#59 Von Buenos Aires nach Frankfurt

#59 Von Buenos Aires nach Frankfurt

Nach fast 60 Artikeln ist heute Schluss, denn das ist der letzte Blogbeitrag zu unserem Sabbatical.

Für den letzten Abend in Buenos Aires hatten wir mal den Balkon unserer Airbnb-Wohnung genutzt. So genossen wir den Ausblick vom 13. Stockwerk auf die Stadt bei Empanadas und Malbec. Den Malbec haben wir von unserem letzten Bargeld gekauft. Da wir nicht mehr all zu viel übrig hatten, reichte es nur für eine sehr günstige Flasche. Und bislang konnten wir bestätigen, dass es keinen schlechten Malbec gibt.

Empanadas und Malbec.

Am nächsten Morgen packten wir unserer Sachen, was gar nicht so leicht war. Wir hatten allerlei Süßes für die Daheimgebliebene gekauft. Das musste nun neben unserem normalen Gepäck auch noch im Rucksack verstaut werden. Und so ein Rucksack ist schon wesentlich kleiner als ein Koffer. Gegen 10:00 Uhr war es soweit und wir fuhren mit einem Uber zum Flughafen. Dort angekommen mussten wir leider feststellen, dass wir viel zu früh am Flughafen waren. Die Lufthansa würde unseren Counter erst in zwei Stunden aufmachen. Okay, unser Flug sollte erst um 16:45 Uhr starten, aber wir mussten die Wohnung um 10 Uhr verlassen und wollten mit dem Gepäck nicht durch die Stadt laufen. Also hieß es jetzt warten. Jedoch merkte man schnell, dass der Flug nach Deutschland geht, denn wir waren nicht die Einzigen, die viel zu früh da waren. Vor dem Schalter bildete sich bereits eine Schlange. Der Rückflug an sich war auch ein besonderer Programmpunkt für uns, denn wir sind Business Class geflogen.

Nach dem Einchecken und ein bisschen Zeit in der Lounge wurde es dann aber wirklich ernst. Wir konnten schon unseren Flieger am Gate sehen, es war eine 747-8. Das besondere bei Lufthansa ist, dass sich ein Teil der Business Class im Upper Deck befindet. Genau da werden wir auch sitzen.

Die 747-8 am Terminal.

Das Boarding verlief schnell. Die First und Business Class hatten sogar ein eigenes Gate und dementsprechend auch eine eigene Gangway. Als wir unseren Pre-Departure Drink tranken, war das Boarding in der Eco noch voll im Gange. Nach einem sanften Start ging es auch schon bald mit dem Essen los.

Selfie aud dem Upper Deck.

Der Service in der Business Class ist kein Vergleich zur Eco. Ich wurde am Platz begrüßt mit den Worten: „Guten Tag Frau Merz, für sie gibt es ja heute das Special Menü.“ Woher kannte sie meinen Namen? Und welches Special Menü? Etwas irritiert gab ich nur zurück, dass ich nur vegetarisches Essen bestellt hätte. Michi hingegen konnte aus einer Menü Karte auswählen. Bei der Vorspeise entschied er sich für Garnelen.

Marinierte Shrimps mit Zucchini, Pesto-Mayonnaise und sautierten Kirschtomaten.

Als Hauptgang gab es für mich Ravioli mit Tomatensauce und etwas Käse überbacken und für Michi den Lachs.

Gegrillter Buckellachs mit Tomaten-Paprikasauce, dazu gebratene Anden-Kartoffeln und blanchierter Bok Choy.

Beim Nachtisch konnte man zwischen einer Auswahl an Käse und einem Mango-Kuchen entscheiden. Die Wahl fiel bei uns beiden natürlich auf den Kuchen.

Mango-Crémeux Käsetorte.

Nach dem Essen war es Zeit fürs Bett. Unser großer Luxus war, dass wir unseren Sitz in eine flache Liegeposition stellen konnte. Wir hatten sogar eine Minimatratze, eine richtige Decke und ein Kissen. Ein bisschen Schlaf konnten wir so tatsächlich mitnehmen, auch weil es wirklich sehr ruhig in der Kabine war. Und dann war es auch schon wieder Zeit für das Frühstück und wir begannen mit dem Landeanflug auf Frankfurt. Vor lauter Nebel konnten wir kaum etwas sehen. Wenn man Schlafen kann, ist so ein 13 h Flug doch recht kurzweilig. In Frankfurt angekommen, freuten wir uns auf unsere Familien und auch auf unsere Wohnung.

Sabbatical in Zahlen

Da Michi Statistiken mag wollte er unbedingt unsere Reise in Zahlen fassen. Also wer kein Interesse an Statistik, Zahlen und Mathe im Generellen hat sollte, jetzt nicht weiter lesen.

Nach 118 Tagen sind wir wieder in Deutschland angekommen. In dieser Zeit haben wir 8 Länder bereist und sind neben Südamerika auch auf dem Kontinent Antarktika gewesen. Die Aufenthaltsdauer in den einzelnen Länder war extrem unterschiedlich. Die längste Zeit haben wir in Chile verbracht mit einem Anteil von 23 % an der Gesamtdauer von 118 Tagen. Hingegen war die Aufenthaltsdauern in Brasilien und Paraguay mit wenigen Stunden extrem kurz und somit deutlich kleiner als 1 % Prozent.

In Summe haben wir eine Strecke von etwa 51.000 km zurückgelegt. Zum Vergleich: der Erdumfang beträgt etwa 40.000 km. Den größten Anteil an die Gesamtstrecke hatte die An- und Abreise nach Lateinamerika mit 20.842 km. Und auch die Verteilung nach Transportmittel ist sehr ungleich. Das Tortenstück welches das Flugzeug repräsentiert hat eine Große von 84 % und ist somit deutlich größer als die Stücke für Schiff, Bus und zu Fuß. Zu Fuß sind wir aber dennoch insgesamt fast 1.000 km gelaufen.

Zu einem weiteren Thema lassen sich viel Grafiken erstellen, hier geben wir jedoch nur relative Zahlen an. Es handelt sich dabei um die Kosten. Wir haben nämlich akribisch jede Ausgabe aufgeschrieben um auch zu sehen ob wir noch im Budget liegen. Unser Budget haben wir zu 98% ausgeschöpft. Das meiste Geld haben wir für die Fahrt zur Antarktis ausgegeben. Die Schiffsfahrt ist nicht wirklich einem Land zuzuschreiben, daher hat sie eine eigene Kategorie. Unsere Zeit auf dem Schiff machte gerade einmal 8 % der Zeit des Sabbaticals aus, der Anteil am Budget beträgt aber stolze 35 %.

Die Kosten in den einzelnen Länder waren sehr unterschiedlich, jedoch auch unsere Aufenthaltsdauern. Im nächsten Diagramm wird daher gezeigt, wie viel ein Tag in welchen Land gekostet hat. Da hier keine konkreten Zahlen genannt werden, wurden die Kosten auf einen Tag in Bolivien bezogen. Das heißt, ein Tag auf dem Schiff MS Ushuaia war 9,6 mal so teuer wie ein Tag in Bolivien. Die Angaben zu Peru sind verzerrt, da hier auch die versenkten Kosten berücksichtigt wurden. Denn aufgrund der Unruhen mussten wir unseren Plan anpassen, hierdurch sind Kosten entstanden und wir haben teilweise unser Geld nicht zurück bekommen. Ansonsten gibt das Diagramm das Preisniveaus der Länder gut wieder. Hierbei gilt es noch zu beachten, dass wir unser Verhalten den Kosten angepasst haben, denn in teureren Ländern sind wir weniger essen gegangen als in günstigeren Ländern. Ebenso verhält sich dies mit den Ausflügen.

Haben wir unsere Ziele erreicht?

Zur Veranschaulichung dient die Karte, welche den ursprünglichen Plan und auch die Änderungen zeigt. Es sind einige Orte weg gefallen (rote Markierungen), andere sind hinzu gekommen (grüne Markierungen). Die politischen Unruhen in Peru haben große Anpassungen erfordert. Peru sollte ursprünglich ein Schwerpunkt des Sabbaticals sein, jedoch wurde es mehr oder weniger ausgelassen. Dadurch ist viel Zeit frei geworden, wodurch wir Bolivien viel intensiver bereist haben als es geplant war. Die Orte Santa Cruz, Trinidad, Cochabamba und auch Potosí standen nicht auf unseren Zettel.

Auch bei der Kreuzfahrt in der Antarktis gibt es Abweichungen zwischen der Karte aus dem Beitrag „#1 Der Plan“ und der tatsächlichen Route. Das liegt einfach daran, dass jede Expedition anders ist. Es gibt keine Garantie einen bestimmten Ort in der Antarktis anzufahren. Wir sind zufrieden mit dem was wir gesehen haben.

Auch gegen Ende das Sabbaticals sind noch einige Ziele hinzugekommen. Wir hatten uns bewusst die letzten drei Wochen offen gehalten. Die Zeit haben wir spontan gefüllt. Daher haben wir die Iguazú Wasserfälle und auch Uruguay besucht. Die Iguazú Wasserfälle waren eines unserer Highlights der vergangenen vier Monate. Zum Glück haben wir diesen Besuch eingebaut.

Fazit

In den vergangenen 118 Tage haben wir viele tolle Momente erlebt. Den einen Höhepunkt gibt es jedoch definitiv nicht. Es sind mehrere Orte, die als unbeschreiblich schön in Erinnerung bleiben. So haben die Salar de Uyuni, der Perito Moreno Gletscher und auch die Iguazú Wasserfälle eines gemein: Ein Foto gibt nicht einmal 10 % Prozent ihrer imposanten Erscheinung wieder. Auch die Zeiten auf der Osterinsel und dem Schiff MS Ushuaia waren unbeschreiblich schön. Sicherlich hatten wir einen Durchhänger in Peru, denn Machu Picchu sollte eines unserer Highlights werden. Wir haben mehr oder weniger das ganze Sabbatical um die weltberühmte Stätte der Inca herum geplant. Umso trauriger war es, dort nicht hinzugehen. Dies war aber mit das einzigste, was nicht geklappt hat. Wir haben keinen Flug verpasst. Wir haben für jede Nacht eine Unterkunft gehabt. Wir haben all die Dinge gesehen, welche wir uns vorgenommen hatten und noch viele mehr. Manchmal haben sich auch Sachen ergeben. So kamen wir beispielsweise in Punta Arenas ohne rechten Plan an. Jedoch haben wir jeden Tag gefüllt und mehr erlebt, als wir es erwartet hatten. Die letzten vier Monate sind eine außergewöhnliche Zeit gewesen, welche wir nicht missen möchten. Wir sind froh, dass wir diese Möglichkeit hatten.

Wenn man reist trifft man viele Leute und spricht auch über ihre Erfahrungen. So wächst auch die Zahl der Reisewünschen und wird nicht etwa kleiner. Unsere Liste ist ebenfalls länger geworden. Die Osterinsel hat Lust auf mehr Polynesien gemacht. Daher wäre Hawaii ein tolles Ziel für die Zukunft. Argentinien hat auch noch viel zu bieten. So fehlen uns dort noch Orte wie Mendoza, Salta oder auch Cordoba. Peru hingegen ist auf der Liste ziemlich weit nach unten gerutscht, da kommen erstmal andere Ziele vorher.

Den vorherigen Beitrag findest du hier.

#58 Schon wieder Buenos Aires

#58 Schon wieder Buenos Aires

Wir hatten uns wieder für eine Airbnb Wohnung entschieden, dieses Mal allerdings in einem anderen Stadtteil und zwar in Palermo. Im 13. Stock hatten wir einen tollen Ausblick auf die Stadt.

Blick auf die Stadt.

Die Wohnung war zwar klein, aber dafür gut ausgestattet und es gab sogar eine Nespresso-Maschine mit Kapseln. Für den selben Abend hatten wir auch bereits eine Veranstaltung gebucht. Es ging zu einer Tango Show.

La Ventana Tango Show

Die Location kannten wir, da wir dort vor Kurzem zu einer Weinprobe waren. Dieses Mal hatten wir aber das volle Programm gebucht: Weinprobe, Abendessen und Tango Show. Die Weinprobe, wieder beim Sommelier Franklin, war dieses Mal leider nicht ganz so gut. Neben uns und vier Brasilianern, gab es auch noch eine Gruppe von 12 Leuten. Diese schienen sich für alles, nur nicht für die Weinprobe zu interessieren. Im Nachbarraum gab es z.B. eine Tanzstunde und dort sind sie als hin und her gelaufen. Es war wirklich nervig. Franklin hat sich dennoch nicht aus der Ruhe bringen lassen und wir 6 haben das Beste draus gemacht. Gestartet sind wir mit einem Torrontés, der bedeutendsten Weißwein-Sorte Argentiniens. Anschließend folgten noch ein Syrah und ein Malbec. Von den dreien war mal wieder der Malbec unser Favorit.

Anschließend ging es zum Abendessen. Da wir die Weinprobe vorher gebucht hatten, erhielten wir bessere Sitze auf der Empore. Hierdurch konnten wir auf die anderen Gäste hinabschauen. Der Saal füllte sich schnell und es wurde ziemlich laut.

Die Show war im Keller.

Für das Abendessen konnten wir jeweils bei Vorspeise, Hauptgericht und Nachtisch zwischen ein paar Gerichten auswählen. Michis Wahl fiel mal wieder auf ein Steak. Für mich gab es Nudeln. Zum Essen gab es auch eine Flasche Wein, die inkludiert war.

Für Michi gab es (schon wieder) Steak.

Der Service war leider sehr langsam, aber das Essen war ganz in Ordnung. Und nach dem Dessert war es dann endlich so weit für die Tango Show. Wir hatten einen recht guten Blick auf die Bühne. Auch hier gab es zunächst nur Tango Musik. Dann folgten die Tänzer, Folklore Musik und anschließend wieder Tänzer. Die Show hat uns wirklich gut gefallen und war ein toller Abschluss für den Abend

Tango mit Live Musik.

Der Abend war lang und wir gingen direkt ins Bett, da wir für den nächsten Tag auch bereits eine Tour anstehen hatten.

Weingut vor den Toren Buenos Aires

Wir hatten eine Tour zu dem Weingut Gamboa gebucht. Die größte Besonderheit dieses Weinguts ist, dass es unweit der Stadt Buenos Aires liegt. Eigentlich ist dies nicht die beste Region für Wein, doch das junge Weingut experimentiert viel, um dort Wein anbauen zu könne. Der Großteil der Weine kommt aus der Region von Mendoza oder Salta des Landes.

Zu Beginn erhielten wir eine Führung über die Weinberge, bei der uns der Anbau und die Verarbeitung erklärt wurden. Eine der Flächen im Weingut nannte sich Bibliothek. Hier werden Sorten aus der ganzen Welt angebaut, es gab sogar eine Reihe Riesling.

Die Bibliothek.

Und anschließend ging es dann zu einer kleinen Weinprobe. Da das Weingut noch sehr klein ist, hat es sich mit anderen Weingütern aus Mendoza und Salta zusammengeschlossen. Diese Weingüter produzieren einen Teil ihrer Ernte ausschließlich für das Weingut Gamboa. Somit konnten wir auch Weine aus Mendoza und Salta probieren. Auch hier begannen wir mit einem Weißwein, gefolgt von einem Pino Noir und einem Malbec. Mal wieder war der Malbec der beste Wein.

Weinprobe mit Brot und Käse.

Und anschließend gab es noch ein Mittagessen. Das kleine Restaurant liegt mitten in den Weinbergen, die Location war also wirklich traumhaft. Und das Essen war wahnsinnig lecker und sehr sehr viel. Vorspeisen und Beilagen wurden ständig wieder auf unseren Tisch gestellt, die Auswahl war sehr groß. Und dazu gab es Malbec, auch in großen Mengen. Denn hierbei haben sie wirklich nicht gegeizt.

Unser Tisch.

Die Tour war wirklich schön und wir haben uns mit den mitgereisten Amerikanern und unserem Guide gut unterhalten.

Für den folgenden Tag hatten wir ebenfalls schon einen Programmpunkt, dieses Mal allerdings ohne Wein.

Hop On Hop Off Bus

Wir wollten endlich mal mit dem Hop On Hop Off Bus durch die Stadt fahren. Als wir das erste Mal in der Stadt waren, über die Osterfeiertage, waren die Busse proppenvoll und es gab lange Schlangen vor den Stationen. So wollten wir nicht mitfahren. Glücklicherweise hat sich der Andrang nach den Feiertagen wieder gelegt. Also nutzen wir die Chance und buchten uns ein Ticket. Da wir bereits einiges von der Stadt gesehen hatten, wollten wir erstmal eine komplette Runde mit dem Bus fahren. Die ganze Strecke sollte über 3 Stunden dauern, das zeigt auch mal wieder wie groß die Stadt ist. Anfangs hatten wir uns einen Platz oben, draußen genommen. Von hier aus könnte man gut Fotos machen. Doch nach einiger Zeit sind wir in die erste Reihe umgezogen. Von hier hat man einfach einen besseren Blick.

Zwei Touristen on Tour.

Gerade zu Beginn kamen uns viele Gebäude bekannt vor. Doch vom Bus aus hat man noch mal einen ganz anderen Blick auf die Stadt. Ebenfalls haben sich so erst Zusammenhänge ergeben, wie nah manche Attraktionen doch beieinander liegen.

Historisches Museum.

Ebenfalls präsent waren auch mal wieder die Falklandinseln. Hier werden sie Malvinas genannt.

Die Malvinas vereinen uns.

Wir genossen die Fahrt sehr und ließen nochmal alles auf uns wirken. Die Stadt hat einen ganz besonderen Charme und ist einfach wunderschön.

Der Nationalkongress.

An jeder Ecke gab es schöne Häuser und dazwischen immer viel grün, ob Bäume oder Parks.

Die französische Botschaft.

Während der Fahrt war deutlich spürbar, dass es immer nebeliger wurde. Der ganze Himmel und bald auch einige Hochhausspitzen verschwanden im Nebel. Am nächsten Tag erfuhren wir, dass dies kein gewöhnlicher Nebel oder Smog war, sondern Rauch. Im benachbarten Uruguay gab es Waldbrände, deren Rauch bis zu uns nach Buenos Aires zogen.

Palacio Barolo

Die Fahrt führte uns in Ecken, in denen wir zuvor noch gar nicht waren. Aber die Hauptattraktionen hatten wir alle mitgenommen. Und dann fuhren wir auch am Nationalmonument vorbei: dem Obelisken. Im Hintergrund ist im Nebel noch Evita zu erkennen.

Der Obelisk.

Nach der Rundfahrt nutzen wir die Zeit noch für einen Spaziergang. Endlich wollten wir mal zum Obelisken laufen und ein Foto machen. Zu dieser Zeit war der ganze Himmel bereits im Nebel/Rauch verschwunden.

Beweisfoto – wir waren da.

Nach unserem Spaziergang nutzen wir den Bus auch noch für die Heimfahrt. Zwar dauerte diese so länger, als wenn wir ein Uber genommen hätte und wahrscheinlich sogar länger als wenn wir einfach gelaufen wären, aber es gefiel uns einfach durch die Stadt zu fahren. Ein letzten Mal konnten wir somit die Innenstadt bewundern. Für den nächsten Tag hatten wir zwar auch Pläne, aber diese führten uns nördlich aus der Stadt hinaus.

Ausflug nach Tigre

Wir fuhren am nächsten Morgen nach Tigre. Der ursprüngliche Plan bestand darin, in Buenos Aires in ein Boot umzusteigen, den Río de la Plata hinaufzufahren um dort in das Tigre Delta zu fahren. Aufgrund des weiterhin bestehenden Rauchs wegen der Brände in Uruguay, fiel dieser Plan allerdings flach. In Hafennähe konnte man kaum das nächste Gebäude sehen, da hätte eine Bootstour wenig Sinn gemacht und wäre auch noch gefährlich. Deshalb fuhren wir zunächst mit dem Auto nach Tigre, in der Hoffnung, dass sich der Rauch etwas legt.

Tigre

Die Stadt erhielt ihren Namen übrigens aufgrund eines Missverständnisses. Als die ersten Spanier in diese Gegend kamen, sahen sie Jaguars, hielten sie allerdings für Tiger, im Spanischen Tigre. Daher haben die Stadt und auch die Region diesen Namen erhalten.

Die Stadt Tigre grenzt an das Delta des Flusses Paraná. Dieser war uns noch vom Dreiländereck Argentinien-Brasilien-Paraguay bekannt. Etwa 10 km von der Stadt entfernt mündet der Fluss Paraná in den Río de la Plata. Im Delta gibt es ganz viele Inseln, die größtenteils bewohnt sind. Sie können allerdings nur per Boot erreicht werden. Aufgrund dessen ist Tigre zu einem begehrten Naherholungsgebiet geworden. Viele Bewohner der Stadt Buenos Aires verbringen dort ihre Wochenenden oder die Ferien.

Hotel im Tigre Delta

Glücklicherweise hatte sich der Rauch etwas gebessert und wir konnten eine Bootstour im Delta unternehmen. In der Gegend wohnen wohlhabende Leute, aber auch ärmere Leute. Dies hat sich in den Häusern widergespiegelt.

Schickes Wohnhaus.

Es gibt in der Gegend sogar ein Museum. Der ehemalige Präsident Sarmiento hatte vor seiner politischen Karriere im Tigre Delta ein Stück Land gekauft, dieses bebaut und hier auch gelebt. Ein Nachbau seines Wohnhauses ist dort aufgebaut. Um dieses vor Wind, Regen und dem Fluss zu schützen, wurde es in ein Glashaus gesetzt.

Museum.

Die Gegend ist relativ dicht besiedelt. Ein Bootsanleger folgte dem nächsten. Auch auf dem Wasser gab es viel Betrieb. Ein paar Ruderer, aber auch ein schwimmender Supermarkt war unterwegs. Wer eine leere Tüte an seinem Bootsanleger befestigt, zeigt nämlich, dass er einkaufen möchte. Der Boots-Supermarkt hält dann an diesem Haus.

Wohnhaus

Nach einer Stunde war die Bootstour schon vorbei. Es war sehr interessant zu sehen, wie sich nur eine Stunde von Buenos Aires entfernt, die Gegend komplett verändert hat. Zum Abschluss gab es noch einen kleinen Snack: Empanadas. So ein Abschluss gefällt uns sehr.

Tigre

Anschließend traten wir schon wieder die Rückfahrt nach Buenos Aires an. Da wir nun die Autobahn nutzten, dauert das gerade mal 45 Minuten. Und wäre etwas weniger Verkehr gewesen, wäre es sogar noch schneller gewesen.

Für uns hieß es dann Packen, und das zum letzten Mal. Denn am Folgetag war es Zeit wieder nach Hause zu fahren.

#57 Colonia del Sacramento

#57 Colonia del Sacramento

Mit dem Bus sind wir etwa 3 Stunden von Montevideo nach Colonia del Sacramento gefahren. Die Fahrt war sehr angenehm und währenddessen konnten wir immer mal wieder einen Blick auf den Río de la Plata erhaschen. Colonia del Sacramento ist ein kleines Städtchen nordwestlich von Montevideo. Es ist die älteste Stadt Uruguays und hat eine wunderschönen Altstadt. Dies hat auch die UNESCO erkannt und die Altstadt zum Weltkulturerbe erklärt.

Nachdem wir also unser hübsches Hotel bezogen hatten, sind wir direkt mal los in die Altstadt. Da Colonia ja relativ klein ist, kann man alles gut zu Fuß erreichen. Und begrüßt wurden wir von einem gut erhaltenen Stadttor. Denn im 17. Jahrhundert wurde in Colonia von den Portugiesen ein Fort errichtet. Erst im 18. Jahrhundert wurde Colonia den Spaniern zugesprochen. Deshalb sind der Altstadt viele portugiesische Einflüsse zu erkennen.

Historisches Stadttor.

So nah am Wasser gelegen darf ein Leuchtturm natürlich nicht fehlen.

Leuchtturm von Colonia.

Und diesen haben wir uns nicht nur aus der Ferne angeschaut, sondern auch gleich mal von Innen und von oben. Nach dem 123 Stufen wurden wir mit einem tollen Ausblick belohnt.

Blick auf die Stadt.

Da die Stadt sehr klein ist, ist natürlich auch das Angebot von Stadtführungen geringer. Wir gingen also zur Touristeninfo, um uns beraten zu lassen. Touren in Englisch wurden nur am Wochenende angeboten, das wir gerade verpasst haben. Eine Tour auf Spanisch oder eine private Tour auf Englisch für 150 USD wollten wir nicht haben. Das bekommen wir doch bestimmt auch selber hin. Die Dame von der Touristeninfo gab uns dann noch ein paar Tipps, was man außerhalb der Altstadt noch machen könnte. Sie erzählte, es gibt eine ehemalige Stierkampfarena, in der jetzt Weinproben angeboten werden. Wein?! Na das klingt doch ganz nach uns. Also entschieden wir uns, erstmal zur Stierkampfarena zu gehen. Der Weg dorthin führte uns etwa 5 km an der Küstenpromenade entlang.

Schriftzug in großen Lettern.

Das Wetter spielte uns gut in die Karten. Es war sonnig, aber dennoch kühler und windig. Der Weg war gut ausgebaut, aber leider führte ein Großteil davon an der Hauptstraße entlang. Das Wasser konnten wir nur durch die Bäume erkennen. Doch bald hatten wir unser Ziel erreicht: die Stierkampfarena.

Ehemalige Stierkampfarena von außen.

Sie wirkte imposant und war wunderschön. Betreten konnte man diese nur mit einer Tour, die es natürlich nur auf Spanisch gab. Also nein danke, wir wollten ja sowieso lieber eine Weinprobe machen. Als wir die kleine Bodega fanden, wusste dort keiner was von einer Weinprobe. Schade. Dann tranken wir eben einen Café con leche. Und etwas Glück hatten wir dann doch noch, denn als wir noch kurz aufs Klo wollten, durften wir in die Stierkampfarena hinein. Somit konnten wir einen Blick ins Innenleben erhaschen.

Ehemalige Stierkampfarena von innen.

Wir spazierten den Küstenweg also wieder zurück. Den restlichen Nachmittag machten wir uns einen Plan für den nächsten Tag, wenn wir die Altstadt auf eigene Faust erkunden wollten.

Einen Tip hatte uns die Dame von der Touristeninfo noch gegeben. Am Abend würde es im Kulturzentrum eine Tango-Show geben, kostenfrei. Da das Zentrum um die Ecke von unserem Hotel lag, sind wir da abends mal hingegangen. Gefühlt waren wir die einzigen Ausländer und es war schön zwischen all den Einheimischen unterzutauchen. Zu Beginn wurde ein Bürger der Stadt geehrt, der selber Tangos komponiert hat. Und dann ging die Show los. Erst sang der örtliche Chor und anschließend kam ein Trio auf die Bühne und spielte Tangos. Wir waren beide etwas verwundert, da wir dachten, es würde Tango getanzt werden. Dem war aber nicht so, denn es wurde nur Tango Musik gespielt. Dennoch hat uns die Show sehr gut gefallen, vor allem als beim letzten Lied die Einheimischen aufstanden und mitsangen.

Am nächsten Morgen gingen wir wieder in die Altstadt. Der Einfluss der Portugiesen war sehr präsent. Es gab sogar ein Fliesen Museum, denn die Portugiesen sind ja für ihre Azulejos bekannt.

Azulejos mit Karte von Río de la Plata.

Wir schlenderten durch die Altstadt und gingen durch die kleinen Gässchen. Ab und zu gab es ein Café oder einen Souvenirladen, aber weit weniger überlaufen als man es aus Spanien kennt.

Häuser der kolonialen Innenstadt.

Es gab auch eine Menge Museen in dem kleinen Städtchen, die man mit einem einzigen Ticket besichtigen konnte. Da diese zu 99 % auch nur auf Spanisch waren, schlenderten wir weiter durch die Altstadt. Alles wirkte ganz entspannt, relaxt und nicht so chaotisch und stressig wie in Montevideo noch.

Koloniales Haus.

Colonia gefiel uns sehr gut, doch mehr als zwei Tage muss man hier nicht bleiben. Für uns war es auch wieder an der Zeit weiterzuziehen. Und somit war es auch an der Zeit Uruguay wieder zu verlassen.

Am Folgetag ging es mit der Fähre zurück nach Buenos Aires. Dieses Mal hatten wir uns für einen günstigeren Anbieter empfohlen und den größten Nachteil bekamen wir direkt zu spüren. Unser Gepäck wurde nicht eingecheckt, sondern wir mussten es selber mit aufs Schiff nehmen. An sich wäre das ja gar nicht so schlimm gewesen, aber wir mussten ja auch wieder ein- und ausreisen. Nach einer halben Stunde Warten in der Schlange erhielten wir dann unseren uruguayischen Ausreisestempel. Dann ging es aufs Schiff für etwa 1 Stunde und 15 Minuten. Und in Argentinien mussten wir dann auch erstmal wieder einreisen. Glücklicherweise ging das alles problemlos und wir fuhren direkt zu unsere Wohnung für die letzen Tage.

Den vorherigen Beitrag findest du hier.

Zum nächsten Beitrag geht es hier lang.

#56 Montevideo

#56 Montevideo

Für den ersten Nachmittag in Montevideo standen zwei Dinge auf der Agenda. Zunächst war es mal wieder Zeit fürs Wäsche machen. Glücklicherweise gab es bei uns in der Nähe eine Wäscherei, denn im Hotel verlangten sie für 6 Teile 6 USD. Da wären wir arm geworden. Und der zweite Punkt auf der Agenda war ein Besuch des Palacio Salvo. Hierfür hatten uns wir eine Tour gebucht, die es aber leider nur auf Spanisch gab. Bereits als ich den Pförtner fragte, ob wir richtig sind und seine Antwort auch beim zweiten Mal kaum verstand, ahnte ich schlimmes. Die drei anderen Einheimischen, mit denen wir zuvor kurz gesprochen hatten, hatte ich auch schon kaum verstanden. Sie sprachen so schnell und undeutlich, dass ich mich fragte, ob das überhaupt Spanisch war.

Palacio Salvo

Als die Tour mit unserem Guide Daniel startete, war ich sehr erleichtert, denn er sprach langsam und deutlich. Er erklärte uns, dass der Palast von zwei italienischen Einwanderern, die in der Textilindustrie zu Reichtum gekommen sind, in Auftrag gegeben wurde. Im Jahr 1928 wurde der Palast fertiggestellt und galt anfangs als höchstes Gebäude in Südamerika. Architekt war Mario Palanti, der ebenfalls den Palacio Barolo in Buenos Aires entworfen hatte.

Ausblick in den Innenhof.

Da unsere Tour um 18 Uhr begann und wir somit den Sonnenuntergang sehen würden, hat Daniel die Route der Tour extra geändert. Somit begannen wir an einem Aussichtspunkt, um die Sonne noch zu sehen. Der Palacio Salvo ist direkt am Hauptplatz Plaza de la Independencia gelegen.

Ausblick auf den Plaza de la Independencia.

Zur anderen Seite gab es Meerblick. Obwohl es sich hierbei um den Río de la Plata handelt, und es somit kein Meer ist, nutzen die Einheimischen dennoch diesen Ausdruck. Auch ich fand den Fluss immens groß und kann die Einheimischen verstehen.

Flussblick.

Vom obersten Turm aus hatte man einen ganz tollen Ausblick. Die Lichter machten die Szenerie besonders stimmungsvoll.

Ausblick vom höchsten Punkt des Palacio Salvo.

Der Palacio Salvo wurde ursprünglich als Luxus Hotel gebaut. Leider stieß dies nicht auf besonders großen Anklang, sodass seine Nutzung immer wieder geändert wurde. Heute wird ein Großteil als Büros genutzt, denn diese passen gut in die angedachten Hotelzimmer mit eigenem Bad und kleiner Küchenzeile. Generell machte der Bau einen etwas heruntergekommen Eindruck. Sein Pendant in Buenos Aires war beeindruckender.

Free Walking Tour

Für den nächsten Morgen stand dann unser übliches Erkundungsprogramm an: eine Free Walking Tour. Hierbei konnten wir zunächst nochmal einen Blick auf den Palacio Salvo erhalten, der über der Stadt thront.

Palacio Salvo von unten.

Unser Guide Rodrigo erzählte uns allerhand interessantes über das Land. Im 17. Jahrhundert wurde der Norden des Landes von den Portugiesen und der Süden des Landes von den Spaniern kolonialisiert. Im Vergleich zu den anderen Ländern Südamerikas hat Uruguay allerdings nicht um seine Unabhängigkeit gekämpft, sondern diese bei Verhandlungen von Brasilien, Argentinien und Großbritannien in 1830 erhalten.

Unschöne Fassade.

In der Altstadt gab es vorwiegend schöne Gebäude, die meist in einem ziemlich guten Zustand waren. Der vollständige Name des Landes ist übrigens República Oriental del Uruguay – Republik östlich des Uruguay. Der Name Uruguay entstammt der Sprache der Guarani und bedeutet soviel wie Fluss der bunten Vögel. Somit wäre der vollständige Name des Landes etwa Republik östlich des Flusses der bunten Vögel. Wie malerisch das klingt.

Brunnen am ehemaligen Hauptplatz.

Uruguay gehört heute zu den stabilsten demokratischen und wohlhabendsten Ländern Südamerikas. Ebenso ist es im Vergleich zu seinen Nachbarn recht fortschrittlich. In 2018 wurden ein Gesetz zur legalen Abtreibung sowie zur Legalisierung von Cannabis erlassen. Im Jahr 2013 wurde die Ehe homosexueller Paare eingeführt und bereits im Jahr 1917 erhielten Frauen das Wahlrecht.

Unser Eindruck von Montevideo hat sich dank der Walking Tour deutlich gebessert. Die Altstadt ist wirklich hübsch und malerisch. Die Innenstadt hingegen erinnerte an Frankfurts Bahnhofsviertel: schöne, teil heruntergekommene Gebäude und ganz viele gruselige Gestalten.

Castillo Pittamiglio

Den folgenden Tag starteten wir sehr entspannt. Wir machten einen langen Spaziergang an der Küste zu einem weiteren Highlight der Stadt. Der Küstenweg war gut ausgebaut und führte uns in immer schöner werdende Gegenden von Montevideo. Dort gefiel es uns viel besser, als in unserer Wohngegend. Es gab sogar ein paar kleine Strände auf dem Weg, die im Sommer bestimmt brechend voll sind.

Der Küstenweg.

Auf dem Weg hätte man unser nächstes Ziel fast übersehen können, da es an der Front ziemlich schmal ist. Das Castillo Pittamiglio wirkt irgendwie fehl am Platz und das nicht nur wegen der neueren Hochhäuser nebenan. Mal sehen, was uns Innen so erwartet.

Castillo Pittagmiglio

Humberto Pittagmiglio war ein wohlhabender Mann und begann im Jahr 1910 mit dem Bau des Castillos. Bis zu seinem Tod 1966 war es ständig im Bau und erinnert somit etwas an die ewig im Bau seiende Sagrada Familie. Mit deren Künstler Antonio Gaudí hatte Humberto Pittagmiglio gemeinsam studiert, vielleicht liegt es daran.

Pittagmiglio war nicht nur Architekt, sondern auch Alchemist. So gab es im Gebäude ein paar Installationen, die die Sinne täuschten.

Sind das alles Bücher?

Im zweiten Raum hingen viele zerbrochene Glasscheiben und während man hierdurch lief, hörte man immer wieder brechendes Glas. So dachte auch ich anfangs, ich hätte mit meiner Tasche etwas umgeworfen.

Ganz viel Glas.

Der ehemalige Wohnbereich des Hauses wird auch das Labyrinth genannt. Und so war es in der Tat, alles war recht eng, verwinkelt und dunkel. Gut, dass unsere Guidin einen Überblick hatte. Im Gebäude gab es sogar eine kleine Kapelle.

Kapelle.

Der Innenhof wirkte recht schön, doch war dieser leider in einem schlechten Zustand. Das Castillo stand einige Jahre leer, denn Pittamiglio hatte keine Kinder und so ging das Gebäude nach seinem Tod an den Staat. Erst später wurde das Potential des Castillos wahrgenommen.

Innenhof

Mit den Hochhäusern im Hintergrund wirkt das Castillo wie aus einer anderen Zeit.

Großer Kontrast.

Die Tour im Castillo war unterhaltsam und informativ. Wie so oft hat sich ein Guide wieder gelohnt, andernfalls hätten wir nichts über die Hintergründe des Castillos erfahren.

Wir spazierten wieder zu unserer Unterkunft zurück und belohnten uns mit Empanadas. Der Fußweg hat immerhin über 1 Stunde gedauert.

Ausflug nach Punta del Este

Für unseren letzten vollen Tag in Montevideo hatten wir uns einen Tagesausflug rausgesucht. Es ging nach Punta del Este. Auf dem Weg legten wir allerdings noch zwei kurze Stops ein. Zunächst hielten wir in Piriapolis, einem der bedeutendsten Badeorte des Landes. Allerdings hatten wir kein Badewetter.

Ausblick auf Piriapolis.

Unsere Guidin erzählte während der Fahrt einiges. Das ganze zuerst in portugiesisch und dann in englisch. Leider war es unheimlich schwer ihr zu folgen, da sie in so einem schnellen Tempo sprach, dass ich den Übergang ins englische manchmal gar nicht mitbekommen habe.

Weiter ging es zum Museum Casapueblo von Carlos Paéz Vilaró. Aufgrund der Kürze der Zeit entschieden wir uns gegen eine Besichtigung des Museums. Aber bereits von Außen konnte man vieles sehen.

Museo Casapueblo.

Carlos Raéz Vilaró war ein uruguayischer Künstler, der mit seinen eigenen Händen das Casapueblo schuf und modellierte. Das Gebäude ist eine Hommage an seinen Sohn Carlitos. Dieser überlebte im Alter von 18 Jahren einen Flugzeugabsturz, nachdem er und 15 weitere Eidgenossen über 2 Monate im Schnee der Anden ausharren musste. Dieser Vorfall ist seither auch bekannt als das „Wunder der Anden“ und wurde auch verfilmt.

Museo Casapueblo.

Aus der Ferne erinnerte das Gebäude an griechische Inseln wie Mykonos oder Santorini.

Könnte auch in Griechenland sein.

Anschließend ging es für uns dann weiter nach Punta del Este. Hier hielten wir zunächst am Punta de las Salinas. Dieser stellte den Übergang vom Rio de la Plata zum atlantischen Ozean dar. Die Strände rechts des Punktes liegen am Río de la Plata und die Strände links des Punktes liegen am Atlantik.

Punta de las Salinas.

Ob Atlantik oder Río de la Plata, die Strände ähnelten sich sehr. Punta del Este ist auch eine Sommerresidenz für viele Einheimische und nicht Einheimische. Da es bereits keine Saison mehr war, wirkte die Stadt eher etwas verlassen.

Atlantikküste

Zu Beginn des zweiten Weltkriegs gab es ein Gefecht mit deutscher Beteiligung vor dem Río de la Plata. Das deutsche Panzerschiff Admiral Graf Spee wurde von drei britischen Panzern beschädigt und konnte anschließend in den Hafen von Montevideo einlaufen. Aufgrund von Fehlinformationen und der Tatsache, dass es lediglich 72 Stunden im Hafen liegen durfte, entschied sich der Kapitän dafür, das Schiff selber zu versenken. Zur Erinnerung an dieses Gefecht gibt es ein Monument mit einem der britischen Ankern.

Monument zum Gefecht vor dem Río de la Plata.

Anschließend hatten wir Freizeit. Nach einer kleinen Stärkung spazierten wir durch die Stadt hin zum Hafen. Hier konnte man erahnen, wie voll es im Sommer sein würde.

Hafen von Punta del Este.

Und im Hafen gab es noch eine weitere Attraktion. In der Nähe des Fischmarktes waren Seelöwen im Wasser. Fast hätten wir diese übersehen, aber ein paar Menschen standen am Ufer und betrachteten die Tiere.

Seelöwen.

Anfangs wirkten sie noch ganz harmlos, doch als sie ihr Maul öffneten, änderte sich das schnell. Da möchte ich nicht ins Wasser fallen. Auch waren die Tiere ziemlich groß, was man erst sah, als sie sich bewegten.

Gar nicht so klein.

Wir spazierten noch weiter an der Küste. Es war unheimlich windig, aber dennoch schön sonnig. Wir sahen noch ein paar Tiere, die viel harmloser waren, als die vorherigen.

Nicht so gefährliche Tiere.

Und nach unserem Spaziergang war es dann auch schon Zeit für die Rückfahrt. Nach ca. 2,5 Stunden waren wir wieder in Montevideo. Für uns hieß es abends dann noch packen, da es am Folgetag weiter gehen würde.

Den vorherigen Beitrag findest du hier.

Zum nächsten Beitrag geht es hier lang.

#55 Von Iguazú nach Montevideo

#55 Von Iguazú nach Montevideo

Der Abstecher nach Iguazú hat sich definitiv gelohnt. Jedoch geht unsere Reise weiter und wir haben sogar noch ein weiteres Land auf unserer Liste. 

In unserem Hotel in Iguazú warteten wir auf den Transfer zum Flughafen. Es war das gleiche Unternehmen mit dem wir die brasilianische Seite der Wasserfälle besucht hatten. Die Fahrt zum Flughafen war total unspektakulär und auch der Flug selbst war total entspannt. Sogar die Gewichtsobergrenze von 15kg pro Person haben wir diesmal eingehalten und das zum ersten Mal seitdem wir mit Aerolineas Argentinias unterwegs sind. Vielleicht hat uns deshalb die Dame am Schalter die Plätze am Notausgsng angeboten xD. Wir hatten das Extra plus an Beinfreiheit noch nie gebucht. Mal schauen wie das so ist. Im Flugzeug haben wir dann noch eine spezielle Einweisung bekommen für den Notausgang. Leider war es für uns strengstens verboten Kopfhörer bei Start und Landung zu nutzen. Schade, hörte Michi doch gerne Musik in diesen Flugphasen. Unser Zielflughafen war Buenos Aires, denn für den Weg nach Montevideo wollten wir noch ein anderes Transportmittel nutzen.

Mit einem Uber ging es zum Hotel, denn unsere Reise geht nämlich erst am folgenden Tag weiter. Für unser Abendbrot hatten wir auch schon Pläne und diese sind schon etliche Jahre alt. Wir hatten das Restaurant bei einer Doku über zwei deutsche Auswanderer gesehen, die sich in Argentinien niedergelassen haben. Das Lokal war genau nach Michis Geschmack, deutsche Küche und Bier dominierten die Speisekarte.

Michi im Lokal Extrawurst.

Zufälligerweise war das Restaurant keine 100m von unserem Hotel entfernt. So sind wir schließlich nach ein paar Minute schon in der Extrawurst angekommen, so heißt der Laden. Wir setzten uns und studierten die Speisekarte. Diese war schön deutsch, aber auch mit argentinischem Einfluss. So gab es neben Schnitzel und Wurst auch Gulaschempanadas. Michi ist schnell fündig geworden. Ich auch, aber das lag an der begrenzten Auswahl. Also auch in diesem Aspekt ist die argentinische Kopie wie das deutsche Original. Schließlich kam der Kellner um die Bestellung aufzunehmen. Michi bestellte im fließenden Deutschspanisch „Para mi Berliner Bouletten con Kartoffelsalat y una cerveza Helles“. Der Kellner hat alles verstanden. Für mich gab es den Veggieburger, da die Käsespätzle leider mit Panceta also Speck waren. Als Vorspeise hatten wir noch den bayrischen Käse. 

Bayrischer Käse.

Michi war vom Essen begeistert. Es war eben genau sein Ding und nach 3,5 Monaten darf es auch mal wie daheim schmecken.

Deutsches Essen bei der Extrawurst.

Mein Highlight war der Nachtisch, ein Käsekuchen. Der hat geschmeckt wie von Michis Omas.

Als Nachtisch Käsekuchen.

Nach dem Essen  ging es für uns zurück ins Hotel, denn wir mussten am nächsten Tag früh raus.

Um 5:00 klingelte der Wecker. Wir packten noch schnell fertig und gingen dann zum Hafen. Dieser war nur 15 Gehminuten von unserem Hotel entfernt. Die Strecke von Buenos Aires nach Montevideo wollten wir nämlich mit einer Fähre zurücklegen. Das Fährterminal von Buquebus hatte eine beeindruckende Erscheinung. Es war ziemlich modern und hinter den Schaltern gab es einen gigantischen Indoorwasserfall.

Terminal vom Buquebus.

Generell erinnerte das Boarding an einem Flughafen, da wir auch unser Gepäck abgaben. Nach einer Sicherheitskontrolle kamen wir zur Passkontrolle. So reisten wir wieder aus Argentinien aus und das zum dritten Mal innerhalb von drei Tagen. Direkt nebenan saß der uruguayische Beamte für die Einreise. Dieser inspizierte den Pass genau und betrachtete alle Stempel. Schließlich wollte er wissen, ob wir in Deutschland auch einen Wohnsitz haben. Letztendlich haben wir den uruguayischen Stempel bekommen und konnten die Reise vorsetzen. Also hatten wir mit Uruguay das dritte und letzte zusätzliche Land im Pass stehen, das Anfangs gar nicht geplant war. 

Wir gingen anschließend zum Wartebereich. Einen Kaffee später war es soweit. Das Boarding zur Fähre begann. Das Schiff machte wie das Terminal einen sehr guten Eindruck. Die Fähren, welche ich aus Europa kenne, waren nicht so luxuriös.

Auf der Fähre.

Schließlich ging es los und das unfassbar schnell. Denn die Francisco ist eine Hochgeschwindigkeitsfähre. Mit einer Resisegesschwindigkeit von 95 km/h ist sie die schnellste Fähre der Welt. Im Schiff gab es einen großen Duty Free Shop. Dieser war ziemlich voll und die Leute kauften wie verrückt. Die Preise wirkten jedoch auf mich recht teuer. Mein Parfum bekomme ich in Deutschland günstiger. Nach 3,5 Stunden konnte man schon Montevideo am Horizont sehen. 

Blick auf Montevideo.

Nach dem Anlegen schnappten wir uns unser Gepäck und wollten ins Hotel. Jedoch hatten wir wie immer bei einem neuen Land zwei Probleme: Kein Internet und kein Geld. Glücklicherweise gab es im Terminal Wifi so wollten wir uns ein Uber bestellen. Jedoch war nur ein Uber in der Nähe und es nahm unsere Fahrt nicht an. Also brauchten wir einen Plan B. Im Terminal gab es auch einen Geldautomaten. Wir meiden diese eigentlich, da wir in London mal schlechte Erfahrungen gemacht haben. Widerwillig steckte Michi seine Karte rein um Geld zu holen. Es ging aber alles gut und das Konto wurde fair belastet. So ging es für uns mit dem Taxi ins Hotel. Der Fahrer erläuterte uns noch die Gebäude an den wir vorbei fuhren und auch im Hotel schienen wir Glück zu haben. Wir haben einen gratis Early Check in bekomme. Jedoch waren wir sehr enttäuscht als wir das Zimmer sahen. Es war alles alt und gammlig. Seit Bolivien hatten wir nicht solch einen Reinfall erlebt. 

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#54 Iguazú

#54 Iguazú

Wir flogen nach Puerto Iguazú und der Hauptgrund hierfür war ein Besuch der Wasserfälle. Iguazú ist ganz im Norden Argentiniens an der Grenze zu Brasilien gelegen. Da wir nicht wegen der Stadt Puerto Iguazú kamen, wählten wir ein Hotel in der Nähe des Busbahnhofs. Von dort aus ging es dann auf eigene Faust zum Parque Nacional Iguazú.

Parque Nacional Iguazú – Die argentinische Seite 🇦🇷

Natürlich waren wir nicht die einzigen, die mit dem Bus zum Park wollten. Es hatte sich bereits eine Schlange am Bahnsteig gebildet. Im Vergleich zu Deutschland funktioniert das allerdings wirklich gut und alle haben sich brav in die Schlange eingereiht. Der Busanbieter war auch gut vorbereitet, denn es wurden zu den Stoßzeiten extra Busse angeboten. Deshalb mussten wir gar nicht lange warten. Nach etwa 20 Minuten Fahrt waren wir am Eingang des Nationalparks. Noch schnell haben wir unser Ticket gekauft und dann ging es rein. Der Park ist wirklich riesig. Wir orientierten uns zunächst und begannen mit einem der drei Rundwege. Hier entschieden wir uns für den kürzesten, da wir noch einen festen Termin am Vormittag hatten… 

Circuito Inferior – Der untere Weg

Der untere Weg führte uns zunächst etwas durch den Tropenwald. Generell waren die Wege ziemlich gut ausgebaut und die meisten waren sogar barrierefrei. Im Park gibt es insgesamt 275 Wasserfälle und so sahen wir zu Beginn bereits ein paar kleinere Wasserfälle. Etwa auf der Hälfte des Weges wurde dann die Geräuschkulisse um einiges lauter. Ein paar Schritte weiter gab es dann das dazu passende Bild. Wir konnten einen ersten Blick auf die gigantischen Wasserfälle erhaschen. Wow! Der Anblick lies und wirklich erstaunen. Michis erste Aussage war, dass die Niagara Fälle im Vergleich dazu weniger beeindruckend waren. Diese hatte er bereits besucht. 

Der erste Blick auf die gigantischen Wasserfälle.

Von einem Aussichtspunkt ging es weiter zum nächsten. So konnte man die Wasserfälle noch aus einem anderen Winkel betrachten. Hier konnten wir diesmal auch eines der Boote genauer betrachten. Dies gab uns bereits einen Vorgeschmack auf unseren nächsten Programmpunkt. 

Schon ein Vorgeschmack auf den nächsten Programmpunkt.

Bootsfahrt

Denn wir hatten uns für eine Bootstour entschieden. Diese trug den Namen Gran Aventura, also großes Abenteuer. Vom Treffpunkt aus ging es zunächst mit einem Jeep etwa 20 Minuten durch den Wald. Anschließend waren wir fast am Bootanleger angekommen, uns trennten nur noch etwa 100 Treppenstufen. Auf dem Weg runter erhielten wir noch einen wasserdichten Beutel für unsere Rucksäcke und eine Rettungsweste.

Bald geht es los!

Und dann ging es schon direkt ins Boot und die Fahrt startete. Bald erhielten wir einen tollen Blick auf die Wasserfälle aus einer ganz anderen Perspektive.

Blick von unten.

Und dann war es Zeit für eine Abkühlung in den Wasserfällen, die Gran Ducha. Also fuhren wir mit dem Boot unter einen der Wasserfälle. Das Wasser prasselte nur so auf uns runter. Und gerade in dem Moment, als es schwerer wurde zu atmen, fuhren wir wieder raus. Wow, was ein Spaß. Und deshalb ging es gleich wieder rein. Da dies nur einer der kleineren Wasserfälle war, ging es noch weiter. Nun waren wir an der Stelle, an der wir ein anderes Boot zuvor beobachtet haben. Und dann ging es ohne Vorwarnung wieder mitten rein. Und nochmal und nochmal. Bereits nach der ersten Dusche waren wir pitschnass.

Das Video war spektakulärer xD.

Nun ging es wieder zurück zum Bootsanleger. Das Tempo war rasant, sodass man auf dem Weg bereits etwas trocknen konnte. Glücklicherweise waren wir aber gut vorbereitet und hatten Wechselkleidung dabei. Nachdem wir die 100 Stufen wieder hinaufgestiegen waren, ging es mit dem Jeep erneut 20 Minuten durch den Wald. Und dann war der ganze Spaß schon wieder vorbei. Den Namen Gran Aventura hat die Tour definitiv verdient. 

Circuito Superior  – Der obere Weg

Gut erfrischt ging es dann auf den zweiten der Rundwege. Der obere Weg ermöglichte uns, wie der Name bereits verrät, einen Blick von oben auf die Wasserfälle. 

Regenbogen und Michi am Wasserfall.

Wir hatten wirklich traumhaftes Wetter und konnten viele Regenbogen sehen. Der Blick von oben auf die Wasserfälle war noch spektakulärer als zuvor. Teilweise führte der Weg direkt an der Kante, an der das Wasser abfällt, entlang. Gut, dass das Geländer da war.

Garganta del Diabolo – Teufelsschlund

Und zum Abschluss wollten wir uns natürlich noch den dritten Rundweg anschauen. Da dieser etwas weiter entfernt war, nahmen wir den Zug des Parks. Dieser ist im Preis inbegriffen und fährt regelmäßig zwischen dem Eingang, dem Beginn der ersten beiden Rundwege und dem dritten Rundweg. Dieser trägt übrigens den Namen Garganta del Diabolo was so etwas wie Teufelsschlund bedeutet. 

Der Zug zum Teufelsschlund.

An der oberen Station angekommen begannen wir dann den Rundweg. Obwohl der Park ziemlich voll war, verlief sich alles recht gut. Bereits weit vor dem Aussichtspunkt konnten wir das Ziel schon hören. Insgesamt fließen bei den Iguazú-Wasserfällen über 10 Millionen Liter Wasser pro Sekunde runter! Und endlich waren wir an der Aussichtsplattform angekommen. Noch bevor wir unser Ziel richtig sehen konnten, spürten wir es. Ein feiner Sprühregen erging über die Plattform, doch dieser kam von unten. Als wir endlich auch einen Blick auf die Wasserfälle erhaschen konnten, waren wir beeindruckt. Wahnsinn!

Am Teufelsschlund.

Der Ausblick war wirklich einmalig. Aufgrund der Größe konnte man ihn jedoch gar nicht auf einmal festhalten. Mittlerweile hatte sich der Sprühregen auch verstärkt, aber die Abkühlung war sehr willkommen. 

Unfassbare Wassermengen.

Der dritte Rundweg war definitiv der spektakulärste. Gut, dass wir diesen als letztes gemacht hatten. Der Anblick wurde den Tag über immer beeindruckender. 

Nach der letzten Erfrischung nahmen wir wieder den Zug zurück zum Eingang und machten uns auf den Heimweg. Was ein Tag. Zum Glück hatten wir noch einen Abstecher zu den Wasserfällen gemacht, dies war zu Beginn noch gar nicht Teil unseres Sabbaticals gewesen. 

Für den nächsten Tag stand wieder ein Park Besuch an. Diesmal allerdings auf der brasilianischen Seite, denn die Wasserfälle können von beiden Ländern aus bestaunt werden. Die Grenze stellt der Fluss Iguazú dar.

Parque Nacional do Iguaçu – Die brasilianische Seite 🇧🇷

Um den brasilianischen Park zu besuchen, mussten wir natürlich zunächst in Argentinien ausreisen und anschließend in Brasilien einreisen. Wir hatten uns deshalb für eine Tour entschieden, bei der der Transport und ein Guide dabei waren. Dieser erledigte auch die Einreiseformalitäten für uns. Lediglich bei der brasilianischen Einreise mussten wir selber an den Schalter, da ein Impfnachweis gefordert war. All dies verlief sehr entspannt. Und kurz hinter der Grenze war auch bereits der Nationalpark. Der Park war ebenfalls sehr groß und so gab es nach dem Eingang einen Shuttlebus, der einen zum Beginn des Rundwegs brachte. Im Unterschied zur argentinischen Seite gibt es in Brasilien nur einen Rundweg. 

Auf dem Weg zu dem ersten Aussichtspunkt konnten wir auch schon ein wahres Schauspiel beobachten. Vor uns lief ein Tourist mit einer Plastiktüte in der Hand. Diese war mit Essen gefüllt. Auf einmal hängte sich ein Coati an die Tüte und dann noch einer und ein weiter. Die Tüte zerreißte unter dem Gewicht und der Inhalt landete auf dem Boden. Innerhalb von Sekunden kamen weitere Coatis. Sie schnappten sich das Essen und rannte weg. So schnell konnten wir gar nicht gucken.  

Coatis haben die Snacks von Touristen erbeutet.

Wir gingen weiter und sahen noch öfter Coatis. Bereits auf der argentinischen Seite hatten wir einige gesehen, aber definitiv nicht so viele. 

Der Rundweg ermöglichte uns nun wieder eine andere Ansicht der Wasserfälle. Da die ganzen Wasserfälle auf der argentinischen Seite sind, erhielten wir einen Panoramablick. 

Panoramablick

Auch dieses Mal war der Park wieder recht voll und das war deutlich spürbar. Die Wege waren enger und es verlief sich nicht gut. Gerade an der letzten Plattform war ein totales Gedränge. Bereits aus der Ferne konnten wir dies sehen. 

Der Rundweg aus der Ferne.

Das Ende des Rundwegs führte uns wieder zum Garganta del Diablo, der Teufelsschlund. Dieses Mal standen wir allerdings unten. Auch hier blieb man nicht trocken. Der Anblick war beeindruckend und wir konnten sogar die Aussichtsplattform vom Vortag sehen. 

Garganta del Diablo von unten.

Beweisbild – wir waren da.

Da wir ja nun unten an den Wasserfällen waren, mussten wir auch wieder hochkommen. Glücklicherweise gibt es hier Aufzüge. Von der oberen Plattform aus hatten wir nochmal einen tollen Überblick über die Wasserfälle. 

Ausblick von der oberen Plattform.

Und dann hieß es schon wieder mit dem Shuttlebus zum Eingang des Parks zurückzufahren. Dort angekommen stiegen wir auch direkt wieder in unseren Bus, um zurück zu unserer Unterkunft zu fahren. Die Ein- und Ausreiseformalitäten erledigte dieses Mal komplett unser Guide, wir konnten einfach bequem im Bus sitzen bleiben. Das war auch gut so, denn die Wolken hatten sich zugezogen und es fing plötzlich an zu schütten. Was ein Glück hatten wir das nicht im Park abbekommen. 

Dreiländereck 🇧🇷 🇦🇷 🇵🇾

Nachdem wir unerwarteterweise nach Brasilien eingereist sind, hatte uns das Stempelsammelfieber gepackt und wir wollten noch mehr. Da trifft es sich gut, dass auch Paraguay in der Nähe liegt. An der Stelle, an dem die Flüsse Iguazú und Paraná aufeinander treffen, befindet sich das Dreiländereck bestehend aus Paraguay 🇵🇾, Argentinien 🇦🇷 und Brasilien 🇧🇷. Zuerst wollten wir mit dem Taxi nach Paraguay fahren, jedoch gibt es in der Nähe keine Brücke, die die beiden Länder verbindet. Den Umweg über Brasilien wollten wir nicht machen, da jeder Grenzübertritt mit Warten verbunden ist. Da blieb uns nur noch der Wasserweg. So sind wir zum Hafen von Puerto Iguazú gefahren, kauften uns Tickets für die Fähre und gingen zur argentinischen Grenzpolizei um auszureisen Und dann konnten wir bereits auf die Fähre. Diese wirkte sehr improvisiert, denn es war eher ein Floß mit vertäutem Schiff als Antrieb. Eine halbe Stunde nach Plan ging es dann auch endlich mal los. Die Fähre fuhr zunächst auf dem Rio de Iguazú, also zwischen Argentinien und Brasilien. Wir passierten auch die Brücke, welche Paraguay mit Brasilien verbindet.

Brücke zwischen Paraguay und Brasilien

Aus der Ferne konnten wir alle drei Denkmäler erkennen. Jedes der drei Länder hat am äußersten Zipfel seines Territoriums eine Säule in Landesfarben stehen. Als wir den Rio Paraná erreichten, war es nur noch ein kurzes Stück bis nach Paraguay. Die Fahrt dauerte ingesamt etwa 15 Minuten. Als wir wieder an Land waren, gingen wir zum paraguayischen Grenzschutz um einzureisen. Der Grenzbeamte begrüßte uns sogar auf Deutsch mit den Worten Guten Tag. Die nächstgelegene Stadt in Paraguay wäre Ciudad del Este gewesen, jedoch hatten wir andere Pläne. Wir wollten uns die paraguayische Säule anschauen und einen Blick auf Argentinien und Brasilien erhaschen. Unser Weg führte uns durch ein kleines Dorf. Im Vergleich zu Argentinien wirkte alles wesentlich ärmer. Die Straßen waren kaputt, die Häuser noch kaputter und die Autos hatten teilweise keine Scheiben. Michi erinnerte das alles an Kuba. Nach etwa 20 Minuten hatten wir den „Hito Tres Fronteras“ erreicht. Dieser wirkte sehr verlassen und wir waren die einzigen Touristen.

Willkommen am Dreiländereck.

Wir liefen zuerst an einem riesigen Busparkplatz vorbei, dieser war komplett leer. Am Aussichtspunkt selbst war ein großes leerstehendes Ladenlokal. Es wirkte so, als ob hier mit vielen Touristen gerechnet wurden, die jedoch nie kamen. Wir nutzen die Zeit für Fotos. Nach etwa einer halben Stunde brachen wir wieder auf. Ein Stückweit waren wir froh, den gespenstigen Ort wieder zu verlassen.

Blick auf Brasilien und Argentinien.

Säule in den Farben Paraguays.

Am Hafen angekommen gingen wir wieder zum Grenzschutz. Der Beamte war irritiert uns schon wieder zu sehen. Wir wurden mit einem auf Wiedersehen verabschiedet. Wir hatten Glück, die Fähre legte gerade an. Unser Aufenthalt in Paraguay hat keine zwei Stunden gedauert. So ging es just in time zurück nach Argentinien.

Fähre in Paraguay bereitet sich vor für die Fahrt nach Argentinien.

Dort angekommen mussten wir wieder einreisen. Da wir noch ein bisschen Zeit hatten gingen wir noch zur argentinischen Säule.

Säule in den Farben Argentiniens.

Der Kontrast hätte nicht größer sein können. Überall waren Touristen damit beschäftigt Fotos zu machen. Es gab viele kleine Stände welche Mitbringsel wie Magnete, Schlüsselanhänger oder auch Matebecher 🧉 verkauften. Hier war die Atmosphäre nicht gespenstisch, sondern eher wuselig. 

Argentinisches Denkmal am Dreiländereck.

Das Dreiländereck war der letzte Punkt unserer To Do-Liste für Iguazú. Für uns ging es nun wieder weiter.

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