Bohnen. Und das ist bei jeder Mahlzeit der Fall, also morgens, mittags und abends. Morgens sind Reis und Bohnen schon miteinander vermischt. Dieses Gericht nennt sich Gallo Pinto.

Gallo Pinto.

Mittags und abends gibt es Casado zu essen. Hier werden Reis und Bohnen getrennt voneinander serviert und man darf selber mischen. 

Casado

Auf der Karibikseite gab es noch eine dritte Variante, welche den wohlklingenden Namen Rice and Beans trägt. Ähnlich dem Gallo Pinto, werden Reis und Bohnen direkt miteinander vermischt. Schmeckt jedoch anders, da neben Kokosmilch auch andere Gewürze verwendet werden. ¡Era rico!

Rice and Beans.

Das Essen war aber nicht langweilig. Zum einem schmeckte es überall anders, zum anderen gab es ja noch immer eine Begleitung zu den Reis und Bohnen. So hatte ich während meiner Zeit beispielsweise Fisch, Hähnchen und sogar Leber. Für Martina war es weniger abwechslungsreich. Oft gab es als vegetarische Alternative Gemüse, Käse oder Ei. Aber es gab immerhin immer eine vegetarische oder sogar vegane Option. Keine Sorgen ab jetzt ist der Beitrag frei von jeglicher Art von Reis und Bohnen.

Ebenfalls gab es bei jedem traditionellen Essen ein Stück Kochbanane, manchmal frittiert und manchmal gebraten. Diese liebt oder hasst man, bei uns war das Erste.

Besonders lecker war das Obst. Ananas schmeckt vor Ort nochmal deutlich besser als wir es aus Deutschland kennen. Bei dem Getränk Naturales wird das leckere Obst püriert und mit Wasser oder Milch gemischt. Ein Naturales de Piña 🍍 con Leche🥛 war da schon fast wie eine Piña Colada 🍹. 

Naturales de Piña con Leche.

Unser Guide Pamela hat uns erzählt, dass das Leitungswasser in Costa Rica, abgesehen von der Karibikseite, trinkbar ist. Martina und ich waren da sehr skeptisch. Wir hatten zuvor selbst zum Zähneputzen Wasser aus der Flasche genutzt. Andere aus unsere Reisegruppe waren da mutiger. Mit ein paar Tage Verzug haben wir es dann schließlich auch getestet. Wir hatten keine Magenprobleme, im Gegenteil, das Wasser aus Monteverde war sogar sehr lecker. 

Geld und Kosten

Die lokale Währung ist nach Christopher Columbus benannt und nennt sich Colones, denn sein spanischer Name ist Cristobal Colon. Die Geldscheine sind knallig bunt. Die hübsche Seite zeigt die Flora und Fauna von Costa Rica, die andere Seite Politiker. Ungewohnt hohe Zahlen sind auf den Banknoten zu finden. Es geht bei 1.000 Colones los und endet bei 20.000 Colones. Zum Zeitpunkt unseren Aufenthalts war das eine Spanne von etwa 1,6 € bis 32 €. Während unserer Zeit in Costa Rica haben wir Millionen verprasst 😅.

Geld aus Costa Rica.

Für mich überraschend war, dass der US-Dollar weit verbreitet ist. Die Einheimischen haben diesen sogar bevorzugt. Da wir immer wenn es ging mit Kreditkarte gezahlt hatten, war dies allerdings auch kein Problem. 

Costa Rica ist kein günstiges Reiseziel. Selbst die Preise im Supermarkt sind mitunter höher alls wir es aus Deutschland gewöhnt waren. Beim Essen gehen ist die Preisspanne groß. Am günstigsten sind die Sodas mit ihrem lokalen Essen. Fancy Bars oder Restaurant sind vom Preisniveau vergleichbar zu Deutschland oder auch darüber. 

Im Supermarkt.

Kommunikation

Wir hatten relativ wenige Gelegenheiten unsere bescheidene Spanischkenntnisse anzuwenden. Die meisten Ticos, so nennen sich die Menschen Costa Ricas selbst, sprachen mit uns Englisch und das sogar sehr gut. Dies hatte eine deutlich amerikanische Färbung. 

Zumindest haben wir ein bisschen Spanisch aufschnappen können. Denn eine spanische Phrase ist in Costa Rica allgegenwärtig – Pura Vida. Dies wird bei vielen Gelegenheiten genutzt. Hallo, Wie geht es dir?, Mir geht es gut, Ja, Danke, Bitteschön oder auch Tschüss kann Pura Vida bedeuten. 

¡Pura Vida!

Transport

Da wir eine Rundreise gebucht hatten, waren die Transporte zum aller größten Teil dabei. Wir sind jedoch manchmal auch auf eigner Faust losgezogen. Hierfür sind wir Taxi gefahren, denn Uber ist in Costa Rica illegal. Obwohl es nicht offiziell erlaubt ist, wird es allerdings dennoch genutzt. Viele setzten sich daher auf den Beifahrersitz und nicht auf die Rückbank, um die Fahrt „privat“ wirken zu lassen. Bei den Fahrten mit den Taxis haben wir vorher unseren Guide Pamela gefragt, was für die Strecke ein angemessener Preis sei. Diese Preise haben die Taxifahrer auch so verlangt. Überhöhte Taxipreise oder Touristenabzocken haben wir so nicht erlebt.

Das war gut

Die Natur ist beeindruckend schön und wir haben viele exotische Tiere wie Faultiere und Tukans in freier Wildbahn erleben können. Die Landschaft ist vielfältig. Dschungel, Nebelwald und auch Graslandschaften liegen nah beinander. Pazifik- und Karibikstrand während einer Reise zu erleben war toll, wobei die Karibikstrände in Kuba oder auch in Mexiko schöner waren als in Costa Rica. Am besten hat mir La Fortuna mit dem Vulkan Arenal gefallen. Die „öffentliche“ Hot Springs waren auch ein Erlebnis, vor allem nach Einbruch der Dunkelheit. Soweit mir bekannt ist, ist keine aus der Reisegruppe schwanger geworden. Die „kommerzielle“ Variante der Hot Springs war dafür luxuriöser und dadurch auch entspannender. 

Der Vulkan El Arenal.

Das war weniger gut

So richtig schlecht war nichts während unserer Zeit in Costa Rica. Lediglich die Hauptstadt San José war wenig beeindruckend. Wegen dem Flughafen ist es allerdings ein guter Startpunkt für eine Rundreise. Für die Stadt selbst braucht man keine Zeit einzuplanen.

Ein sinnvoller Reisebegleiter wären noch eine Kamera mit Teleobjektiv oder auch ein Fernglas gewesen, welches ich allerdings nicht mitgenommen hatte.  

Innenstadt von San José.

Fazit

Das war ein gelungener Auftakt für unser Sabbatical. Ich werde gerne an die Zeit in Mittelamerika zurückdenken. Wir haben uns nicht wirklich mit dem Land, vor unserer Reise, befasst. Wir verliesen uns darauf, dass wie auch in Mexiko, Indien und Nepal alles gut durch den Veranstalter organisiert ist. So war es auch. Wir haben uns in dem Land wohl und sicher gefühlt. Costa Rica ist ein gutes Reiseziel in Mittelamerika, auch für Touristen gut bereisbar welche kein Spanisch sprechen.

#15 Von San José nach Lima

#15 Von San José nach Lima

Um unseren letzten Colones auszugeben, wollten wir am letzten Morgen in San José nochmal schön frühstücken gehen. Glücklicherweise haben wir noch Leute von unserer Reisegruppe getroffen und sind dann gemeinsam losgezogen. Das Frühstück war wirklich sehr sehr lecker. Für mich gab es Pancakes. Michi hingegen hatte noch nicht genug von Rice and Beans und entschied sich für etwas traditionelleres. Bei bestem Wetter haben wir die letzten Stunden noch genossen bevor es dann in Richtung Flughafen ging. 

Letztes Frühstück in Costa Rica.

Wir waren so zeitig am Flughafen, dass der Schalter unserer Fluggesellschaft Latam noch gar nicht geöffnet war. Dem Ratschlag von unserem Guide Pamela, mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein, sind wir gefolgt. So waren wir eben die allerersten in der Schlange. 

Die Ausreise und die Sicherheitskontrolle haben reibungslos geklappt. Dann haben wir uns den Flughafen noch von allen Seiten angeschaut bis es hieß Boarding. Unerwartet entspannt lief dies ab, ohne lange Schlangen, wie man das aus Deutschland sonst so kennt. 

Es wird ernst.

Mit etwas Verspätung sind wir dann Richtung Peru gestartet. Im Flieger wurde sogar ein Snack und ein Getränk serviert. Glücklicherweise war der Flieger nicht ausgebucht, deshalb hatten wir einen freien Mittelplatz und konnten uns etwas ausbreiten. 

Der Flug verlief relativ ruhig, mit ein paar Turbulenzen. Diese hielten die anderen Gäste allerdings nicht davon ab trotzdem weiterhin aufs Klo zu gehen, obwohl die Anschnallzeichen an waren. 

Und dann waren wir in Lima gelandet und es ging zur Einreisekontrolle. Diese gestaltete sich schwieriger als gedacht. Ohne Visum kann man sich hier als deutscher Tourist 90 Tage aufhalten. Wir gaben an drei Wochen bleiben zu wollen, als der Einreisebeamte uns fragte. Abgestempelt erhielt ich meinen Pass zurück, aber Michi nicht. Der Beamte sagte nur Michael, come! und lief in Richtung Büro. Michi folgt und ich auch, bevor er zu mir nur No! sagte. Also hab ich am Schalter gewartet. Und die Zeit verging… kurze Zeit später kam der Beamte wieder zurück, aber ohne Michi. Ich durfte dann hinter den Kontrollen warten, stets in Sichtweite von dem Beamten. Michi stand währenddessen bei der Polizei an bis er in ein Verhörzimmer zitiert wurde. Der Polizist fragte ihn, ob er spanisch spreche und ob er das erste mal in Peru sei. Nach „hablo solo un poco español” und “si, primera vez en peru” durfte Michi wieder gehen. Was das Problem an der Sache war, hat uns keiner gesagt. 

Mit etwas mulmigem Gefühl, aber froh über die Einreisestempel, sind wir dann endlich zur Gebäckausgabe gegangen. Unsere Rucksäcke waren bereits die letzten Stücke und wurden von Flighafenangestellten bereits abgeräumt. 

Dann machten wir uns mal auf in Richtung unserer Wohnung. Also wir das Flughafengebäude verlassen hatten, waren da unzählige viele Menschen. Alles war sehr wuselig und überall hieß es Taxi, Taxi, Taxi. Wir wollten auch mit dem Taxi fahren, einen Taxistand haben wir allerdings nicht entdeckt. Ein recht zuvorkommender Mann erklärte uns dann, er sei Taxifahrer, habe eine Lizenz und hat uns gleich den Wagen mit den Rucksäcken abgenommen. Wir gingen mit ihm mit. Auf der Fahrt stellte sich dann leider schnell raus, dass dies kein offizielles Taxi war. Seine dubiose Preisliste hat dies schnell offenbart. Wir konnten ihn allerdings sehr gut runterhandeln, sodass wir nur minimal mehr gezahlt haben, als dies bei einem offiziellen Taxi gewesen wären. Also nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen.

Im Stadtteil Miraflores war unsere Airbnb Wohnung gelegen. Im 14. Stock hatten wir ein kleines Apartment gemietet. Die Wohnung war sehr niedlich und sauber. Froh darüber, endlich angekommen zu sein, sind wir erstmal schlafen gegangen. 

Am nächsten Morgen hatten wir zunächst ein paar Sachen zu erledigen, Bargeld holen, Wäsche abgeben und Einkaufen gehen, standen auf der To-do-Liste. Dann haben wir erstmal in unserer kleinen Wohnung gefrühstückt, bevor wir anschließend die Stadt erkunden wollten. 

Erstes Frühstück in Peru.

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#14 Von Puerto Viejo nach San José 

#14 Von Puerto Viejo nach San José 

Gegen halb zehn holte uns der Bus in der Unterkunft ab. Zuvor hatten wir uns in einer kleinen Bäckerei noch einen Kaffee und ein Stückchen zum mitnehmen geholt, denn es stand eine ca. 5-stündige Busfahrt zurück in die Hauptstadt an. Die Fahrt hat sich gezogen. Zum Mittagessen haben wir einen größeren Stopp eingelegt. Wir hielten bei einem Buffett-Restaurant in dem es eine riesige Auswahl an Essen gab. Nachdem wir uns einen Überblick verschafft hatten, haben wir uns angestellt. Hierbei haben wir uns in eine Gruppe Costa Ricaner verirrt. Diese scheinen alle Zeit der Welt zu haben und vor allem scheint es ihnen egal zu sein, dass das warme Essen kalt wird bis man überhaupt zur Kasse kam. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnten wir dann endlich essen. Das Essen war ganz gut, aber eben mittlerweile kalt. 

Chillen im Bus.

Weiter ging die Fahrt bis wir gegen halb vier endlich in unserem Hotel angekommen waren. Für das Abendessen hatte sich ein Teil der Gruppe dazu entschlossen ins Soda Yoguis zu gehen. Genau, da wollten wir ja bereits an unserem ersten Abend hingehen. Das Soda ist sogar 24/6,5, also fast rund um die Uhr geöffnet. Da hatten wir an Neujahr einfach Pech gehabt. Das Essen war ganz ok, aber kein großes Highlight. Bei den günstigen Preisen aber vermutlich nicht verwunderlich. 

Soda von innen, eher spartanisch eingerichtet.

Anschließend wollten wir noch zusammen was trinken gehen und gingen somit in das Ausgehviertel, das direkt neben unserem Hotel lag. Wir hatten uns auf eine Location geeinigt, in der es ziemlich große Cocktails gab. Das diese dann allerdings auch wirklich so groß wären, hätte keiner gedacht.

33 Unzen Piña Colada

Und dann war es an der Zeit den landestypische Shot zu probieren: Chiliguado. Dieser besteht aus dem costa-ricanischen Schnaps Guaro und einer pikanten Chilisauce. Genauso hat er dann auch geschmeckt, wie eine sehr würzige Tomatensauce. Gewöhnungsbedürftig. 

Um zehn Uhr hat der Laden leider zugemacht, wie fast alle Lokalitäten in der Gegend. Es war Montag. Wir sind dann alle zurück ins Hotel gegangen, da einige am nächsten Tag bereits einen zeitigen Weiterflug hatten. Und dann hieß es Abschied nehmen von der Gruppe. Wir hatten echt eine tolle gemeinsame Zeit und die Gruppe hat sehr gut harmoniert. Alle waren wir etwas wehmütig, dass der Trip nun zu Ende ist. Für uns gab es allerdings nicht viel Zeit zum Trübsal blasen, denn am nächsten Tag ging es bereits weiter.

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#13 Puerto Viejo

#13 Puerto Viejo

Am Morgen wurden wir um kurz nach neun abgeholt um den Nationalpark Cahuita zu besuchen. Die Tour wurde eigentlich mit einem Schnorchel-Ausflug angeboten, den wir allerdings nicht in Anspruch nehmen wollten. Deshalb ergab es sich, dass wir mit unserem Guide Rodolfo alleine unterwegs waren, also eine ganz private Führung erhielten. Die andere Gruppe machte letztendlich nur eine Bootstour, da aufgrund des schlechten Wetters der geplante Schnorchel-Stop gecancelt wurde.  

Das Boot der anderen.

Gemeinsam mit unserem Guide Rodolfo sind wir dann zum Eingang des Nationalparks gelaufen. Auf diesen 400 Metern haben wir bereits soo viel gesehen, Mango- und Papaya-Bäume oder auch Kokos-Palmen. Hierbei erklärte Rodolfo, dass die grüne oder gelbe Frucht der Kokos-Palme Pipa genannt wird. Erst wenn diese von alleine runterfällt wird sie zur uns bekannten Kokosnuss. Am Straßenrand hatten wir schon öfter kleine Stände gesehen, die Pipas frias- also kalte Kokosnüsse mit Schale zum trinken anbieten. 

Rodolfo bringt uns zum Nationalpark.

Und los ging’s. Rodolfo war ein bekanntes Gesicht im Park. Jeder andere Guide, dem wir begegnet sind, hat ein kurzes Schwätzchen mit ihm gehalten. Und nicht nur mit den anderen Guides hat er geplaudert, auch mit anderen Touristen. Verständigt haben wir uns auf englisch und spanisch. So konnten wir unsere Sprachkenntnisse auch mal etwas anwenden. Wir haben soo unendlich viel gesehen, das war echt Wahnsinn. Rodolfo wusste wo sich welche Tiere regelmäßig aufhalten oder wo sich die Krabben verstecken. Hierbei hat er auch unser Auge etwas geschärft. Die insgesamt 18 Faultiere, die wir gesehen haben, konnten wir meist selber im Baum entdecken. Aber natürlich haben wir auch eine Menge anderer Tiere gesehen.

Leguan im Gebüsch.

Kapuzineraffenmama mit ihrem kleinen Baby.

Rote Krabben in ihren Versteck.

Waschbären waren sehr zutraulich.

Als wir an dem Aussichtspunkt des Nationalparks angekommen waren, gab es noch frische Ananas. Köstlich. Auf eine kleine Abkühlung im Meer haben wir allerdings verzichtet. Das Wetter war nicht sehr einladend. Etwas gestärkt sind wir dann den Rückweg angetreten. 

Am Zielpunkt war Martina nicht ganz bei der Sache.

Im Vergleich zum Nationalpark Manuel Antonio hat man hier definitiv einen Unterschied gemerkt. Teilweise ging der Weg über den Strand oder an Tümpeln vorbei, manchmal war der Weg sehr verästet oder matschig. Nach der wirklichen tollen Tour gab es noch ein Mittagessen, natürlich landestypisch: Rice and Beans im karibischen Stil, also gemischt mit Kokosmilch, und dazu Fisch für Michi und Gemüse für mich. Anschließend wurden wir wieder in unsere Unterkunft gebracht. 

Typisches Mittagessen.

Da wir noch nicht genug hatten vom laufen sind wir noch etwas durch das Örtchen spaziert. In einer Strandbar haben wir das Treiben beobachtet und festgestellt, dass unsere Zeit in Costa Rica sich dem Ende neigt.

In der Strandbar.

Abends wollten wir dann nochmal traditionell essen gehen, also wieder Rice and Beans. Ich entschied mich allerdings für Patacones, die ich am Anfang der Reise bereits in San José hatte. Dazu gab es eine super leckere Piña Colada. Diese werde ich definitiv vermissen, da die Cocktails hier mit frischer Ananas gemixt werden. 

Anschließend hieß es wieder packen, da wir am nächsten Tag die Rückreise nach San José antreten würden.

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#12 Von Tortuguero nach Puerto Viejo

#12 Von Tortuguero nach Puerto Viejo

Nach zwei schönen Abenden am Kanal hieß es für uns wieder Abschied nehmen von Tortuguero. Hierfür stand zunächst wieder eine Bootsfahrt an, die uns zum Umsteigeplatz für den Bus brachte. Dabei hatten wir wirklich Glück. Den ganzen Morgen hatte es geregnet bzw. eher geschüttet. Kurz bevor wir gestartet sind hat es allerdings aufgehört und wir blieben die ganze Bootsfahrt über trocken. Anschließend ging es mit dem Bus ca. 3-4 Stunden weiter nach Puerto Viejo. 

Goodbye Tortuguero.

Angekommen hat man deutlich den Einfluss der Karibik gemerkt, viele Leute mit Rasta-Haaren, viel Musik und ab und zu ein ganz interessanter „Zigaretten“-Rauch 😉 aber auch unheimlich viele Party-Touristen. Ich stelle mir so Jamaika vor.

Auf bei den Speisen wurde der Einfluss der Karibik deutlich. Hierzu bedarf es einer kurzen Erklärung. Das Standard-Essen in Costa Rica sind Reis und Bohnen. Morgens gibt es diese gemischt, dies trägt den Namen Gallo Pinto. Mittags und abends gibt es Reis und Bohnen nicht gemischt, sondern nebeneinander. Dies nennt sich Casado – Verheiratet. An der Karobikseite gibt es eine weiter Variation von Reis und Bohnen. Diese werden gemischt und mit Kokosmilch verfeinert. Der kreative Name hierfür ist Rice and Beans 😅 ansonsten gab es sehr viel Fisch zu essen.

Gemeinsam mit unserer Gruppe haben wir einen kleinen Spaziergang durch den Ort und zum Strand gemacht. Das war eine kleine Enttäuschung. Der Strand mit dem Namen Playa Negra hat schwarzen Sand, wie der Name bereits verrät. Die „Enttäuschung“ bestand allerdings eher darin, dass der Strand klein, dreckig und nicht einladend war. Einige Einheimische hat dies allerdings nicht vom Baden abgehalten.

Der Strand war ein bisschen trostlos.

Da uns der Ort zu wuselig war, hatten wir uns ein ruhigeres Plätzchen zum Essen gesucht. Die Wahl fiel auf ein vegetarisch/veganes Restaurant, also genau richtig für Michi. Der Burger und die Piña Colada waren allerdings ziemlich lecker. Sogar so lecker, dass ich den Cocktail gleich auf einmal verinnerlichen wollte. Da wir am Geländer saßen war unser Tisch leicht schief. Als ich den Cocktail einmal nicht richtig abgestellt hatte, ist dieser vom Tisch runter gelaufen…😅

Auch für Michi gab es einen Veggieburger. Er hat es tatsächlich überlebt.

Damit war der Abend dann gelaufen und wir sind ins Bett gegangen. Am nächsten Tag stand nämlich wieder eine Aktivität an.

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