Unsere Zeit in Peru ist schneller geendet als gedacht. Wir haben nicht das Land bereist, sondern eher einen Städtetrip nach Lima gemacht. Trotzdem möchte ich an der Stelle unsere Erfahrungen mit euch teilen.
Essen und Trinken
Dass die peruanische Küche viel zu bieten hat, konnten wir schon in Frankfurt in Erfahrung bringen. So kannten wir bereits Ceviche und Papas rellenas aus der Mainmetropole. In Lima haben wir noch ein paar neue Sachen entdecken können.
Sanguche
Das war ein Brötchen, welches mit Süßkartoffeln, Fleisch und roten Zwiebeln belegt wurde. Das war sehr lecker. Erinnert entfernt ein bisschen an ein Spießbratenbrötchen.

Anticuchos und co.
Hier habe ich gestreikt. Eigentlich esse ich immer meinen Teller auf, aber diesmal nicht. Bei Anticuchos handelt es sich um eine Art Schaschlik aus Rinderherzen. Ich esse normalerweise Innereien wie Leber und auch Nieren, aber Anticuchos brauch ich nicht mehr.

Picarones
Nach dem ganzen herzhaften Essen musste natürlich auch mal was Süßes her. Der Teig für Picarones besteht unter anderem aus Kürbis und Süßkartoffel. Dieser wird in Fett ausgebacken. Die Form erinnert an Donuts. Der Geschmack ähnelt einem Kreppel ohne Füllung (Hinweis für alle nicht Hessen: Kreppel = Krapfen, Berliner oder auch Pfannkuchen).

Mehr konnten wir leider noch nicht probieren…
Pisco Sour
Das wohl bekannteste Getränk von Peru. Sehr lecker und vor allem auch stark. Einen doppelten Pisco Sour, die Kathedrale, merkt man dementsprechend auch. Neben Pisco, Zitronen- oder Limettensaft und Zuckersirup ist Eiklar eine weitere Zutat. Hierdurch entsteht beim Mixen eine Schaumschicht oben.

Inca Kola
Im Straßenbild von Lima war Inca Kola allgegenwärtig. An jeder Ecke war Werbung zu sehen oder auch ein kleiner Kiosk, welcher diese offerierte. War nicht 100 Prozent mein Geschmack. Erinnert etwas an gelben Gummibärchen. Das nächste Getränk war da schon besser.

Chicha Morada
Die Farbe von diesem Getränk war ein intensives Lila. Dies liegt an der Hauptzutat – lila Mais. Süß und spritzig war es also wie eine Limonade.

Geld und Kosten
Die Währung trägt den Namen Sol. Sol ist das spanische Wort für Sonne. Zu unserer Zeit in Peru war der Wechselkurs ganz praktisch zum Rechen, denn für einen Euro hat man vier Soles bekommen.

Im Vergleich zu Costa Rica ist Peru deutlich günstiger. Fancy Frühstück inkl. Kaffe im angesagten Miraflores für zwei Leute gab es für etwa 10 Euro. Ein lokales Mittagsmenü inkl. einem Getränk in der Markthalle schlug mit 2,50 Euro zu Buche. 5 Picarones im Park kosteten nicht mal 2,00 Euro.
Kommunikation
Mehr Spanisch als in Costa Rica haben wir gebraucht. Hier und da hat man Englisch reden können, jedoch sind ein paar Brocken Spanisch von Vorteil.
Transport
Flughafen
Hier ist Vorsicht geboten. Am Flughafen ist die Lage unübersichtlich. Leider sind wir auf ein Faketaxi reingefallen, aber wir hatten noch Glück im Unglück gehabt. Den Taxifahrer konnten wir während der Fahrt runter handeln, sodass wir am Ende nur etwas mehr gezahlt hatten als üblich. Wir haben in Lima einen Deutschen getroffen, welcher weniger Glück hatte. Dieser musste auf die Toilette und hat den Taxifahrer gebeten, an einer Tankstelle zu halten. Nachdem er sein Bedürfnis befriedigt hatte, stellte er fest, dass sein Taxi samt Gepäck weg war.
Auf dem Rückweg zum Flughafen sind wir mit dem Airport Express gefahren. Dieser war günstiger und hat sich auch sicherer angefühlt. Daher ist diese Variante zu bevorzugen.

In der Stadt
In Lima basiert der ÖPNV nahezu komplett auf Bussen. Wir haben nur ein paarmal die Busse genutzt. Das System ist unübersichtlich und weniger durchdacht als beispielsweise in europäischen Städten. So sind wir mit der Metropoletana gefahren, um von Miraflores in die Innenstadt zu gelangen. Dies ist ein besonderes Bussystem mit eigenen abgetrennten Bereichen auf der Straße. Hierdurch ist sie deutlich schneller als ein Auto. Die Haltestellen ähneln eher einer S-Bahn Station. Eine Fahrt von 20 Minuten hat noch nicht einmal einen Euro gekostet. Auf dem Rückweg sind wir Taxi gefahren. Für die gleiche Strecke waren wir 10 Minuten länger unterwegs. Eine halbe Stunde Fahrt kostete etwa 5 Euro.
Der normale Bus war sogar noch günstiger. Hier kostet ein Ticket etwa 0,4 Euro. Das Busfahren war schon ein kleines Abenteuer. Die Türen standen die ganze Zeit offen. Der kleine Bus hatte sogar einen Schaffner, welcher die Tickets verkauft hat. Im zähfließenden Verkehr ist er immer wieder vorne ausgestiegen, um im Anschluss hinten wieder einzusteigen.

Überland
Wir sind nicht aus Lima rausgekommen. Unseren ursprünglichen Plan mit Peru Hop von Lima nach La Paz zu fahren haben wir nicht umgesetzt. Dementsprechend haben wir hierzu keine Erfahrungen gesammelt. Hingegen haben wir jetzt in einem anderen Bereich Erfahrungen erworben: Dem Stornieren von gebuchten Leistungen. Peru Hop war hier nicht sonderlich kulant. Diese waren nicht bereit den vollen Preis zu erstatten, obwohl aufgrund der Unruhen die Leistung nicht erbracht werden konnte.
Ähnlich sieht es aus bei dem kombinierten Bus und Zugticket des Anbieters PeruRail von Cusco nach Aguas calientes (auch bekannt als Machu Picchu town) aus. Auch hier werden wir auf den Kosten sitzen bleiben.
Sicherheit
Während unseres Aufenthaltes in Peru haben wir sicherlich eine außergewöhnliche Lage erlebt. Man hat gemerkt, dass es im Land brodelt. In unserem Stadtteil Miraflores haben wir uns sicher gefühlt. Hier hat man meist wenig von den Demonstrationen gemerkt. Die Lage in der Innenstadt war anders. Die Polizei war dort sehr stark vertreten, die Ausstattung war robust. Die lautstarken Demonstranten waren in noch stärkerer Zahl anwesend. Als wir in der Innenstadt waren, war alles friedlich. Zwei Tage später haben wir in der Tagesschau gesehen, dass es auch anders sein kann.
Das war gut
Prinzipiell ist Lima eine interessante und vielfältige Stadt. Das Essen in Peru war unfassbar lecker. Miraflores ist ein moderner und attraktiver Stadtteil. Wir hatten jedoch mit dem Zeitpunkt unserer Reise einfach Pech.
Das war weniger gut
Es war keine unbeschwerte Zeit in Lima. Wir sind froh, nun in Bolivien zu sein. Es ist sehr schade, dass wir Peru mehr oder weniger ausgelassen haben. Das bringt unseren Reiseplan ganz schön durcheinander. 500 km haben uns von Machu Picchu getrennt. Das wird auch erstmal die kürzeste Distanz bleiben.

Fazit
Die Vorfreude auf Peru war groß, die Ernüchterung auch. Der Start war schwierig. Sowohl die extra Behandlung bei Ein- und Ausreise war nicht nach meinen Geschmack und auch der Taxitransfer vom Flughafen nach Miraflores war nicht so toll. Natürlich möchte ich irgendwann mal den Süden Perus sehen. Auf meiner Bucketlist stehen nach wie vor Machu Picchu, Cusco, der Regenbogenberg und co. Wann das der Fall ist, ist schwer einzuschätzen. So wie es momentan aussieht, haben wir einige Gutscheine für Hotels, Zugtickets und co.. Aber ob wir eine künftige Reise davon abhängig machen und wann sicheres Reisen in Peru wieder möglich ist, ist eine andere Frage.