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Heute möchte ich euch über vier Wanderungen berichten, welche wir in Ibizas Norden gemacht haben, wobei es teilweise eher Spaziergänge waren xD. Jedoch bleibt der Fakt, dass es sich lohnt Ibiza zu Fuß zu entdecken. Die weiße Insel ist eher berühmt für Partys, Jetset und ihre wundervollen Strände. Beim Wandern können Orte entdeckt werden, welche man sonst nicht erreicht hätte. Auf Ibiza ist man als Wanderer auch eher alleine unterwegs. Die meisten scheinen zwischen Partys, Jetset und den wundervollen Stränden keine Zeit für diese Aktivität zu haben. Nun genug der Vorworte, der Beitrag soll nun mit unseren Spaziergang zum Torre d’en Valls beginnen.

Karte mit den Wanderungen

#1 Es Figueral: Weg nach Torre d’en Valls

Startpunkt: Es Figueral

Ziel: Es Figueral

Strecke: 11 km

Gehzeit: 3,0 h

Bei unseren Weg zum Torre d’en Valls sind wir am Strand von Es Figueral gestartet. Es ging vom Strand in Richtung ibizenkisches Hinterland. Dort war deutlich zu sehen, dass sich nicht alles um Tourismus dreht. Denn unser Weg führte uns an Feldern mit Bäumen, Ställen mit Ziegen und Pinienwäldern vorbei. Hier ist deutlich zu sehen, dass die Inselgruppe bestehend aus Ibiza und Formentera zurecht von den alten Griechen als Pityusen bezeichnet wurde. Denn schon diese haben die vielen Pitys, also Pinien, wahrgenommen.

Am Horizont ist schon das Meer zu erahnen.

Anschließend führte uns der Weg wieder zur Küste. Aufgefallen sind die veränderten Farbe im Vergleich zu Es Figueral, alles wirkte viel roter. Auch die Vegetation war wesentlich weniger, erstaunlich wie unterschiedlich die Küste ist. Dieser Abschnitt ist aber auf seine eigene Art und Weise dennoch wunderschön gewesen. Diese Schönheit haben auch etliche Camper für sich entdeckt. Soweit ich weiß ist Wildcampen auf Ibiza strengsten verboten, also nicht nachmachen. Nach kurzer Wegstrecke sind wir an der Bucht Canal d’en Marti angekommen.

roter Küstenabschnitt

Ab dieser Bucht beginnt auch langsam der Aufstieg zum Torre. Torre ist das spanische Wort für Turm und der Torre d’en Valls wurde als Wachturm im 18. Jahrhundert errichtet. Und bei einem Wachturm macht es Sinn diesen auf den höchsten Punkt der Umgebung zu bauen, daher geht es jetzt bergauf.

Es wird steil.

Kurz vorm Ziel wurde es nochmal richtig steil, aber das war kein Problem. Erfolgreich sind wir am Torre angekommen und wurden mit einem wunderbaren Ausblick belohnt.

Torre d’en Valls

So hatte man einen gute Sicht auf die Insel Tagomago. Diese Insel ist für diejenigen interessant, welche abseits von den Touristenmassen Urlaub machen wollen und maximale Privatsphäre suchen. Denn dort befindet sich neben einem Leuchtturm nur eine Villa, welche auf Wochenbasis gemietet werden kann. Preise sind mir nicht bekannt. Vermutlich wird der Preis die Gruppe der potentiellen Mietern stark eingrenzen.

Blick auf Tagomago

Eigentlich führt der Weg direkt an der Küste zurück zur Bucht von Canal d’en Marti, jedoch war uns das ein bisschen steil. Daher sind wir den gleichen Weg zurück nach Es Figueral gelaufen. So sind wir auch wieder an der roten Küste und den Ziegen vorbei gekommen.

Wir waren da (Selfie als Beweisfoto).

Ziege wartet auf uns.

Der Weg zum Turm war schön, ist aber nicht mein Favorit. Bevor ich aber diesen verrate geht es weiter mit einer Wanderung auf der Halbinsel Xarraco weiter.

#2 Cala Xarraca: Halbinsel Xarraco

Startpunkt: Cala Xarraca

Ziel: Cala Xarraca

Strecke: 8 km

Gehzeit: 3,0 h

Unsere Wanderung startet an der Cala Xarraca und führt uns auf asphaltierten Wegen zur Halbinsel Xarraco.

Die Gegend um Xarraco wurde im Jahr 2010 durch einen Waldbrand zerstört. Daran erinnert noch heute eine Installation aus verkohlten Baumstämmen. Das Schild mit der Inschrift „no juegues conmigo, porque estas jugando con fuego“ bedeutet so viel wie „Spiel nicht mit mir, denn es ist ein Spiel mit dem Feuer“. Ironischerweise ist die Vegetation durch den Waldbrand niedriger als sonst auf Ibiza was einen Blick auf die Umgebung ermöglicht.

Spiel nicht mit mir, denn es ist ein Spiel mit dem Feuer.

In der Nähe des Denkmals befindet sich eine große Villa, wobei ein öffentlicher Weg (Sendero publico) herunter zu den Bootshäusern führt. Auf dem Weg läuft man zwischen dem riesigen Anwesen und Hühnerställen hindurch. Wohlmöglich legen die Villenbewohner Wert auf frische Frühstückseier.

An der Villa vorbei.

Bootshäuser

Nach Besichtigung der Bootshäuser ging es zurück auf unseren Weg um die Halbinsel besser kennen zu lernen. Über Kies und Schotter sind wir immer weiter an die Küste entlang gelaufen. Der Weg wurde immer schlechter, die Vegetation wurde immer weniger. Letztendlich waren wir nur noch von schroffen Felsen umgeben. Teilweise sind wir dann auf allen vieren gekraxelt, da der „Pfad“ immer steiler wurde. Wir gelangten zu einem Bogen aus Fels, welcher eine Meereshöhle überspannt.

Felsentor

Im Anschluss sind wir wieder den Felsen hochgekraxelt und der Weg wurde besser. Wir gingen weiter an der Küste entlang, bis wir wieder an unserem Ausgangspunkt angekommen sind.

Höhlen an der Küste

Letztendlich sind wie wieder zurück zum Strand der Cala Xarraca gelaufen und somit zu unseren Ausgngaspunkt zurück gekehrt.

Zum größten Teil war diese Tour eher ein Spaziergang, jedoch war der Bereich um das Felsentor herum schon etwas herausfordernder. Zusammenfassend war es aber eine gelungene Wanderung. Wobei die nächste Route landschaftlich noch schöner war.

#3 Cala de Sant Vicente

Startpunkt: Cala de Sant Vicente

Ziel: Cala de Sant Vicente

Strecke: 10 km

Gehzeit: 3,0 h

Die Wanderung, welche in der Cala de Sant Vicente startete, liegt in meinem persönlichen Ranking auf Platz zwei. Gestartet sind wir am Strand, welcher noch total verschlafen war. Unser Weg führte über asphaltierten Straßen und Schotterwegen bis wir schließlich der Aufstieg zur Höhle von Culleram begann.

Noch ganz viel Ruhe am Strand.

Der Weg zur Höhle war sehr steil, dennoch gut ausgebaut und letztendlich wurden wir mit einer wunderbaren Aussicht belohnt.

Blick ins Tal

Von den Höhlen selbst haben wir wenig gesehen, da diese geschlossen waren. Aus unserem Wanderführer konnten wir entnehmen, dass die Phönizier die Höhlen als Tempel genutzt haben. Diese wurden der fruchtbarkeitsgöttin Tanit gewidmet.

Cueva de Es Culleram

Die Höhlen bildeten zugleich auch den höchsten Punkt der Strecke, daher ging es erstmal wieder ein Stückchen bergab. Auf dem Berg selbst waren hauptsächlich Pinienwälder zu sehen. Ab und an kam man an eine einsame Finca vorbei. Dennoch war es ein lohnenswerter Wanderweg. Die Natur und Stille war wohltuend und ein Kontrast zum sonst so trubeligen Ibiza.

Freistehendes Ferienhaus

Der Weg wurde immer steiler und unwirklicher. Teilweise war er auch durch Vegetation überwuchert. Wir hatten auch kein Handyempfang mehr, daher lieber vorsichtig sein. Hilfe an dieser abgelegenen Stelle zubekommen ist sicherlich eine Herausforderung.

Der Weg war teilweise steil und auch zugewachsen.

Nach einiger Zeit durch Wald und Gestrüpp konnte man das Meer hören und letztendlich auch wieder sehen. Wir waren wieder an der Küste. Dieser Abschnitt war total verkarstet und frei von jeglicher Vegetation. Unfassbar! Wir hatten den kompletten Bereich für uns alleine.

Einsammer Küstenabschnitt

Aber wir waren nicht die ersten xD. Unsere Vorgänger haben eine Art Kultstätte errichtet. Wohlmöglich nutzen Hippies und andere Freigeister den Ort für ihre Zwecke.

Kunst an der Küste

Unser Weg führte uns wieder auf einen Berg, das heißt auf in den nächsten Pinienwald. Wir sind erneut etwas mehr ins Landesinnere gelaufen, konnten aber immer mal wider das Meer erahnen.

Jetzt geht es wieder bergauf.

Der Weg führte uns auch an einer versteckten Bucht vorbei. Es war uns aber nicht nach Baden so haben wir den Strand Playa Cala d’Es Jona nicht besucht.

Weg zur Badebucht

Von der Badebucht war es bis zu unseren Ausgangspunkt gar nicht mehr weit. Dort angekommen konnten wir resümieren, dass diese Wanderung Absolut empfehlenswert ist. In unserem Reiseführer war diese Route auch mit einem Highlight-Sternchen dekoriert und das zu Recht.

Lediglich eine Wanderung hat mir noch besser gefallen und diese kommt jetzt!

#4 Portinatx

Startpunkt: Port de Portinatx

Ziel: Port de Portinatx

Strecke: 7 km

Gehzeit: 2,75 h

Gestartet sind wir in der Nähe von Port de Portinatx. Es ging erst durch einen dicht-bewachsenen Bereich bis uns der Weg zur Steilküste führte.

Start der Wanderung

Schließlich sind wir an eine Weggabelung gekommen, der rechte Pfad führt ins Landesinnere und der linke weiter an der Küste entlang. Wir sind dem Küstenpfad gefolgt bis wir am Leuchtturm von Moscarter angekommen sind. Hier wartete aber kein vereinsamter Leuchtturmwärter auf unsere Gesellschaft. Der Turm wurde erst 1975 gebaut und funktioniert automatisiert und kommt daher ganz ohne Menschenhand aus.

Martina und Michis Schatten

Wie so oft bei unseren Wanderungen auf Ibiza waren wir auch hier alleine unterwegs. Der Weg führte häufig über Schotter und groben Steine und auch die Wegmarkierungen waren wenig regelmäßig. Es ist definitiv sinnvoll ein Handy mit GPS dabei zu haben. Letztendlich führte uns der Weg immer weiter an der Küste entlang bis wir schließlich zur Cala d’en Serra gelangten. Oberhalb der Bucht sollte ein Hotel gebaut werden, jedoch wurde dieses nie vollendet.

Blick auf Cala d’en Serra und Hotelruine

Beim Besuchen der Hotelruine ist Vorsicht geboten. Es sind immer wieder Löcher im Boden, generell macht die Ruine keinen sonderlich stabilen Eindruck. Man ist nun auch weniger allein als während der Wanderung. Einige Menschen kommen mit dem Auto um die Hotelruine mit ihren vielen Graffitis zu entdecken.

Hotelruine

Kunst in der Ruine

Abenteuerlicher Atmosphäre in der Hotelruine

Die Atmosphäre in der Ruine war beeindruckend und ich hätte gerne mehr über die Geschichte des Hotels erfahren. Es bleiben viele Fragen unbeantwortet.

Warum wurde das Hotel nicht vollendet?

Warum wird die Ruine nicht abgerissen?

Wem gehört die Ruine?

Ausgehend von der Hotelruine gingen wir zurück zur Weggabelung zwischen Port de Portinatx und dem Leuchtturm von Moscarter. Der Rückweg führte uns durch Wälder. Erst an der Weggabelung waren wir wieder an der Küste. Plötzlich änderte sich das Wetter. Es wurde total düster. Glücklicherweise waren wir nicht mehr weit von unseren Ausgangspunkt entfernt.

Schlechtes Wetter, aber fast am Ziel

Als wir diesen erreichten fing es heftig an zu regnen, wir hatten zum Glück einen Unterstand gefunden. So das wir nicht wirklich nass geworden sind.

Starkregen am Strand

Unser persönliches Taxi chauffierte uns dann zurück zu unserer Base. An dieser Wanderung bleibt mir besonders die Hotelruine in Erinnerung, die Graffitis haben hieraus einen stimmungsvollen Ort gemacht. Aber auch landschaftlich war die Gegend um Portinatx lohnenswert.

Und nun?

Die oben beschriebenen Wanderungen haben eines Gemeinsam, alle waren im nördlichen Gebiet der Insel. Dies war für uns Parktisch da wir dort unsere Base haben, wenn wir auf Ibiza sind. In Zukunft möchten wir auch andere Gegenden bewandern. Ich war noch nie bei es Vedra, dementsprechend steht das auf meiner Bucket List für zukünftige Wanderungen.

Es Vedra aus der Ferne

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