Brüssel – Sightseeing, Pommes, Bier und Waffeln

Brüssel – Sightseeing, Pommes, Bier und Waffeln

Der letzte Städtetripp vor unserer große Reise nach Südamerika hat uns in die belgische Hauptstadt geführt. Für uns beide war es die erste Reise nach Brüssel. Neben Bier standen natürlich auch Pommes und Waffeln auf unserer Bucketlist. Was wir noch alles erlebt haben und wie uns die belgischen Spezialitäten gefallen haben werdet ihr jetzt erfahren.

1. Tag: Brauerei und Free Walking Tour

Unser erstes Ziel in Brüssel war die Cantillon Brauerei. Das finale Produkt hat relativ wenig mit dem zu tun, was ein Deutscher unter Bier versteht. Bei Cantillon entsteht vielmehr ein Champagner aus Getreide, als ein ordinäres Bier. Dazu später mehr.

Brauerei Cantillon in Brüssel

Ein Mitarbeiter der Brauerei hat uns den ganzen Prozess erklärt und führte uns durch die einzelnen Stationen der Bierherstellung. Mir bleiben besonders die in der Brauerei eingesetzte Gerätschaften in Erinnerung, denn diese waren allesamt schon sehr alt.

Brauen mit historischen Gerätschaften

Da ich bereits zuhause in der Küche Bier gebraut habe, kannte ich das prinzipielle Vorgehen schon. Dennoch waren einige Sachen anders als bei meinem DIY-Bier. So wird beispielsweise dem Bier keine Hefe zugesetzt, sondern es wird in großen offenen Bottichen abgekühlt. Hier hat das Bier die Gelegenheit Hefen aus der Umgebung aufzunehmen. Daher sollten auch die Spinnenweben am Gebälk belassen werden, denn dort lagern sich ebenfalls natürliche Hefen ab. Da die gesamte Bierherstellung mehr der Natur überlassen wird, ist das Produkt auch immer ein wenig anders und keine Charge schmeckt gleich.

Alte Gueze-Flaschen

Nach dem Rundgang gab es auch endlich eine Kostprobe. Wir haben in Summe drei verschiedene Biere getestet. Martina hat keines davon geschmeckt, dies lag wahrscheinlich an der säuerlichen Note. Für mich waren die Biere Interessant, aber während unserer Zeit in Belgien haben wir noch bessere gefunden.

Nach dem Besuch bei Cantillon sind wir noch ein bisschen durch die belgische Hauptstadt geschlendert. Die Stadt hat wirklich schöne Ecken, vor allem das Zentrum mit dem Grote Markt war eindrucksvoll.

Für Martina und mich ist es immer eine der ersten Aktivitäten, in einer für uns neuen Stadt, bei einer Free Walking Tour mitzumachen. Diese planten wir natürlich auch für Brüssel. Eine entsprechende Tour hatten wir schnell bei Google gefunden, Startpunkt war der wundervolle Grote Markt. Der Guide begann seine Stadtführung mit einer Anekdote aus seinem Leben. Er erzählte uns, das er sehr gut darin war neue Jobs zu bekommen. Dadurch ist er viel herum gekommen und lebte schon in vielen europäischen Städte wie beispielsweise Berlin oder auch Madrid. Im Anschluss meinte er aber auch, er sei noch viel besser darin gewesen wieder gefeuert zu werden. Die Free Walking Tour bleibt mir besonders in Erinnerung, da ich den Guide als unfassbar schlecht empfunden habe. Ich hatte den Eindruck, dass seine Priorität auf seinem Einkommen lag und weniger auf der Stadtführung. Natürlich ist eine Free Walking Tour nicht umsonst und die Guides können erwarten eine Bezahlung zu erhalten von welchen sie leben können. Aber gerade das erst nach der Führung gezahlt wird, gefällt mir an dem Konzept der Free Walking Tour besonders gut. Wenns einen gut gefällt gibt man mehr oder eben auch umgekehrt. Dass unser Guide das Einkommen scheinbar priorisierte mache ich an zwei Punkten fest. Erstens: noch vor seiner Vorstellung hat er erzählt welche Größenordnung das Trinkgeld haben sollte. Zweitens: er lud immer mehr Passanten ein der Gruppe zu folgen (weshalb meldet man sich vorher an?). Darüberhinaus war er echt schwer zu verstehen. Daher haben Martina und ich zum ersten mal eine Free Walking Tour abgebrochen. Wir wollten es bei 30 verschwendeten Minuten belassen und keine 2 Stunden draus machen. Daher sind wir ohne Guide auf eigene Faust weiter gezogen.

Bei unserem Spaziergang haben wir natürlich auch das berühmte Manneken Pis gesehen und waren über den großen Andrang überrascht. Der Brunnen selbst war nicht wirklich spektakulär. Wie dieser zu solch großer Berühmtheit gelangt ist, ist mir persönlich ein Rätsel.

Manneken „Peace“

Unser Spaziergang durch Brüssel war wirklich schön. Wir fuhren sogar Riesenrad und haben so die Stadt auch von oben betrachten können. Ganz in der Ferne konnten wir sogar das Atomium erahnen. Den Besuch haben wir uns aber für einen späteren Zeitpunkt aufgehoben, denn wir wollten zuerst noch ein bisschen das Zentrum erkunden.

Ausblick auf die Stadt

Am Abend haben wir uns noch belgische Pommes bei der Friterie Tabora geholt. Als ich die Schlange sah, hatte ich schon keine Lust mehr auf Pommes. Martina wollte aber unbedingt welche aus diesem Laden. Also habe ich mich meinem Schicksal gefügt. Beim Warten in der Schlange konnte ich noch hören wir eine Mutter ihrer Teenager-Tochter genervt erklärt, warum sie sich nicht zu uns in die Schlange reiht. Nach etwa 30 bis 45 Minuten anstehen hatten wir endlich unsere Pommes ergattert. Das Warten hatte sich definitiv gelohnt. Die Pommes waren außergewöhnlich lecker und ich konnte nun den großen Andrang nachvollziehen. Belgische Pommes unterscheiden sich in zwei Punkten besonders von den deutschen Pommes, diese werden zweimal frittiert und zwar in Rinderfett. Das macht den besonders leckeren Geschmack. Leider sind sie dann aber auch nicht mehr vegetarisch.

Pommes bei Tabora

So neigte sich unser erster Tag in Brüssel seinem Ende entgegen. Schon nach dem ersten Tag konnten wir mit unserer Zielauswahl ziemlich zufrieden sein.

2. Tag: Rathaus und Europaviertel

Am nächsten Tag haben wir die nächste guided Tour gewagt, diesmal war es die konventionelle Prepaidvariante. Genauer gesagt haben wir eine Führung durch das Rathaus gebucht. Während der Tour haben wir einiges über die Geschichte von Brüssel und auch ganz Belgien erfahren.

Rathaus

Das Highlight war aber das Rathaus selbst. Die Räume waren total prunkvoll und zeigten den Wohlstand aus längst vergangenen Zeiten. Zu unserem Glück wurde die Rathaus-Tour am Sonntag angeboten. Diese gibt es generell nur zweimal pro Woche und ohne die Tour wäre es gar nicht möglich gewesen das Rathaus von innen zu besichtigen.

Prunk im Rathaus

Das Gebäude wird heute noch immer als Rathaus genutzt und daher sind auch Räume für typische Rathausaufgaben vorhanden. So gab es unter anderem auch ein Standesamt mit mittelalterlichen Charme oder auch einen Festsaal mit Rednerpult. Die Führung war diesmal wirklich gut und bleibt mir im Gegensatz zur Free-Walking-Tour positiv in Erinnerung.

Am Rednerpult

Am selben Tag ging es für uns weiter in das Europaviertel. Dort haben wir uns für einem geführten Spaziergang angemeldet, jedoch waren wir viel zu früh an der Station Europe. Um die Zeit zu überbrücken sind wir daher zu Maison Antoine gegangen, eine Frittenbude. Sogar Angela Merkel war hier schon zu Gast. Der Andrang war auch hier groß, die Pommes waren lecker. Jedoch hat mir Friterie Tabora besser gefallen.

Pommes bei Maison Antoine

Gestärkt ging es zurück zur Station Europe, einen ehemaligen Bahnhof. Dort wartete ein älterer Herr aus Baden-Württemberg auf uns, welcher lange Jahre als Jurist für EU-Institutionen gearbeitet hat. Er zeigte uns bei einem Spaziergang das Viertel und dessen Gebäude. In 90 Minuten haben wir allerlei Interessantes gehört und dadurch ein besseres Bild für die EU bekommen. Als kleines extra erhielten wir auch einen Karrieretip. Die Chance auf Anstellung beim Dolmetscherdienst des Parlaments scheint höher zu sein, wenn man maltesisch kann. Unser Spaziergang führte uns auch durch den nahe gelegenen Park. Dort konnten wir auch die Vertretung des Freistaat Bayerns bei der EU sehen. Da haben die Bayern das mit Abstand schönste Gebäude ergattert, König Ludwig II hätte sicherlich daran auch seine Freude gehabt.

Das Altiero Spinelli Haus

Der Spaziergang endete vor dem Haus für europäische Geschichte. Bei der Gelegenheit haben wir es direkt besucht. In diesem Museum wird die europäische Geschichte ausgehend von der ersten Erwähnung in der Antike bis heute erzählt. Wobei besonders die beiden Weltkriege und der kalte Krieg einen großen Teil der Ausstellung ausmachten.

Im Haus der Geschichte

Auch der zweite Tag unserer Reise hat uns sehr gut gefallen. Unser Reiseziel hat uns nochmals mehr gefallen.

3. Tag: Noch mehr Europa

Am nächsten Tag ging es für uns erneut ins Europaviertel, dort haben wir das EU-Parlament besichtigt. Naja den eigentlichen Sitz hat das Parlament ja in Straßburg. Hier in Brüssel tagen jedoch Ausschüsse und Fraktionen. Natürlich finden in Brüssel auch noch sechsmal im Jahr zweitägige Plenartagungen statt. Wie ihr seht alles ein bisschen komplizierter und von Doppelstrukturen geprägt. Nun aber zurück zum Brüsseler Parlament. Die Größe ist beeindruckend und auch die Kabinen für den Dolmetscherdienst machen es ein stückweit einmalig. Ein Parlament mit 23 Sprachen gibt es sicherlich nicht all zu häufig auf der Welt. Nach einem Selfie, welches zugegebenermaßen gephotoshopped aussieht, ging es für uns zur größten Attraktion Brüssels – dem Atomium.

Im Plenarsaal

Das Atomium ist etwas außerhalb gelegen, so hat die Fahrt uns in noch unbekannte Ecken von Brüssel geführt. Wir haben uns dafür entschieden das Gebäude nicht zu besichtigen, sondern nur von außen zu betrachten. Diese Entscheidung hat uns jedenfalls eine lange Schlange und dementsprechend viel Wartezeit erspart. Ich habe auch nicht das Gefühl etwas verpasst zu haben, natürlich kann ich das aber nicht mit Gewissheit sagen. Das Atomium war nett, aber war mit Sicherheit kein Highlight. Vor diesem Trip kannte ich genau zwei Sachern von Brüssel, das Atomium und Manneken Pis, beide waren aber gar nicht so sehenswert wie ich dachte.

In der Nähe vom Atomium gab es auch die erste belgische Waffel für uns. Diese war super lecker und auch ohne Topping ein Genuss.

Waffel vor dem Atomium

Natürlich durften auch an diesen Tag unsere tägliche Ration Pommes nicht fehlen. Diesmal haben wir uns für Fritland entschieden. Die Pommes waren sehr lecker, mein Favorit bleibt aber nach wie vor Friterie Tabora.

Pommes bei Fritland

4. Tag: Der letzte Tag in Brüssel

Unser Städtetrip neigt sich nun langsam seinen Ende entgegen. Einen wirklichen Plan für den letzten vollen Tag in Brüssel hatten wir nicht. Aber es gab einen Grund zu feiern, denn ich hatte Geburtstag. So wurde ich morgens mit einem kleinen Küchlein samt Kerze geweckt. Wir liesen uns treiben und machten teilweise Sachen, welche uns besonders gut gefallen haben erneut. Dies traf besonders aus kulinarischer Sicht zu. So gab es neben Bier und Waffeln natürlich auch wieder Pommes. Und hierfür gingen wir zu unserem neuen Lieblingsladen – Tabora.

Nach einen ganzen Tag auf den Beinen haben wir den Abend gemütlich in einer alten Kneipe ausklingen lassen. Wobei Kneipe es nicht wirklich trifft, genauer gesagt waren wir im Marionettentheater Toone. Dort kann auch gemütlich ein Bier getrunken werden. Das Ambiente ist alt und wirkt zusammen gewürfelt. Aber genau das macht es besonders. Ähnlich wie bei der Brauerei Cantillon war es für mich überraschend zu sehen, dass die Dinge die Zeit überstanden haben. Aus Frankfurt kenne ich sowas nicht.

Abschließend kann ich sagen, dass Brüssel definitiv eine Reise wert ist. Die Altstadt und der Grote Markt sind wunderschön und alles ist gut fußläufig erreichbar. Kulinarisch kann man hier ebenfalls auf seine Kosten kommen: Pommes, Bier und anschließend Belgische Pralinen. Wir könnten uns definitiv vorstellen erneut nach Brüssel zu fahren.

Traditionelle Kneipe

Prag – 5 Tage und 1 Konzert

Prag – 5 Tage und 1 Konzert

Lesezeit: 6 Minuten

Heute möchte ich euch über unseren Trip in die tschechische Hauptstadt berichten. Der Grund unserer Reise war ein Konzertbesuch. Den Name der Band werde ich erst später verraten. Wenn du neugierig bist, musst du jetzt weiter lesen xD.

Anreise

Abends nach der Arbeit ging es für uns direkt zum Flughafen. Da der Abflug erst um 22:00 war sind wir dementsprechend spät auch erst im Hotel angekommen. Daher ging es für uns direkt ins Bett.

Prager Altstadt

Nach einer erholsamen Nacht sind wir am nächsten Morgen nach einem leckeren und reichhaltigen Frühstück im Hotel zu unserer Free Walking Tour gefahren. Treffpunkt war der Old Town Square.

Frühstück mit Ausblick

Eine Free Walking Tour ist für uns beide der ideale Start um eine neue Stadt kennenzulernen. Unser Guide hieß Brian und stammte ursprünglich aus England. Mit ihm zusammen haben wir die Prager Altstadt erkundet. So wurden wir auch mit vielen Infos über die geschichtliche Entwicklung versorgt. Er spannte den Bogen ausgehend von Österreich-Ungarn über die deutsche Besatzung während dem 2. Weltkrieg, über die kommunistische Zeit bis hin zum heutigen Prag. Brain hat uns netterweise auch eine Zettel mit Tipps und Lokal-Empfehlungen ausgeteilt. So hatten wir auch schon eine Anlaufstelle für unser Abendessen. Brian hat sogar einen eigenen Youtube Channel. Unter dem Namen The Masked Guide ist der Kanal zu finden. Hierfür kaufte er sich sogar eine Greenscreen und erklärt seine Publikum die Geschichte von Prag noch detaillierter.

Hier startete die Free Walking Tour

Prags engste Gasse

Nach der Führung brauchten wir erstmal eine kleine Stärkung. So hat es uns in einen Biergarten an der Moldau verschlagen. Gut gestärkt nach zwei Bier sind wir noch etwas durch die Stadt geschlendert. Nach einem leckeren tschischschischen Abendessen ging es auch schon wieder zurück zum Hotel.

Prager Burg

Unseren zweiten vollen Tag in Prag haben wir erneut mit einer Free Walking Tour gestartet.

Warten auf den Start der Tour

Der Schwerpunkt war jedoch ein anderer, denn dieses Mal ging es hoch zur Prager Burg. Nicht nur das Ziel war ein anderes, sondern auch der Guide. Nico hat sogar mit Freunden seine eigenen kleine Agentur namens „100 Spires City Tours“ gegründet und bietet mit Angestellten Touren zu verschiedenen Themen an. Unsere Zeit mir ihm war richtig gut. Er hat alles total interessant und lebendig rübergebracht und auch die Organisation an sich war sehr gut. So gibt es täglich um 12:00 einen Wachwechsel an der Burg. Diesen haben wir aber kurz vorm Schluss verlassen um die Sicherheitskontrolle schneller passieren zu können. Das heißt, den eigentlichen Zugang zur Burg gibt es erst, wenn man durchleuchtet worden ist. Da sich alle Touristen den Wachwechsel bis zum Ende anschauten, waren wir innerhalb kürzester Zeit in der Burg. Auch hier gab es jede Menge Infos und Geschichten über Tschechien. Die Tour war mehr als gelungen und endete mit einem wunderbaren Ausblick über die Stadt. Wir haben sogar noch eine E-Mail von Nico bekommen, welche neben Werbung für die anderen Touren auch ein 14-seitiges PDF-Dokument mit Tipps und Empfehlungen enthielt.

Auf der Prager Burg

Innenansicht

Blick auf den Petrin-Turm

Das war eine gute Sache und wir hatten so schnell wieder ein Restaurant für den Abend gefunden. Nach der Tour wollten wir noch höher hinaus um uns eine weitere Sehenswürdigkeit anzuschauen: Der Petrin-Turm. Dieser ähnelt von seiner Struktur ein bisschen dem Eiffelturm. Dort angekommen mussten wir feststellen das uns die Schlange zu lang und die Treppen zu viel waren. Immerhin sind wir schon den Berg zum Turm hinauf gelaufen. Daher haben wir den Aussichtspunkt nur von unten begutachtet.

Petrin-Turm

Wir sind dann mit einer Zahnradbahn wieder runter in die Stadt gefahren. Abendessen gab es dann bei u Fleku, einer Empfehlung von unserem Guide Nico. In der Beschreibung klang die Empfehlung wie folgt: „The oldest surviving brewery in Prague. You can not geht their beer anywhere else in the world. Expect a lot of german tourists because they know what is good in Prague“. So war es dann auch. Viele Deutsche und super Essen und Trinken. Also genau mein Ding. Anschließend ging es wieder zurück zum Hotel. Gutes Essen macht halt müde.

Genau mein Geschmack

Bootsfahrt und Konzert

Am heutigen Tag steht auch das Konzert an, jedoch startete dieses erst am Abend. So haben wir noch jede Menge Zeit um Prag noch ein bisschen besser kennen zu lernen. Aus diesem Grund haben wir uns für eine Fahrt auf der Moldau entschieden. Gekauft haben wir Tickets für ein kleineres Boot, was den Vorteil bietet auch in den Teufelskanal einzufahren. So starteten wir am Pier Nr. 3 und fuhren mit dem Boot bis zur Karlsbrücke.

Prag vom Boot aus

Blick auf die Karlsbrücke

Der Seemann hat uns auch Erklärungen zu den vorbeiziehenden Gebäuden gegeben. Ausgehend von der Karlsbrücke sind wir in den Teufelskanal eingefahren. Von dort aus ging es wieder zurück zum Pier Nr. 3. Nach der Zeit auf dem Wasser war wieder Zeit für Kultur, denn etwas Kultur muss ein. So sind wir in das Kommunistische Museum gegangen.

Marx wartete schon auf uns.

Dieses war modern aufbereitet und die Ausstellung war sehr umfangreich. Dennoch war der Besuch für meinen Geschmack etwas langwierig, es gab zu viele Texte zu lesen. Ich hab keine Lust xD. Ein Audioguide wäre hier eine coole Sache gewesen. Nach so viel Bildung hatten wir uns ein bisschen Zerstreuung verdient, daher ging es für uns jetzt in den Lena Biergarten. Leckeres Bier und ein guter Blick auf die Stadt, daher eine empfehlenswerte Aktivität. Nun wird es aber langsam Zeit für die Anreise zum Konzert. Daher habe ich mir im Hotel das entsprechende Shirt angezogen und wir fuhren zum Veranstaltungsort. Man konnte sich nicht wirklich verfahren, da die Bandinsignien immer mehr wurden. Also einfach der Masse nach.

Seemann, etwas Kultur muss sein, ich hab keine Lust, konnten ihr in dem vorherigen Absatz lesen. All diese Fragmente sind Bestandteil der Songs der Band, welche wir besuchen werden. Ja richtig geraten. Es handelt sich um Rammstein.

Warten auf den Beginn

Das Bühnenbild

Wir haben erst recht spät mitbekommen das Rammstein auf Tournee geht. So waren Karten in nur noch recht wenigen Städten verfügbar. Von den noch freien Städten hatte uns Prag am meisten zugesagt. Was sich jedoch für uns als perfekte Wahl herausstellte. Das Konzert selbst war unfassbar gut. Die Bühnenshow war maximal beeindruckend. Ein absolutes geniales Erlebnis.

Karlsbrücke und Abreise

Der Tag nach dem Konzert war auch schon der letzte. So haben wir morgens die Gelegenheit genutzt um noch ein bisschen durch die Stadt zu schlendern. Hierbei sind wir auch endlich selber über die Karlsbrücke gelaufen.

Am letzten Tag die Karlsbrücke besucht

Madrid – Silvester und Corona

Madrid – Silvester und Corona

Lesezeit: 8 Minuten

Heute möchte ich von unserem letzten Silvester berichten. Erstaunlicherweise ist das ganze auch noch mit unseren Sabbatical verknüpft. Aber jetzt erstmal ganz von vorne. Martina und ich wollten ursprünglich unsere Auszeit in den ersten vier Monaten des Jahres 2021 nehmen und planten vorher Silvester während eines Stop Overs in Madrid zu feiern. So hatten wir schon unsere Flüge nach Madrid und Lima und auch schon ein Hotel in Madrid gebucht. Aus bekannten Gründen wurde alles anders als geplant. Unsere Hotelbuchung konnten wir nicht stornieren, aber um ein Jahr verschieben. Aus diesem Grund haben wir das Jahr 2022 in Madrid begrüßt.

Noch drei Tage bis Silvester

Am 28.12.20212 sind wir in Frankfurt gestartet und waren gut 2,5 Stunden später in der spanischen Hauptstadt. Mit den Öffis ging es vom Flughafen in die Innenstadt. Unser Hotel war unweit der Puerta de Sol gelegen und somit im Herzen Madrids. Unsere Unterkunft war ziemlich basic. Da diese den Auftakt zum Sabbatical dargestellt hätte, waren wir eher auf Budget unterwegs. Nach dem Beziehen des Zimmers sind wir für einen ersten Spaziergang losgezogen. So haben wir den königlichen Palast „Palacio Real“ und den Hauptplatz „Plaza Mayor“ besucht.

Mit Maske am Palacio Real.

Am Abend ging es noch lecker Essen und als Nachtisch gab es den spanischen Klassiker Churros.

Nachtisch muss sein

Noch zwei Tage bis Silvester

Am nächsten Morgen haben wir uns zuerst mit einer Tortilla Española gestärkt, im Anschluss ging es für uns zum Bahnhof Atocha.

Frühstück am ersten vollen Tag

Leider war der im Bahnhof integrierten Palmengarten wegen Corona geschlossen. Normalerweise ist das ein lohnenswertes Ziel. Ich mag die Idee, eine große Bahnhofshalle in einem Gewächshaus für exotische Bäume und Pflanzen zu verwandeln.

Atocha

Denkmal des Anschlags vom 11. März 2004.

Museo Reina Sofía

Nachdem wir noch die Gedenkstätte für die Opfer des Terroranschlages vom 11. März 2004 besucht hatten ging es für uns weiter zum Museo Reina Sofía. Hier haben wir uns unter anderem Picassos Guernica angeschaut. Martina hat dieses Bild zum zweiten mal besucht. Beim ersten Mal war sie hier auf Klassenfahrt u.a. mit ihren Spanischlehrer. Picasso hat dieses Bild für den spanischen Salon der Pariser Weltausstellung im Jahr 1937 gemalt. Das Bild zeigt das zerstörte baskische Dorf Guernica, welches während dem spanischen Bürgerkrieg von der deutschen Legion Condor bombardiert wurde. Wobei die Deutschen auf der Seite Francisco Franco kämpften. Natürlich haben wir noch viele andere spanische Künstler wie Dali, Miro und auch Gris bestaunt. Im Anschluss ging es für uns in den Retiro Park. Der Park ist unfassbar groß, daher haben wir auch einige Zeit gebraucht. Es ist einfach schön herum zu schlendern und auch die Leute zu beobachten. Den Park haben wir dann auch noch als Ausgangspunkt für einen Spaziergang nach Ibiza genutzt xD.

Parque de Retiro

Schon wieder auf Ibiza

Den Sonnenuntergang haben wir vom Templo de Debod aus bewundert. Nur wenige Gehminuten von Tempel ist der Plaza de España gelegen. Hier war sogar ein spanischer Weihnachtsmarkt zu finden. Zielsicher sind wir beiden Deutschen zum Stand mit Vino Caliente gelaufen. Im Vergleich zu den heimischen Erzeugnissen war dieser teurer und schlechter. Aber man muss nehmen was da ist. Bei den Einheimischen kam der Vino Caliente nicht so gut an, sie haben Bier getrunken. Nach zwei, drei Bechern sind wir wieder in Richtung Hotel gelaufen. Abendessen gab es diesmal direkt neben unserer Unterkunft. So haben wir wieder einen tollen Tag ein Madrid verbracht.

Templo de Debod

Weihnachtliches Madrid

Noch ein Tag bis Silvester

Am nächsten Morgen bestand die erste Aufgabe darin einen Frühstücksort zu finden. Wir hatten eine Unterkunft ohne Frühstück gebucht, was den Vorteil bietet viele verschiedene Frühstücksorte kennen zu lernen. Der Nachteil ist, dass ich als kleiner Kafffeesuchti auf Entzug einen entsprechenden Ort finden muss. Am heutigen Tag haben wir uns für den Glaspalast entschieden. Sah auf den ersten Blick sehr hübsch aus. Auf dem zweiten Blick sah man, dass der Lack ab war. Und das im wortwörtlichen Sinne. Dennoch war der Kaffe sehr gut, Spanier können einfach Kaffee!

Kaffee im Glaspalast

Nach unseren Frühstück sind wir ausgiebig ohne Ziel durch Madrid geschlendert. Aber auch zielloses rumlaufen macht hungrig. So sind wir Mittags in das Cafe Mallorca eingekehrt. Hier haben wir das erste mal Bekanntschaft mit einer saisonalen Spezialität gemacht. Hierbei handelt es sich um den Roscon de Reyes, zu deutsch Königskranz. Dieser Kuchen wird traditionell zwischen Weihnachten und den Heiligen Drei Königen serviert. Mein Stück war sehr lecker, jedoch spürte ich beim zerteilen einen Widerstand. Eine genauere Inspektion zeigte, dass ich ein Fremdkörper in den Kuchen geschlichen hatte. Im ersten Moment dachte ich mir, dass ist aber eklig. Bei genauerer Betrachtung merkte ich jedoch, dass es sich hierbei um eine kleine Figur handelte, einen kleinen Eisbär. Nach einer kurzen Recherche im Internet konnte ich Martina erklären, dass sie mich ab jetzt für den den ganzen Tag König zu nennen hat. Denn die Figur wurde absichtlich im Kuchen platziert und stellt in gewisser weise den Hauptgewinn dar. Durch meiner Internetrecherche wurde mir auch klar, dass es auch eine Art Niete gab. Diese wird durch eine Bohne dargestellt. Konkret muss der Kuchenesser mit Bohnenfund die Zeche für alle zahlen. Da hatte ich aber Glück gehabt.

Cafe Mallorca

Nach unserer Stärkung im Cafe Mallorca haben wir weiterhin die Stadt ohne konkretes Ziel bewandert. Nach weiteren Vino Calientes auf dem Weihnachtsmarkt, ging es für uns wieder zum Abendessen. Martina war mal richtig kreativ und hat sich für eine Tortilla Espanñola entschieden. Bei mir gab es Secreto de Cerdo, wobei das nicht wirklich ein Geheimtipp war. Das Fleisch war unfassbar fett und meine Nacht daher eher unruhig.

Silvester

Am nächsten Morgen war auch schon der 31. und somit neigte sich unserer Zeit in Madrid ihren Ende entgegen. Unseren letzten vollen Tag nutzen wir um das Eisenbahnmuseum zu besichtigen. Für mich als Eisenbahnerkind war es durchaus Interessant die spanische Fahrzeuge kennen zu lernen. Immerhin war ich als Kind mit meinem Eltern im Museum der deutschen Bahn in Nürnberg. Für Martina war es wahrscheinlich so semiinterssant. Zu meiner Überraschung waren wir nicht alleine im Museum. Auch einige Spanier haben den Weg gefunden und auch noch andere Deutsche. Im Vergleich zu Nürnberg war alles eine Nummer einfacher gehalten. In einem Nebenflügel waren auch mehrer Modelleisenbahnen aufgebaut. Eine Mitarbeiterin hat uns im schnellen spanisch einige Erklärungen zu den Modellen geliefert. Ich habe relativ wenig verstanden. Ich würde den Museumsbesuch dennoch als lohnenswert bezeichnen. Technikgeschichte ist Interessant und man lernt immer etwas hinzu.

Ganz wie der Schwiegerpapiii

Lernen macht aber auch hungrig. So haben wir ein, für uns neues, spanisches Fastfood kennen gelernt. Hierbei handelt es sich um Empanadas. Das Essen selbst war für uns nichts neues, aber das Ladenkonzept. Ähnlich wie beim Fastfood Pizzaladen standen verschiedene Menüs zur Verfügung. Wir hatten jeweils zwei Empanadas und ein Getränk. Als wir unsere Tüte mit den vier gefüllten Teigtaschen bekamen, fragten wir uns wie wir die Füllung erkennen können. Dann fiel uns auf, dass die Beschreibung der Füllung auf der Tasche stand – sehr praktisch.

Empanada Jamon y Queso

Silvester rückt immer näher und wir hatten noch ein paar Vorbereitungen zu treffen. Daher ging es für uns zu Corte Ingles, eine Art spanischer Kaufhof. Dieser hat im Keller einen Supermarkt und so haben wir uns für die Nacht eingedeckt mit Cerveza, Sangria und Trauben. Die Trauben gibt es in Spanien zu Silvester fertig verpackt im Dutzend. Denn zu den ersten zwölf Glockenschläge wird jeweils eine Traube verzehrt, Wer das schafft, erfährt im neuen Jahr Wohlstand und Glück. Das wollten wir natürlich auch haben. Wir gingen von Corte Ingles zurück zu unseren Hotel und mussten feststellen, dass die Polizisten schon damit begonnen haben den Platz Puerto del Sol zu räumen. Denn hier wird später die große Silvesterfeier sein und alle Besucher werden vorher einmal von der Polizei durchsucht. Aus diesem Grund wird der Platz einmal vollständig geleert. Im Anschluss werden die Besucher erst nach einer Kontrolle auf die Puerto del Sol gelassen. Im übertragenen Sinne sind wir am spanischen Brandenburger Tor, denn der Jahreswechsel wird Live im spanische TV übertragen. Auch wir mussten zuerst vor den Platz auf Einlass warten. Die Schlange war schon gigantisch lang und wir hatten etwas Angst nicht mehr auf den Platz zum kommen. Wegen Corona wurde die Besucheranzahl reduziert. Hilft alles nichts. Auch wir haben uns in die Megaschlange eingereiht. Manche versuchten sich vorzudrängeln. Aber die Spanier wussten das mit einem mächtigen Sprachchor „a la cola“ zu verhindern.

A la Cola

Wir hatten Glück und gelangten noch auf den Platz. Ich glaube das nicht mehr all zu viele nach uns das gleiche Glück hatten. Jedoch wurde uns an der Kontrolle unsere Getränkevorräte weggenommen. Nur eine kleine Dose mit Sangria hat die Kontrolle überstanden. Bis zum Jahreswechsel hatten wir noch gut 1,5 h Zeit. Diese ging aber relativ schnell vorbei. Dann begann die Glocken zu schlagen. Und wir haben zu den 12 ersten Glockenschläge des Jahrs 2022 jeweils eine Traube gegessen.

Doce Uvas

Was gar nicht so einfach war. Nachdem 12. Glockenschlag gab es auch kleines Feuerwerk. Nun war Zeit unsere kleine Sangria zu trinken. Das neue Jahr war nur wenige Minuten alt und wir gingen schon zurück zum unseren Hotel. Dieses lag nur kurz hinter dem Sicherheitsbereich so dass, die Polizisten für uns den Zaun aufmachten. Erst da ist mir klar geworden wie viel Glück wir hatten, auf den Platz gekommen zu sein. Hinter dem Zaun standen zigtausende Madrilenen, welche weniger Glück hatten. Am nächste morgen oder vielmehr am gleichen Tag geht es zurück nach Frankfurt.

Der Tag danach

Neben der Abreise stand lediglich ein Frühstück auf der Agenda. Klingt erstmal einfach? War es aber nicht! Wir sind ziemlich lange durch die Innenstadt gezogen um festzustellen das alles geschlossen ist. Alles? Nein, ein Laden hatte offen. Für Martina war es aber die schlechteste Möglichkeit, mich hat es gefreut. Genug der Vorworte, bei dem Laden handelt es sich um das Museo de Jamon, als eingefleischte Vegetarierin war es für Martina nicht die erste Wahl. Nach einem leckeren bocadillo con jamon ging es zum Flughafen.

Schinkenbocadillo

So ist unsere Zeit in Madrid auch schon wieder zu Ende. Wenn du Lust hast einen Reisebericht über einen weiteren Städtetrip zu lesen, dann klicke hier.